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und Trophäen seiner Thaten ansah. Diese wahrte er sich ängstlich als seine großen Belohnungen. In den wiederholten Suppliken an den König bestand er bloß auf der Wiederherstellung seiner Würden. Was sein« Vcrmögensumstände betraf, so wollte er sie einem schiedsrichterlichen Spruche oder selbst dem Ermessen des Königs anheim geben; aber diese Dinge, sagte er stolz, rühren meine Ehre an. In seinem Testamente schärft er seinem Sohn Diego und wer nach ihm das Majorat erben sollte, ein, daß er, was für Titel und Würden (hm auch später von dem König gewährt würden, sich immer nur ganz einfach: der Admiral, unterzeichnen solle,ttndem dadurch in der Familie die wahre Quelle ihrer Gköße verewigt werde.
Columbue war ein Mann von starker Erregbarkeit und großem Aufschwung, plötzlichen und starken Eindrücken, mächtigen Antrieben hingegeben. Er war von Natur leicht zornig und heftig, und sehr empfindlich gegen Unrecht und Ungerechtigkeiten; doch diese Reizbarkeit seines Temperamentes wurde von dem Wohlwollen und der Großmuth seines Herzens besiegt. Das Edle seiner Natur leuchtete durch alle Drangsale seiner stürmischen Laufbahn hindurch. Obgleich er beständig in seiner Würde verletzt und in der Ausübung seines Com- mondo's keck gestört wurde, obgleich seine Pläne durch Aufruhr unruhiger und nichtswürdiger Menschen scheiterten und seine Person selbst in Gefahr gerieth, in Zeitläuften, wo er von Bedrängnissen des Geistes und des Körpers so sehr litt, daß der geduldigste darüber die Fassung verloren hätte: so hielt er doch seinen muthi- gen und zornigen Sinn im Kaum und brachte sich durch die Stärke seines Geistes zur Selbstbeherrschung, ruhigen Ueberlegung und selbst zur Milde durch Bitten: auch dürfen wir zu erwähnen nicht vergessen, wie frei er von jedem Gefühl der Rache war, wie bereit zu vergeben und zu vergessen, wenn sich nur die kleinste Spur von Reue und Versöhnung zeigte. Man hat ihn wegen seines Talentes gerühmt, über andere den Herrscherstab zu führen; aber viel größerer Ruhm gebührt ihm für die Festigkeit, welche er sich selbst zu regieren bewies.
Seine natürliche Herzensgüte machte seinen Sinn für alle Arten ergötzlicher Erscheinungen der Außenwelt empfänglich. In seinen Briefen und Tagebüchern bemerkt er, statt die Umstände mit der technischen Genauigkeit eines bloßen Seemanns aufzunotiren, die Schönheiten der Natur mit dem Enthusiasmus eines Malers oder Poeten. Wenn er die Küsten der neuen Welt be, schifft, genießt der Leser die Freude mit, welche ihm die Feder führt, indem er mit seinem unvollkommnen doch pittoresken Ausdruck in spanischer Sprache die mannigfaltigen Gegenstände umher beschreibt: die Milde der Temperatur, die Reinheit der Atmosphäre, die würzige Luft, voll Thau und Süßigkeit, das-Grün des Waldes, die Pracht der Bäume, das Großartige det Berge und die Klarheit und Frische der dahinrauschenden Strome. Jede Scene bietet ihm neues Entzücken. Er nennt jede folgende Entdeckung schöner als die letzte und jede die schönste von der Welt, bis er in seinem schlichten
Ernst den Souverainen sagt, nachdem er so viel von den vorigen Inseln gesprochen, fürchte er, daß sie ihm nicht glauben würden, wenn er erkläre, daß die, welche er jetzt beschreibe, sie alle an Schönheit übertreffe.
In derselben lebhaften und ungekünstelten Art und Weise spricht er seine Empfindungen bei verschiedenen Gelegenheiten aus, von den Affecten der Freude oder des Schmerzes, des Entzückens oder des Unwillens leicht erregt. Wenn ihn Undankbarkeit und Gewalt niedriger Menschen drängend umgaben,, ließ er oft in der Einsamkeit seiner Kajüte seinem Grame freien Lauf und erleichterte sein gedrücktes Herz mit Seufzen und Stöhnen. Wie er in Ketten nach Spanien zurückkehrte und bei Isabellen erschien, war er, statt den stolzen Sinn zu behaupten, welchen er bis dahin allen Beleidigungen entgegengesetzt hatte, von Schmerz und Wehmuth über Ihr Mitgefühl so ergriffen, daß er in Schluchzen und Thränen ausbrach.
Er war äußerst fromm und andächtig: die Religion mischte sich bei ihm in alle Verkettungen der Gedanken Und Handlungen, und leuchtet* aus seinen geheimsten und absichtslosesten schriftlichen Aufsätzen hervor. Wenn er irgend eine große Entdeckung machte, feierte er sie mit frommem Dank gegen Gott. Die Stimme des Gebers und Preisgesang erhob sich von seinen Schiffen, als sie die neue Welt zuerst erblickten, und seine erste Handlung, als er landete, war, sich auf die Erde zu werfen und Gott Dank zu sagen. Jeden Abend wurde das 8alv6 Regina und andere Vesperhymnen von seiner Mannschaft gesungen, und in den schönen Hainen, welche die wilden KlMen jener heidnischen Länder begrenzten, wurden Messen gelesen. Die Religio», auf solche Weise tief in seine Seele verwoben, verbreitete eine ruhige Würde und ein liebreiches Wesen über seine ganze Erscheinung. Seine Rede war rein und bewacht, frei von allen Verwünschungen, Schwüren und anderen ungebührlichen Ausdrücken. Alle seine großen Unternehmungen wurden im Namen der heiligen Dreifaltigkeit ausgeführt und er nahm stets das heilige Abendmahl vor der Einschiffung. Die Festtage der Kirche wurden von ihm in den größten Wildnissen gefeiert. Der Sonntag war ihm ein Tag heiliger Ruhe, an welchem er nie aus einem Hafen wegsegelte. außer in der größten Noth. Er glaubte fest an die Wirkung von Gelübden, Bußübungen und Wallfahrten, uud nahm in Zeiten der Drangsale und Gefahren zu ihnen seine Zuflucht; aber er ging in seiner Religiosität noch weiter und leider wurde seine Frömmigkeit von der Bigotterie des Zeitalters verdunkelt. Er bekannte sich offen zu der Ansicht, daß alle Nationen, welche nicht den christlichen Glauben bekennten, der natürlichen Rechte beraubt seien; daß man die härtesten Maaßregelu zu ihrer Bekehrung brauchen und die strengsten Strafen über ihr halsstarriges Verharren im Unglauben verhängen könne. In diesem Geiste der Bigotterie hielt er sich für berechtigt, die Indianer zu Gefangenen zu machen und sie nach Spanien zu transportiren, um sie in den Lehren des Christenthumö unterrichten zu lassen, sie auch als Sclaven zu verkaufen, wenn sie seinen Eroberungen wi-