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Nr°- 282.

eist, Gemüth und

Samstag den S. ^ctober

Publizität.

18 L 1 .

- ^ ^ ^ - »Ehe ich Euch antworte, habtHuvor die Gnade, mein Ohr

Des Söldlings Tochter. in Freiheit zu setzen; da es mir just so lieb, als Euch das

Novelle aus Frankfurts Vorzeit. Von S. Maclea. Eure," erwiederte Valentin Schramm, die Rolle des Bauern,

ohne dte geringste Verlegenheit zu zeigen, immer noch behaup- (Fortsetzung.)Den Ihr da genannt habt, das ist mein Zwillings-

Willkommen, Obrister! Was bringt Ihr unS Neues von bruder, der feit feinem achtzehnten Jahr umher zieht, der Teu- drüben aus dem Lager?" versetzte freundlich der Brandenbur- fei wollt' ich sagen: Gott der Herr mag wissen wo," fuhr ger, ihm vertraulich die Hand schüttelnd. der Schalk fort, als Reiffcnberg ihn los ließ.Wir sehen

Träge geht's drüben zu, Speit Markgraf," erwiederte einander vollkommen ähnlich, so daß uns selbst Vater und Reiffeyberg.Wir haben uns bisher begnügt, das Quellwas- Mutter nicht zu unterscheiden vermochten, und wenn einer einen ser an der Friedberger" Warte abzugraben; und heute läßt der Schelmenstreich begangen, der andere dafür gestraft wurde, durchlauchtigste Kurfürst eine Schanze am Affenstein aufwerfen, Ich heiße übrigens Caspar Schramm, daheim nur der Schinke:-:- zum Schutz der geöffneten Laufgräben." Caspar benamset, wegen einer Klage, die ich ein Mal gegen

Jetzt trat ein Hauptmann herein, und meldete dem Mark- einen Nachbar, zweier Schinken halber, erhoben." grafen, daß ein Kundschafter der Stadt im Lager aufgegrif-Willst Du schweigen, Lügenschnabel!" rief der Graf von fen worden. - Reiffenberg.Ist denn nicht hier noch die Narbe, die ich in

Bringt den Schalksknccht herein, daß wir ihn vernehmen. Dein Galgengesicht zeichnete, als Du Deine Diebsfinger nach Er soll uns sagen, wie's d'rinnen in der Stadt aus sieht, und der güldenen Kette strecktest, die ich von König Heinrich VIII. ob sich von unfern Kundschaftern, Link und Brenner, die wir von England für treue Dienste empfangen, und mit welcher an den Jmhof sandten, d'rinnen noch nichts verlautbart hat, Du Dich davon zu machen gedachtest?" oder ob sie sich auch erwischen ließen." , -.Ihr styd in großem Jrrthum, gestrenger Herr," entgeg-

Ein Bauer wurde herein geführt. nete frech Valentin Schramm.Die Narbe erhielt ich, als

Du bist der Stadt Kundschafter," redete der Markgraf mich vor siebzehn Jahren ein Haufen Kriegsvolk mit fort- ihn barsch an, indem er durchbohrend, seine Augen auf ihn schleppte, um zu Münster den Schneider-König zu sahen." heftete.Mach's kurz! Wir haben wenig Zeit und Gelüst, Dein

Gestrenger Herr, ich bin ein Bauer aus dem Westphäli- Lügengeschwätz anzuhören," fuhr der Markgraf ungeduldig auf. schen," erwiederte der Angeredete mit der treuherzigsten Miene. »Sag', bist Du der Stadt Kundschafter oder bist Du's nicht?" Ich suche hier im Lager meinen siebenzehnjährigen Buben, der »Ich hab's gesagt, daß ich kein Kundschafter bin," erwie- mir vor etlichen Wochen von daheim entsprungen ist, um, wie derte der verkappte Lanzknecht trotzig, er immer sagte, für den neuen Glauben zu streiten. Da grif- .Werft ihn auf die Folter, und reckt ihm die Gelenke aus­sen mich Eure Knechte und sagen jetzo, ich sey ein Kundschafter, einander, bis er bekennt, was wir wissen möchten," befahl Aber das lügen sie schändlich in ihren Hals hinein. Meiner jetzt kaltblütig der Markgraf.

Treu! ich tauge besser dazu, meinen Esel zu treiben, als zu solchHalt! " schrie Valentin Schramm, den nun seine angc- gefährlichem Handwerk, und wüßte nicht, wie mir so was zu nommene Dreistigkeit im Stiche ließ.Wenn Ihr denn dürch- Sinne kommen sollte. aus nach einem Kundschafter lüstern seyd, so sendet unter die

Der Obrist von Reiffenberg hatte während dieser Rede den Gezelte der Mecklenburger. _ Bei der dicken Marketenderin vermeintlichen Bauer scharf in's Auge gefaßt.Ei Du schä- werdet Ihr ihn finden. Ein großer Mann, grüner Kittel, biger Balg!" hob er lachend an, indem er auf ihn zu trat, und schwarze Augen, dunkler Bart. Das ist der Mann, der Euer ihn schäkernd am Ohr hin - und Herzog.Wie magst Du doch Lager auskundschaften will."

die Frechheit haben, den durchlauchtigsten Markgrafen und sämrnt-Wir wollen ihn Dir beigesellen, wenn wir ihn finden," liche anwesende erlauchte Herren solchergestalt anzulügen? Bist erwiederte Herzog Georg.

Du nicht Valentin Schramm, der mir vor zwei Jahren als Valentin Schramm wurde abgeführt. Die Herzoge von Reutersknecht diente?" Mecklenburg schickten einen Hauptmann sofort nach dem Theil

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