Politia Medica. ijj ,
dorffen auch dießfalS keiner weitleuffügenWarnung/dieweiln sie sich silbste für dem gefährlichen Emgcben der Purzirenden vnnd anderer sorglichen oder U* dencklichen Aryneyen vorzuftheii vnd zuhrreen wrssen.Frauckfttrter Apothrckrr Ordnung tit.vlr. §.-vK. Sonsten finden sich viel vorwitzige vnnd naßweisse: Weiber/Alttwettermücherinne/Kupplerinne/Nestelknüpfferinne/Fteberbüffe». rinne/ Kopffmefferinne/ Schlitz.Doctorinne/Danckverdienerinne/vnd andere- Veruin/so erwann bey einem Doeeorgedienet/ vnd die Harngläffer anßgewa« fchen / oder daß ihrige mir ihren Männern verschlampamper / vernascht/ver* wascht/vnd anffgerieben habm/welcheeS vor eine Witz vnd Ruhm halten einen- grlärkhen Dockern zu äffen vnd zubekriegen/schewen sich nicht ihn weiß zu ma« chrn/der Patient hab sich gestern erst gelegt oder vbelbefimden 'vnd haben sie ohn. seinen Rath nichts anfangen oder vornehmen wollen/ da sie doch albereit etliche Tage oder Wochen nach einanderihre Salberey an ihm verfircht/auffmacher»- ley weife gepfütter:/Segen gefxrochen/Säckiein mlkWmtzeln (so etwannin der Johanns,oder Matthias Nacht außgegraben worden).Samen/Brod/ o»> der Abergläubischen Wörtern vnd Characteren jhm angehenckt / vnd also dir bcsteZeit vnd Gelegenhue zm Cnr versäumet. Wann es nun so weit kommen: daß der Medicus seinen Rarh/ wie der Schwachheit zum baldesi.vnd sicherstem abznhelffen/anffs beste mit getherlt/anch gewisse Mitte! verordmr/tadeln sie sel»- brge dennoch /ja/ verwerten sie wohl gar/mit fmwenden/sie wissen auch etwas/- Habenein vraltes Artzneybuch von ihrer Groß.vnd vbergroßMutterererbet/- darinnen viel furtreffliche/offtbewehrte Künste stehen». Geben darauff dem ein»^ sättigen Krancken eins vber das ander vnd zwar ietzt ein Pnlverlein / dann siw Säfftlein/bald ein Trancklein/rc. ein/ darneben fchmtren sie ihm die Brn st / Le/ brr vnd Nieren/legen ein Pflaster vber den Leib/ein Säcklein vber dem Magen/ Auffschiage vber daß Hertz vnd die PülS/bähen ihm die Schenckel/ schneidrw ihm d^e Haar vnnd Nagelabvnnd zwar auffeinen Freytag/an welchem sie sir. auch rückwärts in ein stlessend Wasser werffen/ rc. Kompt als dann der Medi». cus widemmb seinen Krancken zubtsuchen vnnd findet alles in einem ärgern, stand/weiß aber nichswasvorgangen/vnd wie es durch solch vnzeitig vn Nar»- risch Avtzneyen verderbtworden/meinek er dieSchwachheithabe ohne daß so zm- gcnommen/fchlrgt verwegen also bald andere Mittel vor/vnd stellet alle fachen auffs beste erkann an /welchessie dem Schein vnd vorgebennach ihnen sehrg^ fallen lassen/ioben ihn auch deßwegen ins Angesicht/rühmen feinen sieiß vnnd grosse Erfahrung vnd sagen noch bißweilendarzmAcb Herr Dockorwiohabem mch die Lrur so gcrn/ihr könt sogar fein mitibnen vmbgehen / Gott geb euch doch langes Leben / Ach chur doch ewer bestes / dann wir verstehen leider die Schwachheit nicht vnd wissen mchks zu rachen/sondern wir stellen alles in ew^
ren willen vnd verstand/re. So bald aber der Medicus der Rücken kehrt / sind 1 P iis dieß