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Frankfurter

ige Chronik

Zweiter Jahrgang. Monat Februar 18L2. M 2.

V Der jährliche Abonnements-Preis dieser Lokalzeitschrist, einschließlich des Trägerlohns von 12 kr. pr. Jahr, ist 1 fl. 12 kr. Alle thätige, kenntnisreiche Förderer unser vaterstädtischen Jntereffen und Anstalten, besonders die Herren Vorsteher und Secretaire der letzteren, werden steundlichst ersucht, an dieser »gemeinnützigen Chronik« durch Einsendung geeigneter Beiträge gütigst Mitwirken zu wollen.

Ueber die neuesten Forschungen und Entdeckungen

im Gebiete der Geographie.

Eine Skizze.

Vorgetragen im geographischen Verein den 14. Januar 1842 von dem derzeitigen Direktor dieses Vereins, meä. I)r. Bogner.

(Schluß.)

In den westlichen und östlichen Theilen von Nvrb- «rmerrkcr wurEv^n den Engländern und Russen vieles zur Bestimmung des Verhältnisses zwischen Land und Meer gethan. Die näheren Berichtigungen Hat Berghaus in seinem geographischen Almanach für 184t auf einer be­sonderen Karte angegeben.

Von einigen Ländern in Guropa wurden genauere Karten verfertigt; besonders fanden die von unserem ver­ehrten Mitgliede Ravenstein zuerst gelieferten Relief- Karten, die von Kummer in Berlin und Bauerkeller in Paris vervollkommnet wurden, so wie das von Raven­stein über die Rheinufer gelieferte Relief allgemeine Aner­kennung.

Auf alte Karten wurde die Aufmerksamkeit durch den merkwürdigen Prozeß des Grafen S t i r l i n g wegen Ca- nada, der durch eine solche alle Karte entschieden worden, gelenkt. Greenough, Graberg und Jomard machen m den angeführten Schriften auf die Wichtigkeit des Be­sitzes alter Karten besonders aufmerksam. Ich entnehme hierüber aus Jomard's Werk folgende Bemerkungen.

Das vergleichende Studium und die genaue Untersuchung der Karten haben schon mehr als einmal Fragen über Po­litik, über Diplomatik, über Geschichte bestimmt, so wieRechts- fälle entschieden. Ohne hier verschiedene Beispiele sammeln zu wollen, begnügen wir uns, ein ganz neues zu beleuchten, was durch seine Wichtigkeit den ersten Platz verdient. Es ist über­flüssig, den Nutzen der Karten angeben zu wollen; aber nützlich dürfte es seyn, ihre verschiedenen Anwendungen zu bemerken, aus welcher die Nothwendigkeit hervorgeht, große

Kartensammlungen immer mehr zu befördern; sie stellen eine Art Bibliothek dar, die sonst ggnz unbekannt war, deren Bedürfniß sich immer fühlbarer macht. Es genügt nicht, blos die allerneuesten zu besitzen, d.iese sind nicht im­mer die genauesten oder besten; mit gleichem Rechte müß­ten wir auch die ersten Werke der Buchdruckerkunst aus den Bibliotheken verbannen. Die Vergleichung einzelner Werke führt zu ihrer Geschichte; oft findet man in den ältesten Karten die Lösung im Wege stehender Schwierigkeiten.

Im April und Mai 1839 waren die Assisen von Edin- burg mit der Entscheidung eines Rechtsfalles beschäftigt, der auch außerhalb England Aufmerksamkeit erregt hat. Ein Graf Stirling sich nennendes Individuum verlangte, in einen ungeheueren Länderbesitz in Eanada wieder einge­setzt zu werden; große Kosten wurden aufgewendet, 60 Zeugen, 7 aus Frankreich, vorgeladen, 99 Aktenstücke vor- gelcgt, und obgleich die beiderseitigen Anwälte und der Ge­richtspräsident in Beredsamkeit sich überboten, konnten die übrigen Beweismittel auf die Zuhörer, die Gescbwornen und die Richter den Eindruck nickt machen, wie die Ver­gleichung der Guillaume de Lisle'schen Karten von Eanada, aus welchen hervorging, daß die von Alexander Humphreys vorgebrachte, ihn zum Titel eines Grafen von Stirling be­rechtigende Urkunden falsch waren. Die Verhandlungen füllen zwei Bände in 8.

Der Rechtsfall war folgender. Unter der Regierung Jacob I. erhielt Sir William Alexander, damals Staatssecretair, durch eine königliche Schenkungsurkunde von 1621 das Gebiet von Neuschottland mit dem Rechte, darüber zu verfügen und dem Titel eines Baronets. 1628 fügte Earl !. noch Eanada bei; endlich 1635 erhielt Sir William einen Theil von Neuengland und das ganze Gebiet von Long-Island. 1630 wurde er zur Pairie mit dem Titel Vicomte und bei der Krönung 1633 zum Gra­fen von Stirling, Vicomte von Eanada, erhoben. Sir William starb 1640 zu London und der fünfte Abkömm­ling starb 1739 ohne Erben. Ein gewisser William Alexander, gewesener Generalaufseher in Neujersei, nach­mals General in der amerikanischen Armee, erhielt durch