i68 D.Lud.vonHörnigk

§. z. Diejenige Krancken/wclchedurch jhtttpgene Nachlässig­keit sich verseumen möchten/ in der zeit räch zu suchen/ermahnen. a] a] Dieweil wie gcsagt/diePsiegere der Kranckcn / den nutzen deroselben -ubefördern vnd ihren S chadenznverhütten/verpsitchttt/ so wird ihnen gäntz. Ucb gebühren / so der Krancke senmig seyn würde / bey verständigen Rath zu suchen/jhn seines Versanmnus halben zustrassen/vnd in der zeit semer Kranck^ hetr räch zupstegen. Dann so sie neben dem Krancken die Gelegmheitder Cura- cion fürüber gehen lassen/scind sie an seinem verderben znm theil schuldig. So sie aber den Krancken deß zeitlichen Rachpflegensermähnen / vnnd ernicht fol« gen will / so haben sie ihrem Ampt genug gethan/ vnnd seind deß zukünsstigen Verderbens deß Kranckens fernere Rechenfchafft zugeben / nicht verpflichtet. Johann Qßwaldibid. c.4.

§.4. Was Öitf Medicin# Doctores vnd Chirurgi odttWund- artzt verordnen/sollen sie dem Patienten alles fleissig vbemichen/einge- ben/vnd g« br auchen lassen. 2^

a] DerKranckenpsieger Am pt bestehetfürnehmlichindem / daßsieal. tenFleiß dahin wenden wie dem Krancken geholffen / vnd die Gesundheit wt, verbracht werden möge. Dieweil aber solches nicht füglicher geschehen kann/ dann durch die natürliche Mittel welche durch einen verständigen Artzt wohl vn rechtmässig/beneben einer beqnemltchen Diaet / geordnet seynd / so will für allen dingen den Kranckenpflegern gebuhren/solcher Ordnung der Oia-r vnnd noch, wendigem Regiment auch in andern Aryneytschen stücken mit grossem fletß nachzufolgen/vnd darauffacht zuhaben / daß nichts versäumet werde / oder nachlässig geschehe.

§.? Du Krancken von dem gebührlichen vnnd nothwendigen Gehorsam der jenigen dingen welche vom Artzt geordnet / nicht abzie­hen noch abwenden. a]

a] Dann dieweil sie (die Kranckenpsiegere) derArtzncy Sachenvnver« ständig/vnd nicht wissen wo es hangt oder ligt / auch nicht den geringsten Räch dem Krancken mit nutz geben können/wie dörffen dann etliche so freventlich vnd vnverschämbt seyn /daß sie bißwetlen fürgeben/der Krancke solle essen was ihm schmeckt/nicht aber wasderDoctorwill/rc-wann siesohochwitzig sindvndalles besser sehen vnd erwegen können dann der Medicus selbst / warumb machen sie dann den Krancken nicht gesundt? Warumb lassen sie den Artzt nicht vnbemü, -her? Wissen sie aber nichts von der Aryeney/warumb vnterfangen sie sich dann cknes fressentlichen vrcheils vnd wöllen Richrer seyn deren Dingen die sie nicht

verste,