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Statuten gegründet, worin muthmaßlich über Rechte und Verbindlichkeiten der Mitglieder und des Vorstands, über Zweck der Anstalt rc. Bestimmungen enthalten sind, und welche, wie bei allen ähnlichen Gesellschaften dahier, auf dem demokratischen oder republikanischen Prinzip beruhen werden. Deßungeachtet hat sich allmählich ein oligarchisch- aristokratischer Vorstand der unumschränkten Herrschaft bemächtigt und befindet sich schon so lange im unbestrittenen Besitz, daß es fast gefrevelt wäre, die Rechtmäßigkeit zu bezweifeln. Es ist schwer, darüber eine richtige Ansicht zu gewinnen, da man nirgends auf sicherem Boden geht, d. h. die Statuten selbst als Mitglied nicht kennen lernt. Alles, was über das Museum veröffentlicht wird, findet sich im hiesigen Staatskalender, und aus dem für 1842 erfährt man Folgendes: Die Gesellschaft ist in vier Klassen getheilt, jede Klasse hat einen Vorsteher und einen Suppleanten, und alle vier Klassen zusammen haben einen Se- cretair: vacat. Wie diese Machthaber gewählt worden, ob durch Stimmenmehrheit aller Mitglieder der Gesellschaft, oder jeder einzelnen Klasse, oder durch einen bisher noch unbekannten Wahlmodus, ob sie auf Lebenszeit mit diesem Ehrenamt bekleidet sind, ob sie sich durch eigene Wahl ergänzen dürfen oder müssen, oder wie sonst — das Alles wissen die Unsterblichen allein; die Mitglieder des Museums aber, die mindestens eben so sehr dabei interessirt sind, nichts davon. Ebenso führen nur unsichtbare Mächte die Controle bei der Rechnungs-Ablage; nur sie wissen, ob und welche Kapitalien zurückgelegt, zu welchem Zweck die Ueberschüsse verwendet, oder ob vielleicht gar Schulden gemacht werden und die Herren Vorsteher aus eigenem Antrieb und Vermögen das Deficit decken. Auch hiervon erfahren die Mitglieder nichts. Denn während in fast allen andern dahier bestehenden Privatvereinen für Kunst, Wissenschaft oder gesellige Unterhaltung jährlich öffentliche Rechnung abgelegt und das Resultat durch den Druick jedem Mitglied bekannt gemacht wird, so findet bei'm Museum gerade ein entgegengesetztes Verfahren statt. Man erfährt niemals, wie viele und welche Mitglieder die Gesellschaft zählt, woher denn die seltsame Sonderbarkeit, daß die Gesellschaft sich selbst nicht kennt, und Niemand beurtheilen kann, ob die Leute, welche sich bei den Vorstellungen in Massen einfinden, wirklich berechtigte Mitglieder oder nur eingeschmuggelte Gäste sind. So viel wenigstens scheint klar, entweder die Besuchenden sind nicht alle beitragende Mitglieder, oder, wenn sie es sind, sd muß die jährliche Einnahme die Unkosten für angeblich 12 Abendunterhaltungen bei Weitem übersteigen. Allein nicht einmal diese heilige Zahl 12 wird respektirt, denn Thatsache ist's, daß im letztverflossenen Trimester statt 6 nur 5, daß im Winter 18 i0 Ui statt 12 nur 10 Museum - Vorstellungen gehalten worden sind, obgleich vom Jahr 18 39 |4 o mindestens noch eine nachzuholen war, und es ist bereits so weit gekommen, daß man gar nicht für nöthig hält, wegen solcher Versäumnisse und Verkürzungen ' geeignete Entschuldigungen oder — wenn auch falsche — Versprechungen zu machen. So nur läßt sich's erklären, daß, obwohl die angeregten Mißftände von Jedermann als solche erkannt werden müssen, noch keine nachhaltige Beschwerde über die Geschäftsführung und Wirksamkeit des
Museums - Vorstandes öffentlich vorgebracht worden sind. Denn unbezweifelt sind die Mitglieder zu fordern berechtigt:
1) vor allem jährlich specielle Rechnungs-Ablage und Bekanntmachung durch Druck.
2) Jährlich zu erneuerndes Mitglieder-Verzeichniß, welches gleichfalls gedruckt unter die Mitglieder zu ver- rheilen ist.
3) Einhändigung der Statuten an jedes Mitglied.
Dies billige Verlangen soll, wie sich von selbst versteht,
nicht das leiseste Mißtrauen andeuten gegen die ehrenwerthen Männer, welche die Regierung der Gesellschaft mit unermüdlichem Eifer und uneigennütziger Hingebung seither geführt und sich den lebhaftesten Beifall und wärmsten Dank aller erkenntlichen Gemülher verdient und erworben haben; allein man will doch auch wissen, woher, wohin und wofür?
Wollten diese hier in Antrag gestellten Desiderien vom Vorstand berücksichtigt werden, so könnte dies dem Museum nur zum Vortheil gereichen, indem hierdurch gewiß Viele, die bisher wegen der Ungewißheit aller obwaltenden Verhältnisse sich nicht veranlaßt sahen, als Mitglieder einzutreten, an diesem Institut ein größeres Interesse nehmen und durch Beiträge dasselbe unterstützen würden.
A—r.
Geburtsr und Sterblichkeit - Verhältnisse auf den Frankfurter Dorfschafteu
im Jahre 1841.
In Bornheim wurden im Jahr 1841, bei einer Bevölkerung von 2898 Seelen, geboren: 116; es starben 108; demnach waren in genanntem Jahre 13 mehr geboren, als gestorben. Unter den Gebornen befanden sich 7 todt- geborne und 23 unehelich geborne Kinder. Getraut wurden 22, auswärts 3 Paare; von diesen 50 Personen waren 46 lutherisch, 1 reformirt und 3 katholisch.
In Oberrad wurden bei einer Bevölkerung von 2060 Seelen geboren: 60 Kinder, worunter 12 uneheliche. Es starben: 69 Personen, worunter 36 Kinder. Getraut wurden: 12 Paare.
In Niederrad wurden bei einer Bevölkerung von 1604 Seelen geboren: 52 Kinder, worunter 8 uneheliche. Es starben: 48 Personen, worunter 29,Kinder. Getraut wurden: 10 Paare.
In Hausen wurden bei einer Bevölkerung von 542 Seelen geboren: 11 Kinder, worunter kein uneheliches. Es starben: 9 Personen, worunter 5 Kinder. Getraut wurden: 3 Paare.
In Niederursel wurden bei einer Bevölkerung von 442 Seelen geboren: 1l Kinder, darunter kein uneheliches. Es starben: 12 Personen, worunter 10 weibl. Geschlechts. Getraut wurden: 3 Paare.
In Bonames wurden, bei einer Bevölkerung von 578 Seelen, geboren: 16 Kinder, worunter ein uneheliches. Es starben: 28 Personen, worunter 13 Kinder. Getraut wurden) 4 Paare.