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sind. Sogar wenn einer die Schellenkappe aufsetzen sollte, nur um uns zu belustigen, so werde ich ihn zu schätzen wissen, wenn er nur sonst geistreich und nicht gemein ist. Mein das Eigentlichem der Kunst ist und bleibt doch immer die Religion und die Geschichte, welche letztere uns zur Religion werden kann. Wenn Du mich aber fragst, was für Gegenstände ich für, bte Folge malen werde, so sage ich kurz hin: nur solche, denen ein sittliches Motiv zu Grunde liegt, und da­mit Amen.«

1834, den 2 6. Oktober. »Jeder Mensch hat Grundsätze und nur wenn er denselben treu bleibt und sie consequent durchführt, verdient er unsere ganze Achtung. Einer von mir ist nun:

»Wer's nicht flott und nicht nobel treibt,

Lieber weit von der Sache bleib(t).«

Betrachten wir das Leben, wie es im Aeußern erscheint, so bietet es wenig Erfreuliches dar. Jeder ist nur auf seinen Bortheil bedacht, ohne seinen Nachbar zu beachten; Jeder braucht nur seine Kräfte, um sich auf der Oberfläche zu erhalten, und schwimmt und steuert ohne zu wissen wohin, nach einem Hafen der Ruhe. Aber wie we­nige gelangen dahin? Die meisten sinken weit vom Ziele schon er­mattet nieder, oder werden von andern überfahren und fallen, indem sie sich herauszappeln wollen, immer tiefer in den bodenlosen Abgrund des Elends, wo schon Tausende in Vergessenheit begraben liegen. Ja oft möchte ich das Leben, gleich Heine, mit einer Beresina-Brücke ver­gleichen, wo jeder nur in einer wahnsinnigen Haft über den andern hinrennt. Zwar haben wir bürgerliche Gesetze, die uns vor Gewalt­taten schützen. Doch bietet das Leben immer noch eine sehr trau­rige Aussicht dar, wenn man bedenkt, daß der Mensch aus Furcht vor der Strafe dieses thut oder jenes unterläßt. So wäre es, wenn nicht die unendliche Liebe, die uns Christus lehrte, und die ich Gott nennen möchte, uns mit ihrer Hoffnung ermuntertes?): denn wer wird Hoffnung und Glauben an die Menschheit verlieren, wenn er seinem Bruder mit liebender Hand beispringt? Und dieses ist es ja grade, was Christus lehrte, und was er mit seinem Blute besiegelte. Der Glaube der Griechen und Römer gründete sich größtenthcils auf phi­losophische Principien und kalte Moral. Die Hebräer hatten zwar den wahren, erhabenen Glauben an Einen Gott: aber allen fehlt diese Liebe, bte' dem Leben erst den Werth giebt.«

Zur Vervollständigung des hier gegebenen Bildes sey uns noch gestattet,. eine Anzahl von Entwürfen zu Bildern aus der letzten Zeit seines Lebens hier aufzuführen:

1) Das Gleichniß aus dem Ev. Matth., c. 24,14 «g. Ei du frommer und getreuer Knecht! Du bist über we­niges getreu gewesen; ich will dich über viel setzen: gehe ein zu deines Herrn Freude! Und den unnützen' Knecht werfet in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heu­len und Zähneklappern."

2 ) St. Rochus, wie er die letzte Habe den Armen spendet.

3) Die Heil. Elisabeth als Muster der Mildthätigkeit.

4) Zwei Pilger: ein alter und erfahrner Wanderer auf der Lebensreise belehrt seinen jungen Genossen, der mit Hingebung seinen Lehren horcht. (Seinem Lehrer Scha- dow zum Weihnachtsgeschenk bestimmt.)

5) Der junge Tobias, von dem Engel geleitet.

6) Das Gleichniß von dem Herrn im Weinberge, wie er den Lohn vertheilt.

7 ) Eine aus der Kirche kommende Jungfrau?)

8) Von seinem Memento mori sind zu bemerken: a) das Titelblatt. Ein Maler schreibt dem Künstler das warnende Memento mori hin. Im Vorgrunde, sieht man Por-

*) Dies treffliche Bild, welches vor Kurzem bei I. C. Vogel

lithographirt erschien, hat sich allerwärtS bei'm Publikum der

günstigsten Aufnahme zu erfreuen/ D. Red. ,

träts, Genrebilder, die von Staub bedeckt, von Mäusen und Würmern zerstört werden; mitten drin den Tod, wie er die Farbe dazu reibt. Durch eine Oeffnung sieht man auf das Bild in einer gothischen Kirche, fl) Der Gefan­gene durch den Tod von seinen Fesseln befreit, c) Der Tod reicht dem armen Blinden das letzte Almosen. 6) Die Mutter an der Wiege des Kindes eingeschlafen; der Tod wiegt ihr Kind in den Todesschlaf. e) Der Tod ent­führt auf einem Wagen eine große Gesellschaft. Jeder aus der Gesellschaft bezeichnet eine Leidenschaft, die den frühen Tod herbeiführt. f) Das Klosterleben: wie in den Klö­stern die Wissenschaften gepflegt und erhalten wurden, wäh­rend draußen Kriege und Rohheit ihr Aufblühen verhinderten.

Unserm Freunde selbst war ein kurzes Ziel gesteckt. Er hatte durch Entbehrung und Anstrengung seinen Körper erschöpft, aber sein Ringen und Streben blieb ungeschwächt. Da stellte sich Trübsinn, Seelenleiden ein, und Arzt und Freunde riethen zu einer Erholungsreise in die Heimath. Bei der Ankunft in dieser hatte sich der Todeskeim schon entwickelt, und nach einigen Tagen des Kampfes zwischen dem immer noch kräftigen, entwürfevollen Geiste und der Schwäche des Körpers schied er von uns. (Den 5. Juli 1836.)

Nachricht

über ein

geographisches Relief von Deutschland für Schulen.

(Eingesendet von einem hiesigen Schulmanne.)

Unser verehrter Mitbürger, Herr A. Ravenstein, dessen praktischem Sinne unsere freie Stadt schon so manches Gute und Nützliche verdankt (wir erinnern nur an den geographischen Verein, an das Relief des Taunus und an die Turnanstalt), hat im Laufe des Jahres 1841 einen Prospectus, die Herstellung geographischer Reliefs von Deutschland für Schulen betreffend, durch den Druck ver­öffentlicht. In diesem Prospectus wird die Bildung einer Gesellschaft unter Lehrern und Freunden der Erdkunde vorgeschlagen. Diese Gesellschaft soll durch Ausgabe von 400 Actien zu 35 fl. ein Kapital zusammenschießen und mit diesem Fond die Herstellung einiger Exemplare eines 12 Fuß 10 Zoll langen und 10 Fuß 7 Zoll breiten Reliefs von Deutschland (Maßstab 1/ 300,000 für die Länge, 1: 50,000 für die Höhe) veranlassen. Diese Reliefs sollen sodann einen beständigen Turnus durch Deutschland machen und gegen eine mäßige Vergütung in sämmtlichen Schulen, von Zeit zu Zeit wiederkehrend, ausgestellt und erklärt werden. Zugleich sollen den betreffenden Schulanstalten auf Verlangen Abgüsse der für sie zunächst interessanten Landestheile zu einem billigen Preise überlassen werden. Zur Empfangnahme der Beitrittserklärungen haben sich die Herren Oberlehrer Schaffer, Direktor Kosel und die Wilmans'sche Buchhandlung dahier bereit erklärt.

Ob dieses in gedrängter Kürze angedetltete Projekt in Frankfurt die verdiente Theilnahme finden wird, oder ob