teilt dabey befindlichen Detaschemen^, und em^r unglaublichen Menge Zuschauer, welche mit Recht diesen Tag, als einen der glücklichsten ihres Lebens au- sabcn, zu dreyemnahlen wiederholet. Die übrigen Publicaüones geschahen zwcyteus im Lustgarten unter Ihro König!. Hoheit, der Prinzeßn Mnalia Zim- snern; 3) vor der vcrwittweten Prinzeßin von Preus- fcn, König!. Hoheit Palais; 4)vcr Sr. Königs. Hoheit, des Marggrafen oon Schwedt Palais; 5) unter den Linden an der Friedrichsstrassen-Ecke; 6) an der Wrlhe'msstrassen-Ecke; 7) vor dem Palais Sr. Kön. Hoheit, des Prinzen Heinrichs? 8) vor dein Palais Sr. Königs. Hoheit, des Prinzen Ferdinands; 9)auf dem Friedpichsmarkt; 10) auf dem DöhuhoffchenPlatz; 11) aus dem Sviitel - Markt; 12) auf dem Molken- Markt; iz) vor dem Berlinischen Rathhause; 14) vor dem Gouverneur-Hause; 15) auf dem Paradeplatz vor dem Königs-Thor; 16) auf dem Haackischen Markt, und 17) auf dem Neuenmarkt, womit also diese grosse Feyerlichkeit höchstvergnügt beschlossen wurde. Man kan überhaupt die bey diesem ganzen Zuge beobachtete gute Ordnung nicht genug beschreiben.
Den Tag darauf, als am Sonntage, wurde dem Höchsten in allen hiesigen Kirchen, wegen der durch denFrieden uns geschenkten grossenWohlthat, öffentlich gedankt. In der Dom-Kirche hielt der König!. Ober-Consistorial-Rach und erster Hofprediger, Herr Sack, über i. B. Kön. 8 ,5;- 58 . eine sehr rührende und erbauliche Predigt, welcher das hier befindliche König!. Haus beywohme. Als man nach geendigter Predigt das HErr GOtt dich loben wir, unter Trompeten-und Pauckcnschall anstimmte, wurden die auf dem grossen Paradeplatz gepflanzten Canonen, unter paradirender hiesigen Garnison, dreymahl nacheinander abgebrannt.
Auch hielte an diesem herrlichen Tage der beredte H rr Pastor Perrcault in der hiesigen französiPen Kloster-Kirche, eine sehr rührendeDank-Predigt über die Wo te 2. Sam. 5, 1°. nachdem er vorhero die 2. auserlesenen Verse des 66sten Psalms hatte singen lassen. Nach Endigung dieser erbaulichen Predigt wurde in Begleitung von Posaunen, Trompeten u. Pau- cken, welche letztere der junge Jtier mit dem vollkommensten Beyfall aller anwesenden Zuhörer schlug, das TeDeum angestimmet; woben zu erinnern ist, daß noch memals in einer französischen Kirche eine Musick aufgefuhret worden, und daß das vorgestrige Friedens-Fest dazu die erste vortreflichste Gelegenheit gegeben.
Jngleicheu wurde auf dem Glocken-Sxiele der hiesigen Reformitten Parochiai-Kirche, von dem geschickten Glocken isten und Direktor desselben, Herrn Andr. Seidel, das TeDeum Laudamus, Psalm 100 . Sey Lob und Ehr dem höchsten Gnth, re. wie auch mit ei
ner Musicalischen Suite, über eine Stuüde lang fey- -erlichst abgespieltt.
Lüttig, den ir. Mertz.
Der Chur-Bayerische Abgesandte an dem Königs. Frantzösischen Höfe Herr Grass von Eyck , ist vor uigen Tagen dahier eingerrossen. Der Graf vs« Töring-Seefeld, welchen Se. Majestät eine Staats- Commißion aufgetragen, wird auch alhier erwartet. Das Wahlgeschast scheinet bis dahinein ganzes Rä- zel zu seyn, weiches sich noch nicht leicht auflösen last« Indessen ist der hohe Wahltag von dem hiesig Hoch- würdigen Dom-Capitul auf den 2vsten nachMnfn- gen Mouats April fest gesetzt worden.
Düsseldorf, den ir, Mrrtz.
Heute sind smmnrstche Frantzösische Tkup-en vs« hier aus marchiret.
Maynstrohm, den 17. Marz.
Von Steinau hat man die Nachricht, daß bey der am 9ten dieses zu Hanau gewesenen allgemeinen JSu- mmarion, auch der dasige Amts-Commissarius, Herr Gerlach, zu Bezeugung seiner uittetthanigsten und innigsten Freude, über des durch die erwünschte Ankunft 2 hro König!. Hoheit der Frau Landgraßn von. Hessen, und dem wiederhergestellten edlen Frieden, dem ganzen Lande wiederfahrnen Glück, seine Behausung auf das schönste erleuchtet gehabt. Der dortige StadtmusicusSchwind führte dadey ein schönes Con- ccrt auf, und von denen Einwohnern wurde biß die spathe Nacht ein lebhaftes Musqueren^euer gemacht; das Vergnügen, welches die dortige Bürgerschaft be» dieser frohen Gelegenheit empfand, war unbeschrctb- lich groß.
Hanau, den r?. Merz.
Folgender Articul aus dem Courier Politigue, wird auf Verlangen hier ebenfalls eingeruckt:
Es ist in unserem Courier Politique vom 4ten Ja». 3. c. von der untrüglichen Artzeney, so Herr Roll» de ia Bory, Lehrer in der Wund - Artzuey - Kunst, und ehemahliger Chirurgien - Major deren Frantzosischen Hospitälern Sr. Allcrchriststchsten Majestät, und nun würcklchen in Diensten Jhro Kaiserlichen Majestäten das Glücke gehabt, wieder das Podagra zu erfinden, Meldung gethan worden. Wir unterst essen nicht unseren Blattern von verschiedenen bewundereus-würdigen Euren , die derselbe in denen Cöünischen Gegender damit gethan Meldung zu ihun. Sehr viele Krancke haben sich seit dieser Zeit demselben anvettrauet, und sich auf dessen Blutreinigungs-Arzeney sowohl befunden , daß keiner von Ihnen, nachdeme sie sich dieser Hülfß-Mitteln ein oder zweymal bedienet, die mün- desteSchmertzen von diesem grausammen Zustand mehr empfunden hat. Weit entfernet von der DenckcnS- Art derjenigen Personen, die jezuweilen Talenten so sie nicht einmalbesitzen, unter Trompeten-Klangver-