neue Idee aufzuklären, in diesem oder jenem Fach, das auf sein Studium Bezug hatte, etwas zu lernen. Aber auch in dem Streben nach dem Höchsten blieb er bescheiden und demüthig, hart gegen sich, mild gegen Andere, wenn nicht Ungerechtigkeit oder unlauteres Wesen zu bekämpfen war. Er war und blieb sittlich gut, kindlich fromm, wie die anzuführenden Stellen aus seinen Briefen auch denen, die ihn in der Fremde nicht beobachten konnten, beweisen.

Er wollte sich zum Geschichtsmaler ausbilden, und ging, nachdem er in seiner Vaterstadt, von wohlmeinenden Lehrern*) unterstützt, den Grund gelegt hatte, im Sommer 1832 nach Düsseldorf in die Schule des vielseitigen, viel­erfahrnen, anregenden Schadow. Er arbeitete hier zuerst bei Hildebrandt, später unter Schadow's direkter Lei­tung. Hier war er nun umgeben von einer Menge Gleich­strebender, die, den biedern Charakter in unserm P. Vogel erkennend, treu zu ihm hielten. Hier legte er sich alle möglichen körperlichen Entbehrungen auf, um desto unge­störter an seiner geistigen Entwickelung zu arbeiten. Nach den Stunden des Unterrichts folgten die des freundschaft­lichen Verkehrs, in denen Schriften gelesen und über die­selben, oder auch sonst über künstlerische Gegenstände, ge­sprochen wurde; und an diese Stunden eines gewiß bil­denden Zusammenseyns reihten sich die einsamen des eignen Schaffens und des Ordnens der gewonnenen Ideen und Ansichten.

(Schluß folgt.)

Die hiesige Armeuklimk.

(Zweiter Artikel.)

In dem von dieser Anstalt herausgegebenen siebenten Jahresbericht (siehe den in No. 8 d. Chronik v. vorig. Jahre mitgetheilten Auszug) ward, wie gewöhnlich, über die Zahl der in ihrem Hospitale oder ambulatorisch behandelten Kranken, über die Krankheiten, an welchen diese litten und über Einnahme und Ausgabe Rechenschaft abgelegt. Was jedoch wohl noch mehr Interesse gewähren dürfte, eine Zusammenstellung der Leistungen dieser Anstalt seit ihrem Bestehen, wie sie aus den vor uns liegenden sieben Berichten erhellt, wollen wir hier versuchen.

Die Anstalt ward im März 1834 gestiftet, um den Bewohnern der benachbarten und besonders der Frankfur­ter Ortschaften freie ärztliche und, wo irgend nöthig, auch unentgeldliche arzneiliche Hülfe zu ver­schaffen, deren sie bis dahin großentheils gänzlich ent­behrt hatten. Der ambulatorischen Klinik folgte iimDecem- ber die Errichtung des Hospitales (Meisengasse E. 148), welches jetzt 13 Betten zählt, die beständig be­setzt sind.

*) Den ersten Unterricht im Zeichnen hatte er bei Herrn fler. Dann hat er im Städel'schen Kunstinstitut unter Leitung des Hrn. Jnspector Wendelftädt und später bei Director Bert das Zeichnen nach dem Modell und Oelmalen, bei Prof. Hes- semer Perspective, bei Ed. v. Launitz Anatomie, bei Prof. Zw erg er Modelliren mit großem Eifer betrieben.

Die Aufnahme der Kranken, welche ambulatorisch be­handelt wurden, war folgende:

1834 1835 1836 1837 1838 1839 1840

Juli . .

.

31

18

57

32

32

76

175

August

.

.

- + .

26

25

51

40

52

67

116

September

.

. 4

30

9

37

45

48

72

107

Oktober .

*

+ *

11

8

39

21

31

32

69

November

+

22

13

20

17

23

32

56

December

.

.

.

. *

27

6

20

9

16

44

56

1834 1835 1836 1837 1838 1839 1840 1841

Januar .

*

.

12

11

19

20

23

53

46

Februar .

+

12

19

15

14

25

32

40

März . .

*

35

6

16

30

36

20

37

113

April . .

.

60

18

35

23

27

44

107

111

Mar . .

.

35

23

43

38

41

66

104

163

Juni . .

.

.

.

28

17

53

31

30

56

89

146

158

235

256

380

332

436

745

1198

im Monat durchschnittlich 19 1 /* 21 J / 2 31 % 27-/ 3 36 l / s 62 99 %

In der poliklinischen Abtheilung wurden in den Jah­ren 1834 1838 800 Kranke behandelt. Da der beab­sichtigte Zweck in dieser Abtheilung weniger erreicht ward, hörte sie mit dem Jahre 1838 auf.

In dem Hospitale wurden 18 3i | 35 32, 1S 35 | 3 6 43, 18 36 | 37 51, lS^/ss 55, 18 38 [ 39 53, 18 39 | 4 o 79 und 18 40 | 4l 84, im Ganzen 386 Kranke mit 18594 Verpflegungstagen behandelt.

Von den somit bis zum 1. Juli d. I. behandelten 4926 Kranken gehörten

251 nach Frankfurt und Sachsenhausen,

1252 , Frankfurter Ortschaften,

1609 Hessen-Darmstadt,

708 Kurhessen,

79 Hessen-Homburg,

926 Nassau,

101 andern Ländern.

4926.

Sämmtliche Kosten für diese 4926 Kranke betrugen nicht mehr als fl. 11,884. 2 kr., eine verhältmßmäßig ge­wiß sehr kleine Summe, welche Zeuge möglichster Spar­samkeit ist.

Die in stetem Zunehmen begriffene Zahl der Hülfe- suchcnden und ihr großes Elend und gänzliche Hülfsbedürf- tiakeit beweisen zur Genüge die Nützlichkeit dieser jungen Anstalt. Möchten ihr auch, die pekuniären Hilfsmittel in hinreichendem Maße zu Theil werden i

Geburts- und Sterblichkeit - Verhält­nisse im Jahr 1841♦

In genanntem Jahre belief sich die Zahl der in Frank­furt und Sachsenhausen Gebornen auf 1266 und die der Verstorbenen auf 1218, wogegen auf das Jahr zuvor nur 1227 Geburten und 1062 Todesfälle kommen. Ge­traut wurden im Jahre 1841 nur 276 Paare, während es im Jahre 1840 325 waren. Unter den ,1841 Gebornen sind 641 Kinder männlichen und 625 weiblichen Geschlechts, von denen 223 uneheliche sind. (Im vorhergehenden Jahre