oder zu Ihme zu kommen, sondern nur ein zuschla­gen Hertz und zerknirschten betrübten Geist, so ist er schon nahe, dann Er suchet allein diese, und wo Er sie findet, da stehet Er vor derThür ihres Her» tzens,und klopffet an, sprechend: O ihr von Sün­den Mühseligen und Beladenen, wie lang wollt ihr mich suchen, ausser euch, in äußerlichen Din­gen, da ich doch nicht zu finden, kehret in euere Hertzen, und wendet solches von allem eitelen ver­gänglichen sichtbaren Wesen ab, und kommet zu mir, ich will euch heylen und erquicken, sehet aber anff mich, und lernet von mir, wahre Gedult, Sanfftmuth und Demuth, neiget her die -Ohren eures Hertzens, und mercket auff meine Stimme, und bewahret solche, als Worte des Lebens, dar- durch eure Hertzen gereiniget werden, und ihr in der Wiedergeburt stetigs wachset und zunehmet, wo ihr also zu mir kommet, auff mich sehet, mich höret, mir folget, so findet ihr in aller Angst, Trüb­sal, Widerwärtigkeit, auch in dem Todt, Frieden und Ruhe für eure Seele, denn ich bin der rechte Artzt, der euch wahrhafftig helffen und von Sün­den frey machen kan.Ich und kein anderer bin der rechte Heyland, welchen euch GOtt gesandt, alle eure Seelen-Feinde, die euch immerdar von Gott abscheiden und abführen, zu vertilgen und auszu- reuten, nemlich die böse Lust und fleischlichen Affe- cten, so eure Hertzen ängstigen und quälen, und wider die Seele streiten,heraus zu treiben,und al­so das Reich des Satans, der alten Schlangen, und die Wercke des Teuffels in euch zu zerstören, und dargegen mein Reich der Genaden, Liebe und Barmhertzigkeit in euch, nemblich in euren Her- tzen, auff-und anzurichten, also, daß euch eure Feinde, die Sünde,ob sie euch schon uff mancher- Ut) Weiß nachschleichet und zusetzet, doch nicht überwältigen, noch unter ihren Gewalt und Herrschafft wieder gefangen nehmen kan, dann ich habe solche selbst geopffert, in meinem Leibe, auff dem Holtz, auff daß ihr derselben abkommet, und der Gerechtigkeit lebet, und die ich frey mache, die sind recht frey von der Sünden, daß sie dersel­ben nicht mehr dienen, sondern meine Knechte seynd, und mir dienen in Gerechtigkeit und Hei­ligkeit der Wahrheit, der Sünde aber biß in den Todt von Hertzen feind seynd, und wider diesel­ben als den Feinden ihrer Seelen,durch mich und meine Genade in ihnen, in meiner Nachfolg und Bewahrung meiner Wort und Gebotte, immer- dar ritterlich kämpffen und streiten, biß an das Ende, denen geb ich, als treuen Knechten, den Lohn des Glaubens, nemlich die Cron der Ehren und Herrlichkeit, der Seelen Seligkeit, welche ewiglich nicht von ihnen solle genommen werden; wer nun kranck ist, nemlich den Schaden seiner Seelen fühlet, der komme, dann den Starcken ist der Artzt kein nütze, sondern den Krancken,ach wie viel falscher Aertzte giebt es aber, ja die Welt ist derselben voll, die diesen Schaden der Seelen sich unterstehen zu heylen, aber vergebens, ja machen solchen nur ärger, selig ist der sich ihnen nicht ver­trauet, noch ihnen folget, dann sie selbst stecken voll Unflats, können ihr Hertz nicht reinigen, noch ihr Gewissen stillen, Sie verheissen andern Hülf- fe und Freyheit,und seynd doch selbst Knechte und Sclaven der Sünden, mit äußerlichen Gepräng als Bäten, Lesen,Predigen, Beichten, Abendmahl halten, Heiligen anruffen, und dergleichen äußer­lichen Dienst mehr, wollen sie GOtt versöhnen, und ihr Gewissen stillen, weisen auch alle Welt Klein und Groß, Reiche und Arme, dahin, aber es ist GOtt damit nichts gedienet, noch ihr Ge- wiffen gestillet, sie lauffen und erlangen nichts, sie suchen und finden nichts, ihre Arbeit mit Ler­nen und Studiren, wie sauer sie es ihnen lassen werden, ist alles umbfonst, sie bleiben in der alten

