dult in Gedult, Hoffarth in Demuch und derglei­chen, nach eines jeden Glauben und Begehren, und diß ist auch der einige wahrhafftige GOtt- wohlgefällige Md vernünsstige Gottesdienst, nemlich, daß wir neue Creamren oder CHristi Jünger und Nachfolger werden, und nach feinem Gebot, Epempel und Vorbild, in der Lrebe wan­deln, wie Er gewandelt hat, und unsere Leiber be­geben zu einem Opffer, das lebendig, heilig, und GOtt wohlgefällig sey, ausser diesem ist alles um­sonst, alle Mühe und Arbeit verlohren. Ja, spre­chen sie, der äußerliche Gottesdienst und dessen (Zeremonien seynd die Mittel zu dieser Gnade, son­derlich aber die Predigt und Sacramenra; aber es ist falsch, und nur ein fauler Vehelff des bösen Flei­sches, welches GOtt immerdar, nach seinem ver­kehrten Willen, wider den Willen GOttes, einen äusserlichen schwachen Dienst beweisen und nicht sterben will, welchen Er doch nicht fordert noch be­gehret, darumb gelanget man auch nicht zu der Gerechtigkeit, oder dem Glauben der Wahrheit, und der Heiligung des Ge.stes, die vor GOtt gilt, nemlich zu einer neuen inwendigen Creatur, wel­che GOtt ziehet, lehret, und Christum in ihr selbst offenbahret, welches Fleisch und Blut oder ein ausserlicher auf Levitische Weise angerichteter Gottesdienst mit seinen Lehrern und Vorstehern nicht vermag, die den Will n GOttes thut und seine Gebott hält, die nicht hasset, neidet, noch viel­weniger würget und todt schlägst, wie sonderlich Papisten, Calvinisten und andere, mit einander verfahren, und also an ihren Früchten gnugsam sich offenbahren, sondern duldet und leidet, auch die Feinde liebet, wohl thut denen, die siebeleidi­gen, bittet für die, so sie verfolgen, und also in al­lem Gutes für Böses verailt; Zu solcher Genade gelanget man nicht durch äusserlichen Dienst oder Wercke, wie heilig, wie gut sie auch vor den Menschen gleisten und scheinen, weder durch der Keformil-ten- noch weniger aber durch der Papi­sten- sondern durch die grundlose Barmhertzigkeit deß einig wahren lebendigen GOttes, der nicht will den Tod des Sünders, sondern daß er sich zu seinem Gnaden-Thron kehre, welchen Er zu ei­nem wahrhaftigen Heyland und Seelen -Artzt al­len Menschen verordnet, und darumb in diese Welt gesandt, auf daß alle die nicht mit dem Mund', sondern mit einem wahrhafftigen zuschla- genen Hertzen und zuknirschten Geist zu Ihme kommen, würcklichen gcholffen und geheilet wür­den, damit sie von Sünden gereiniget werden, und das ewige Leben haben; Denn Er will, daß allen Menschen, jedoch nach seiner heiligen Oeco- nomie und Ordnung, durch diesen, und keinen andern, der da ist der Glantz seiner Herrlichkeit, und das Ebenbild seines Wesens, in welchem alle Göttliche Fülle wohnet, von dessen Fülle alle Kin­der GOttes Genade um Genade empfahen, ge- holffen werde, und zur Erkänntnüß der Wahrheit kommen, nemlich daß wir erkennen den einigen wahren GOTT, und seinen Sohn, den einigen HErrn, welchen Er gesand hat, durch seine un­ergründliche Liebe, damit Er uns geliebethat, auf daß wir Ihne wieder lieben und dienen, nicht nach unserm Willen, mit aufferlichem Schein und eiteler vergänglicher Gewohnheit, nachVät- terlicher Weise, sondern nach seinem Willen, in Ablegung des alten Menschens, nach dem vori­gen Wandel, der durch Lüste inJrrtbum sich ver­derbet, und in Erneuerung des Geistes des Ge- müthes, und Anziehung des neuen Menschens, der nach GOtt geschaffen ist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit, die Ihme gefällig, nemlich: Uns unter einander zu lieben und in der Liebe zu wandeln, wie Er uns gesiedet und ein Gebott gegeben hat. Mein lieber Vetter, dieses

