Wartungen nicht erfüllt worden sind. Der Ueberschuß der Ausstellungseinnahme von 1340 fl. 36 kr. beläuft sich nach Abzug sämmtlicher Unkosten auf 126 fl. 45 kr., welche der Verloosungskasse sind zugetheilt worden.

Indem die Direction durch das Mitgetheilte glaubt be­rührt zu haben, was in dem allgemeinen Interesse des Kunstvereins liegt, und dargelegt zu haben, wie sie fortge­fahren, der Anstalt ihre stete Sorgfalt zuzuwenden, ver­spricht sie sich einer stets regen Theilnahme ihrer Mitglie­der und der belebenden Mitwirkung von Außen, welche nur allein eine weitere Blüthe der Anstalt zu sichern im Stande sind.

Die Wahl der drei Direktionsmitglieder fiel durch Stim­menmehrheit auf die Herren Senator vr-.Souchay, Herrn vr. Friedr. Scharff und HerrnIoh.Gg. Seufferheldt.

Charakteristik des Malers Ioh. Peter Vogel aus Frankfurt a. M.*)

Peter Vogel, geb. den 10. Mai 1802, wurde in Frankfurt a. M., wo sein Vater und seine Mutter als Bürger einige Jahre später zu einem neuen Wirkungskreise sich niederließen, erzogen. Schon als Knabe verlor er die liebende Mutter, und der für das Beste seiner Kinder eifrig besorgte, aber vielbeschäftigte Vater befestigte sich mehr und mehr in der Idee, seinen ältesten Sohn einmal zum Ge­hülfen und zum Nachfolger in der von ihm bekleideten Stelle zu erhalten und ihm ein bürgerliches Glück zu be­eilen. Der Knabe erhielt bei dem damals noch niedrigen Stand. der Frankfurter Volksschulen eine sehr dürftige Schulbildung, der durch Privatunterricht für den Zweck des Kaufmannsstandes nachgeholfen wurde. Er bestand eine sechsjährige Lehrzeit, nach welcher er als Commis in ein Handlungshaus in Cöln überging. War nun in dem bis­herigen, seinem Charakter ganz fremdartigen Treiben des Handels- und Geschäftslebens, das noch dazu mehr als billig die schönste Zeit der Jugend mit rein mechanischen Arbeiten in Anspruch nahm, dem Hervortreten eines eigen- thümlichen geistigen Lebens und Strebens wenig Gelegen­heit gegeben, so wurden auch die einzelnen Spuren dessel­ben bei den Ansichten des von Arbeiten oft bedrängten Vaters gar nicht bemerkt. Daß der Sohn, der bis Abends 9 Uhr in seinem Kaufmannsgeschäft hatte arbeiten müssen, im Winter Morgens um 4 Uhr, gar manchmal noch früher, ausstand, um bei noihdürftiger Nachhülfe durch einen Ju­gendfreund die Anfangsgründe der Mathematik oder der

*) Kurze Charakteristiken und Nekrologe ausgezeichneter Frankfurter in diesem Blatte mitgetheilt zu sehen, war gleich bei Gründung dieser Lokalzeitschrift ein ausgesprochener Wunsch der Redaktion derselben. Daher werden ihr Mittheilungen dieser Art stets willkommen seyn. Sie dürften, uns mit der Zeit ein treues Gemälde von unseren einheimischen Zeitgenossen vorführen, ohne welches die Mit- und Nachwelt über die Verdienste und Vor­züge gar manches auszeichneten, oft nur in bescheidener Stille wohlthätig wirksamen Mannes unserer Vaterstadt völlig in Dunkel bleiben würden. D. R,

französischen Grammatik zu studiren, oder sonst ein lehr­reiches Buch zu lesen; daß er im Sommer den Sonntag Morgen vor der Comptoirzeit dm Wald durchstreifte; daß er ohne Anleitung manche kleine Handarbeit geschickt posselte oder Allerlei zeichnete: das Alles blieb unbeachtet oder wurde als ein nichts bedeutendes, unruhiges Treiben eines Jugendgeistes betrachtet, der dadurch von gar manchen Klippen auf der Bahn dieser Jugendzeit fern gehalten werde. In Cöln aber, wo er mehrere Jahre in jenem Handlungshause zubrachte, ging ihm unter den ehrwürdigen Denkmalen alter Kunst mehr und mehr der Sinn auf für künstlerisches Leben und Treiben, und, nicht zufrieden mit dem bloßen Anschauen und Aufnehmen, sing er an, da er die Bekanntschaft eines Lithographen gemacht hatte, die wenigen Freistunden, vorzüglich des Sonntags, lithographi­schen Arbeiten zu widmen, von denen er bald einige kleine Proben nach Hause schickte. Man freute sich über die solide Anwendung der wenigen Freistunden des jungen Mannes, und der Vater, dem bei vorgerückten Jahren und zunehmender Arbeit Unterstützung nöthig und von seinen Vorgesetzten gestattet wurde, glaubte natürlich keinen bessern Gehülfen als seinen Sohn erwählen zu können, und rief diesen zu sich. Der Sohn, gehorsam dem Willen des Va­ters und über sich selbst noch nicht klar, folgte dem Ruf desselben. Allein da ihm dieser vor dem Eintritt in die Einförmigkeit und Beschränktheit des bürgerlichen Berufs noch, seinem Wunsche gemäß, zuvor eine Reise durch die Niederlande nach Paris gestattet hatte, trat er, die Brust noch gewaltiger erfüllt von neuen Idealen und, im Gefühl der Kraft, ein neues, seinem innersten Wesen mehr ange­messenes Leben zu beginnen, nur aus kindlichem Pflichtge­fühl in die engen Schranken eines ihm nicht zusagenden Berufs. Er that, was der Vater wünschte, der bei zu­nehmender Schwäche sich um so fester an die lange gehegte Idee, seinem Sohn eine sichere Existenz, seinem Amte und sich einen treuen Arbeiter und Gehülfen gesichert zu haben, anklammerte. Peter that, was sein neuer Beruf von ihm forderte; aber nun wurden die freien Stunden einem ernst­lichen Studium im Zeichnen :c. gewidmet. Nach zwei Jahren starb der Vater und nun sollte Peter das Amt desselben, das ihm sogar angeboten wurde, übernehmen. Er bestand einen um so schwercrn Kampf, da die meisten der ihn umgebenden älteren Personen für die Annahme eines ehrenvollen, segensreichen und eine gute Versorgung gewährenden Amtes entschieden. Aber gewissenhaft gegen sich und das Amt, dem er mit Freudigkeit nicht obliegen zu können fühlte, entschied Peter für die künstlerische Lauf­bahn, und begann nun, 27 Jahre alt, mit jugendlicher Kraft und Freudigkeit endlich, seinem innern Beruf zu folgen. Um unabhängig zu seyn, schränkte er sich, da sein Einkommen jetzt geringer war, selbst zum Nachthell seiner Gesundheit ein. Die gesunde, frische Körperkraft und der feste männliche Wille ließen ihn mit Freudigkeit die Unbe­quemlichkeiten des neuen Lebens bei der angestrengtesten Thätigkeit ertragen. Er hatte keine Zeit, an seinen Körper zu denken. Jede Stunde mußte gut angewendet werden, und wenn er einen Freund besuchte, so hatte seine Unter­haltung immer zum Zweck, sich über die eine oder andere