Kappen und Larven , was sie auch vornehmen und thun, ihr Lebenlang, ja sie begehren dieselben nicht abzuzichen, damit ihre innwendige Unrei­nigkeit, die sie mit solchen Schein suchen zu de­cken nicht offenbahr werde, wiewohl ihre Wer­cke, die sie untereinander üben und vollbringen, gnugsam zu erkennen geben, denen so Augen ha­ben zu sehen, was Geschlechts und Art sie seynd, darumb selig seynd die so sich zu mir den rechten Artzt kehren, die Thür und Thor ihres Hertzens mir öffnen, meine Stimme hören, die bewahren, in meine Fußstapffen tretten, mir folgen und wandeln, wie Ich gewandelt habe, die lauffen noch suchen nicht umbsonst, sie Nuäiren und ler­nen nicht umbsonst, arbeiten auch nicht vergeb­lich, sie finden und erlangen, was ihr Hertz und Seele wünschet und begehrt, nemblich meinen Frieden, als den Frieden ihres Hertzens und Ge­wissens, der allen Verstand beherrschet, wahre Sanfftmuth, Demuth und Gedult, rechtschaf­fene Liebe zu allen Menschen, auch ihren Feinden, und in Summa, meinem Bilde, in wahrhafftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit immer ähnlicher und gleichförmiger zu werden, solches erlangen sie aus meiner Fülle nach dem Göttlichen Wohlgefallen, und diese dienen GOtt recht, dörffen keiner höl­zern noch steinern Kirchen oder Tempel, diesen Dienst zu vollbringen, kan auch nicht ausser ih­nen geschehen, sie selber und ihr Hertz seynd der Tempel, darinn kein Mensch noch menschliche Stimme lehren kan, sondern der Heilige Geist die Salbung von oben herab, so vom Vatter und mir ausgehet, die lehret was recht ist, und leitet sie in alle Wahrheit, dardurch, und anderst nicht, sie meinen Vatter und mich je mehr und mehr lernen kennen, und mir gehorchen und folgen, diese haben den wahrhafftigen Gottesdienst, und gehen den rechten Weg durch mich zum Vatter in das ewige Leben; Wer nun suchet der findet, wer bittet, der empfähet, wer anklopffet, deme wird auffgethan, ein irrdischerVatter versaget sei­nem Kind kein Stücklein Brod,wann es ihn dar­umb bittet, wieviel weniger mein Himmlischer Vatter, der da reich ist von Gnad und Barmber- tzigkeit, und seiner Liebe zu allen Menschen nicht vergisset, den Heiligen Geist, allen denen, so durch mich den einigen Gnaden-Thron zu ihme kom­men , und Ihn darumb bitten.

So viel habe ich euch, mein lieber Vetter, für dieses mal wollen andeuten von der Gnade Got­tes, dardurch wir selig werden, von dem wahren Artzt, durch welchen unsere Seelen geheilet, das Gewissen gestillet, das Hertz gereiniget, und der Frieden mit GOtt gemachet wird, von dem wah- hafftigen Gottesdienst, durch welchen wir den rechten Glauben, oder die Gerechtigkeit, so vor GOTT gilt, nemlich neue Creaturen werden, erlangen, und also das Ende, der Seelen Selig­keit, darvon bringen. Was ich euch schreibe, ist dem falschen Christenthumb mit allen ihren Settm eine seltzame und wunderliche Meynung,denn der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes, es ist ihm eine Thorheit und kan es nicht erkennen, aber den wahren Christen und Kindern GOttes, die nicht im Schein oder äußerlichen Wesen, sondern GOtt im Geist und Wahrheit dienen, und nicht von Menschen sondern von Gott gelehret seyn, ist es keine frembde, oder neue Lehr, sondern die rechte Lehr des Geistes, im Alten und Neuen Testament, durch Christum, seine Pro­pheten und Apostel bezeuget, wers verstehen und lesen kan, der wird es also befinden, alle Religion und Setten beruffen sich zwar auch auff dieses Zeugnüß, aber fälschlich, weilen die Krafft dessel­ben nicht in ihnen ist, darumb seynd alle ihre Pre­digten und Auslegungen nur eine Verkehrung ):( * dessel-