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schreibe ich euch, auf daß', wo ihr anderst den Schaden und die Wunden eurer Seelen erken­net und fühlet, wissen möget, bey welchemihrHeyl und Hülffe möget finden, und lasset euch nicht ir­ren, daßdiegantzeWelt im Argen liegt, und we­nige sind, die diesen Weg erwehlen und suchen, die Ursach ist, daß er gar eng und schmal ist, und dem Fleisch nicht schmecket; weraberseine Seele erret­ten, und nicht in das ewige Verderben stürtzen will, der wird zu diesem Gnaden-Thron eilen und immerdar durch die enge Pforten dringen, in Haf- sung und Verläugnung sein selbst, die Welt mit ihrem eitelen Gottesdienst nicht mehr achten, noch darnach fragen, was sie dazu saget, auch wie es seinem Fleisch darüber mag ergehen, sondem er freuet sich allein der Liebe GOttes, mit welcher ihn GOtt geliebet, in Christo JEsu dem Ge­liebten, durch welchen der Friede gemachet, sein Herl; gestillet, die verwundete Seele geheilet, das zerschlagene und geangstigte Gewissen befriediget und erquicket, welches alles Er also würcklich durch den Geist GOttes in sein Hertz ausgegossen, empfindet, und fühlet, dardurch er als ein gewiß Siegel und Pfand der Göttlichen Kmdschafft vergewissert und versichert ist, wohl wissend, daß ihm nichts von dieser Göttlichen Liebe oder Ge­nade in Christo JEsu absondern, noch scheiden kan oder vermag, weder Tod noch Leben, noch keine Creatur, dann GOtt ist in und mit ihme, was können ihme dann Menschen thun? Ja die Pforten der Höllen mögen ihme nicht schaden, und muß ihme alles, weilen er GOtt liebet, und die Liebe GOttes in ihme ist, zu seiner'Seelen Heyl und ewigen Wohlfahrt gereichen und die­nen, dann er vertrauet GOtt, sichet auf GOtt, folget und dienet GOtt, und weichet nicht von seinem Wort, welches Tag und Nacht seine Lust und Freude, ja das wahre Himmel-Brod und die Speise seiner Seelen ist, nicht die falschen buchstäblichen Glossen und gelehrte Auslegungen der Men'chen, sondern Christus das lebendige Brod, dessen Wort und Gebott und Haltung derselben; darumb lässet ihn GOtt auch nicht zu schänden werden, ja wird ihn auferwecken am Jüngsten Tage zum ewigen Leben! O mein lie­ber Vetter, habt ihr geirret, kehret um zu diesem Gnaden-Thron, die Thür stehet offen, weilen es noch heute heisset, nemblich, weilen ihr noch im Leibe wallet, seine Arm d.r Barmhertzigkeit und Liebe seynd ausgestrecket, euch indieselbezuschlies- sen und zu empfahen, wo ihr anderst euer gan- tzes Hertz zu Ihme wollet wenden, aller Lust und Begierd dieser Welt und des bösen verkehrten Fleisches Urlaub geben und absagen, als den Feinden eurer Seelen, so wird Er euch als einen lieben Sohn zu Gnaden auf-und annehmen,und werdet in eurem Hertzen diese seine liebreiche leben­dige Stimme hören: Sey getrost mein Sohn, dir sind deine Sünde vergeben, oder dein Glaube hat dir geholffen, gehe hin in Frieden,welchen Frie­den ihr auch durch den Heiligen Geist in Bewei­sung wahrer Gerechtigkeit, Sanftmuth, De- muth und Gedult, Friede und Freude in eurem Hertzen, würcklichen werdet fühlen und empfin­den, ja werdet mit allen seinen himmlischen Schä­tzen und Gütern reichlich erfüllet werden, dann durch diesen Gnaden-Thron haben wir alle einen freyen Zutritt zu seinen überschwenglichen himm­lischen Reichthumben, ja sein gantz Vätterlich Hertz stehet uns offen, zu bitten und zu begehren alles, was zu unserer Seelen Heyl und Wohlfahrt uns dienstlich und nützlich ist, darumb suchet den HErrn, weil Er zu finden ist, ruffetihnan, weil Er nahe ist, kehret euch zu Ihme, so wird Er sich auch zu euch kehren, ihr oörffet keines äusserlichen Dien­ste noch Vorbitt der Heiligen, Ihn zu finden

oder