fanden sie, daß nach jedem Versuche man den Boden einige Zeit ruhen lassen müsse, bis sich die brennbare Sumpfluft in hinreichender Menge wieder erzeugt habe, um den Versuch zu wieverholen.

Vor einigen Jahren ward in öffentlichen Blättern berichtet, daß in dem Salzburgischen, auf gleiche Weise, sich eine Quelle entzündet habe. Mehrere entzündliche Quel­len befinden sich in der Nähe der bekannten Steinkohlenlager. Die bösen Wetter, feurige Schwaden, besonders in den Steinkohlenbergwerken, haben durch Explosionen schon oft Bergleute getödtet; ergiebige Gewerke mußten deß- halb verlassen werden, und eben dieses gekohlte Wasser- fioffgas hat, um ferneres Unglück in den Kohlenberg­werken in England zu verhüten, die Erfindung der Davy'schen Sicherheitölampe veranlaßt. Jeder, der Ge­legenheit hatte, Bergwerke zu besuchen, wird die Luftlö­cher bemerkt haben, die mit großen Kosten gleich Was­serbrunnen bis in die Stollen hinabgetrieben sind, um die bösen Wetter, die vermöge ihrer Leichtigkeit nach oben steigen, abzuleiten und frische atmosphärische Luft einzulassen. Diese Luftlöcher machen in der Nähe der Bergwerke das Gehen bei Nacht ohne Führer gefährlich. Die Steinkohlenlager in der Nähe von Briencon in Frankreich wurden ohne Unfall bis zum Jahre 1763 bearbeitet, als in diesem Jahre die Arbeiter durch ein Phänomen beunruhigt wurden, was ihnen ganz unbe­kannt war, und mehrere beschädigte. Ein brennbarer Dunst erzeugte sich in der Tiefe der Gruben, wenn dieselbe« nur einen Tag nicht befahren wurden, der sich durch die GrubenUchter anzündete, und mit einer unglaublichen Gewalt detontrte. Die Gefahr, der die Arbeiter ausgesetzt waren, und die sich bei einigen Ungläu­bigen, die sich selbst davon überzeugen wollten, nür zu sehr bestätigte, veranlaßte die Eigenthümer der Grube, sie zu verlassen und einen neuen Stollen zu treiben, um die­sem brennbaren Wesen auszuweichen. Allein ihre Vorsicht war fruchtlos; sie trafen in ihrer neuen Arbeit denselben Feind. Hr. Pacht de Marcheval, Intendant der Provinz, von diesem Unglück unterrichtet, befragte diejenigen, di» der Explosion dieses entzündlichen Schwa­den ausgesrtzt gewesen waren, und erfuhr, daß, als sie in die Tiefe der Grube gekommen waren, sahen die Ar­beiter, daß sich die Flamme ihrer Grubenlichter langsam verlängerte, und gleich darauf die Detonation erfolgte. Herr Pajot berichtete diesen Zufall dem Ministerium, welches die Academie in Paris beauftragte, ein Mittel gegen dieses Unglück ausfindig zu machen. Der berühmte Physiker Duhamel und M. de Montigny wurden beauf­tragt, die Sache zu untersuchen; und diese berichteten der Academie folgendest

Dasselbe Phänomen ist in den Steinkohlenbergwers ken vom Hennegau unter dem Namen feuriger Schwa­den (1e« brison) bekannt. Ein weißer, dem Spinnen­gewebe sehr ähnlicher Dunst dringt aus den Spalte» und Riffen der Wände hervor, der sehr entzündlich ist, Und mit der größten Gewalt verpufft. Die Detonation; wirft fast alle Arbeiter nieder, und tödtet sie, wenn sie sicht die Vorsicht gebrauchen,, sich sogleich platt auf fc.i*

Erde niederzulegen; denn es ist auffallend, daß diese Detonation nur in die Höhe, und fast gar nicht auf den Boden der Grube wirkt.

Von den mächtigen Steinkohlengrnben von New­castle,, der Vorrathskammer des Brennmaterials in Eng­land, berichten die Philosojjhical Transactions mehrere solcher Explosionen. 1750 wurden 5 Arbeiter daselbst von einer Explosion so gewaltig getroffen, daß man ihre Leichen in Stücken wiederfand-

In den Kloaken, wo vegetabilische und thierifche Körper faulen, haben selbst in unserer Stadt schon meh­rere Detonationen durch Entzündung des gekohlten Was- serstoffgaseS statt gefunden.

Literarische Meinungen Napoleons.

Napoleon wendete zuweilen auf die Literatur die Ueberlegenheit des Geistes, die Richtigkeit des Urtheils an, die ihm so große Erfolge in der Strategie und in seiner politischen Laufbahn erwarben. Seine .Ideen sind zuweilen sonderbar, aber meistens treffend. Der Wunsch, Frankreich wieder auf den monarchischen Fuß Mückzu- bringen und die Gedanken wieder an die alte Regie­rungsform zu gewöhnen, verleitete sefn Genie, den Geist seines Jahrhunderts zu verkrüppeln und zu. ver­derben; inzwischen hatte er sich die Befugniß Vorbehal­ten , selbst frei zu denken und nachstehende flüchtige Uebersicht einiger seiner Meinungen wird daher nicht ohne Interesse scheinen.

Napoleon liebte Voltaire nicht; Mahomed vor Al­lem war der Gegenstand seines Tadels. Voltaire, sagte er, habe darin, in dem Character und in den Mitteln, gegen die Geschichte und das menschliche Herz gefehlt; der Dichter entwürdige den großen Character Mahomebs durch die niedrigsten Jntriguen; er lasse einen großen Mann, der die Oberfläche der Erde verändert habe, wie einen Ruchlosen handeln. Er entstellte nicht minder unschicklich den Character Omars, den er zu einer Au von Banditen und Wegelagerer mache. Napoleon stützte dies harte Urtheil auf folgendes Raisonnement: Die Menschen, die die Welt umgeschaffen, haben dies nie dadurch bewerkstelligt, daß sie dje Häuptlttrge und Für­sten gewannen, sondern daß sie die Massen in Bewe­gung zu bringen wußten. Das erste ist die Wirkuug- der Jntrigue und führt nur zu ftcundairen Resultaten ; das letztere ist der Gang des Genies und verändert die Oberfläche der Erde.

Buonaparte hatte im Orient ganz eigene Ideen aufgefaßt; er hegte ganf eigene Aweifel über die Wahr­haftigkeit der Geschichtschreiber Mahomeds. Es w'rd damit gewesen sein, wie mit allen Sectenhäuptern, sagte er;; der Koran, der dreißig Jahre nach seinem Tode gesammelt worden, wird manche Lüge geheiligt Haben s da damals das Reich des Propheten, feine Lehre, seine Sendung schon, gegründet, vollendet war, so har man die; Resultate davon durch da« Prisma des Enthusias­mus sehen und dem gemäß reden können und müssen^ Lichts cesio weniger bleibt noch übrige z.u erklären^ rote