20

nothwendigen Oefen zu verschaffen. Der dürftige Familien­vater wurde dadurch in den Stand gesetzt, in der rauhen Jahreszeit mit der Beruhigung seinem schwierigen Erwerbe nachzugehen, seine Angehörigen während seiner Abwesenheit dem Ungemach der Kälte nicht preisgegeben zu wissen. Anderseits erwächst den edlen Beförderern unseres Vereins die Ueberzeugung einer zweckmässig wirksamen und sorgfäl­tig angewandten. Wohllhätigkeit, deren segensreiche Folgen sich durch die verminderten Anforderungen der Hülfsbedürf- tigen und die daraus entspringende, heilsame und sittliche Einwirkung auf dieselben beurkundet. Auch dahier woh­nenden auswärtigen ' Israeliten, welche der Unterstützung der Holzvertheilungsanftalt nicht theilhaftig werden können, ist die Feuerungs-Hülsskasse sehr nützlich gewesen. Ihre segensreiche Wirksamkeit während ihres nunmehr schon drei­jährigen Bestandes ist in den (diesem Bericht beiaefugten) Uebersichten und Abrechnungen naher dargelegt. Mögen sich die Mitglieder dieses Vereins durch diese schmucklose Darstellung bewogen finden, demselben ferner ihre Teil­nahme zu widmen und andere Menschenfreunde veranlaßt werden, demselben beizutreten, um dadurch eine Anstalt fester begründen zu helfen, welche ausschließlich einem solchen Theil ihrer Glaubensangehörigen zugewendet ist, der am meisten mit Noth und Mangel zu kämpfen hat, und welchem die Gaben der Mildrhätigkeit nur selten und spärlich gespendet werden. Der Wunsch zur großem Theilnahme wird um so mehr gerechtfertigt erscheinen, als der Verein den An­fangs auf den Umfang von drei Stunden um hiesige Stadt gesetzten Wirkungskreis, aus Mangel an erforderlichen Mit­teln, auf zwei Stunden beschränken mußte. Sonstige Ga­ben und Geschenke wird Herr Leopold Halle (Schnur­gasse) mit Dank für den Verein entgegennehmen, woselbst auch eine Liste zur Einzeichnung als Mitglied stets bereit liegen wird.

Frankfurt a. M., im November 1841.

Das Verwaltungs-Comit« der Feuerungs- Hülfskasse.

Im Winter 1840 1841 betrug die Einnahme dieser neuen Anstalt: Saldo vom vorigen Jahr 667 fl. 59 kr. Beiträge pro 1840 1841: 1456' fl. 18 kr. Summa: 2124 fl. 17 kr. Die Au sgaden betrugen: 1781 fl. 44 kr. Verbleibt Saldo: 342 fl. 33 kr.

2 .

Bericht über das Wirken der israelitischen Männer - Krankenkasse im Jahre 1841.

Das verflossene Jahr bietet keine erheblichen Momente für die Berichterstattung dar. Die Gesellschaft ist im re­gelmäßigen Fortgange begriffen, und wenn gleich ihre Mit­gliederzahl keine Veränderung erlitten hat, so ist doch die allmählige Kräftigung ihres Kapitalvermögens eine Erschei­nung, welche beim Ausbleiben ungewöhnlicher. Umstände regelmäßig wiederzukehren pflegt, und auch in dem verflos­senen Jahre nicht vermißt wurde. Diese Erscheinung ist

um so erfreulicher, als sie nicht einer kärchlichen Verwen­dung der für die Krankenpflege bestimmten Mittel, zuzu­schreiben, sondern in der nicht genug zu rühmenden Scho­nung begründet ist, welche die Gesellschaftsmitglieder bei ihren Ansprüchen in Krankheitsfällen zu bewähren unaus­gesetzt bemüht sind. Hervorgerufen durch das dringende Bedürfniß der Unterstützung in einer Zeit, in welcher jede Unterbrechung der Erwerbsthätigkeit die Nahrungsquellen der Gemeindeangehörigen bald versiegen machte, und be­gründet auf eine Gegenseitigkeit, welche den größern oder geringeren Grad des Bedürfnisses ununtersucht läßt, ver­dankt die Gesellschaft ihr Emporkommen dem rege gewor­denen Gemeingeiste, welcher den Eifer ihrer Mitglieder für das Wohl ihrer Glaubensgenossen nicht erkalten ließ, als sich durch eine höhere bürgerliche Stellung auch die Ver­mögensverhältnisse eines großen Theils derselben besser ge­stalteten und nicht mehr wie früher die Störung der Ge­sundheit für viele mit Gefahren für ihre Eristcnz verbun­den war. Dieses Beispiel fand durch alle Klassen Nach­eiferung und ist der Ursprung des eigenthümlichen Charak­ters dieser Anstalt, vermöge welchem der Empfänger ihrer Wohlthaten zugleich als ihr Urheber erscheint. Diese be­sondere Bedeutung der Krankenkasse, welche sich vor vielen andern Anstalten auszeichnet, verdient eine nicht oft genug zu wiederholende Anregung, damit, wie solche von Anfang an sich allmählig in der Gesellschaft entwickelt hat, sie fort­an in derselben sich erhalten und niemals erlöschen möge. Die Gesellschaftsmitglieder bewährten aber ihre Theilnahme an dieser Anstalt nicht nur durch ihre Enthaltung von An­forderungen, wenn sie zu solchen vollkommen berechtigt waren, sondern nicht weniger durch großmüthige Gaben und durch Legate, durch welche sie sich in den Herzen ihrer Mitbürger ein bleibendes Andenken zu stiften suchten. Auch das verflössene Jahr sah dieser Gesellschaft zahlreiche Ge­schenke zuwenden, welche die Geber aber so sehr ehren, als sie die Verwaltung zum innigsten Danke verpflichten. Möge dieses Zusammenwirken aller Kräfte fortwährend bestehen und die Fortdauer, dieser wohlthätigen Anstalt auf ewige Zeiten sichern. v

Frankfurt im Februar 1842.

Die Verwaltungs-Commission der Israel. Männer-Krankenkasse.

Die Einnahme der israelitischen Männer-Krankenkasse vom 1. Jan. bis 31. Dec. 1841 betrugen 12,866 fl. 12 kr. und die Ausgaben 9588 fl. 54 kr. Im Lokal wurden während des Jahres 1841 verpflegt 37 Kranke, im Durch­schnitt 3 Kranke täglich. Davon sind 4 gestorben, 30 wurden geheilt entlassen und 3 blieben in Behandlung. In ihren Wohnungen wurden verpflegt und mit Beiträgen un­terstützt 33 Kranke, im Durchschnitt 10 Kranke täglich. Davon sind 8 gestorben, 18 genesen und 7 blieben in Be­handlung. Im Laufe des Jahres wurden 202 Bäder im Locale genommen. Die Mitgliederzahl am 1. Jan. 1842 blieb 1103.

Redakteur: A. Hammerau. Druck von Heller und Rohm.

Hierbei eine Beilage.