5

Das Ergebniß seiner vieljährigen Reisen hat Frey reiß in seinem Werke:Beiträge zur näheren Kenntniß des Kaiserthums Brasilien, nebst einer Schilderung der neuen Colonie Leopoldina und der wichtigsten Erwerbzweige für europäische Ansiedler, sowie auch eine Darstellung der Ur­sachen, wodurch mehrere Ansiedelungen mißglückten. Ir Bd. Frankfurt a.M., bei Sauerländer, 1824," niedergelegt, dessen Fortsetzung durch seinen Tod unterbrochen wurde.

Im Jahr 1822 lieferte die junge Colonie schon 30,000 Pfund Caffee.

(Schluß folgt.)

Bericht der Direktion des Frankfurter Kunfivereins

in der Generalversammlung vom 19. Dez. 1841.

Diese öffentliche Sitzung wurde vom präsidirenden Se- cretair des Vereins durch den Vortrag des nachfolgenden Jahresberichts eröffnet:

Hochgeehrteste Vereinsmitglied er!

Wir finden uns hier nach Jahresfrist abermals versam­melt, um über das Wirken des Vereins zu berichten, Rech­nung abzulegen, die erkauften Kunstwerke zu verloosen und zur Ergänzung der statutenmäßig austretenden Herren Se­nator 46. Souchay, F. C. Vogel und Dr. Scharff- Lutteroth die Zählung der Stimmen für die zu erwäh­lenden drei neuen Directoren vorzunehmen.

Die im Zunehmen begriffene Zahl unserer Actionäre beläuft sich in diesem Jahre auf:

709 hiesige Mitglieder mit 801 Actien, und 259 ft emde 293

zusammen 968 Mitglieder mit . . . 1094 Actien.

Diesen sind noch hinzuzufügen 26 hiesige Mitglieder mit 36 Actien für öffentliche Werke.

Aus vorliegender Abrechnung ergiebt sich für den Zweck

der Verloosung eine Einnahme von 5498 st. 26 kr. Die

Auslagen betragen. 5450 56 Bleibt

ein Cassarest von. 47 fl. 30 kr. Der

Cassabestand für öffentliche Werke beläuft sich heute auf 2032 fl. 37 kr., von denen aber 1000 fl., in zwei jährli­chen Raten zahlbar, in Abrechnung zu bringen sind, als Rest der Unterzeichneten 1500 fl. für den monumentalen Brunnen, als ein Andenken an die Erfindung der Buch­druckerkunst, zu welchem an dem verflossenen Jubiläum Herr von Launitz die Anregung gegeben t>at, und mit dessen Ausführung er seitdem beauftragt worden ist.

Die zur Verloosung kommenden Gegenstände bestehen in 12 Oelgemalden, einem Glasgemälde und 59 Kupfer­stichen und Lithographien, als Nebengewinne, welche wir von anderen Kunstvereinen eingetauscht haben. In dem ausgezeichneten Vereinsblatt für 1839, von Sch äffe r nach Veit's großem Freskogemälde gestochen, dessen Aus- theilung aber erst dieses Jahr erfolgen konnte, werden die Freunde einen strengen Kunst-Ersatz für die lange Säumniß

gefunden haben. Derselbe Fall wird, wie wir erwarten dürfen, bei der Austheilung der beiden Seitenbilder der Germania" undJtalia" eintreten, welche für die Jahre 1840 und 1841 in den ersten Monaten des nächsten Jahres hoffentlich erfolgen wird. Das Vereinsblatt für 1842 werden wir im Stande seyn, zur rechten Zeit auszugeben, indem wir Gelegenheit gefunden, die Platte des gelungenen Stiches von Schäffer nach Veit's schöner Zeichnung des ungläubigen Thomas zu erwerben.

Ueber des Kunstvereins schönste Wirksamkeit, nämlich die für öffentliche Werke, finden wir schon oben Anlaß, die angenehme Mittheilung zu machen, daß das von Launitz'sche Monument sich eines gedeihlichen Fortganges zu erfreuen hat. Dasselbe ist von dem Göthe-Monu- ment zu sagen, welches, seitdem dessen Ausführung den Händen Schwanthaler's in München ist übergeben worden, schon so weit gefördert ist, daß das Modell der colossalen Statue bereits dasteht. Auch die Basreliefs für dasselbe dürsten in Bälde gefertigt werden, worauf dann die Vorarbeiten für den Bronzeguß durch Professor Stigl- maier beginnen können. Die Vollendung des Werkes ist für den Herbst 1843 zugesichert, so daß höchst wahr­scheinlich noch in demselben Jahre die Aufstellung des Göthe - Monumentes Statt haben wird. Verschiedene Zusendungen von Kaiserbildern für den Kaisersaal sind an­gezeigt; aber nur drei derselben haben seit verflossenem Jahre zu den 22 damals schon vorhandenen ihre Stelle bereits eingenommen- ES sind folgende:

Otto in., von Settegast, gestiftet von Frau und Senator 46-. Souchay.

Heinrich IV., von Kiederich, gestiftet vom Kunst­verein für die Rheinlande und Westphalen in Düsseldorf.

Albrecht I., von Steinle, gestiftet vonSr.Durchl. dem Fürsten Metternich, k. k. Haus-, Hof-und Staats­kanzler.

Der Plan zur Herstellung des Saales auf eine, mit den darin aufbewahrten Kunstwerken übereinstimmende Weise ist bei den Behörden vorgelegt worden.

Um einem schönen Talente unsere Anerkennung zu be­zeugen, so wie, um nach dem Beispiele anderer, namentlich norddeutscher Kunstvereine, ein bedeutendes historisches Ge­mälde zu erhalten, haben wir durch Alfred Rethel aus Aachen, der schon längere Zeit bei uns weilt, einen vater­ländischen Gegenstand malen lassen. Es ist dieses die Aussöhnung Otto I. mit seinem Bruder Heinrich, welche hier im Jahr 942, als der Kaiser auf Christag Morgen aus seinem Palaste zur Kirche ging, statt gefunden. Das Bild ist aus der Kasse für öffentliche Werke bezahlt wor­den, indem es zur Ausschmückung irgend eines hiesigen öffentlichen Gebäudes bestimmt ist.

Die dieses Jahr in dem schönen Lokal des Mülhens'schen Hauses stattgehabte Kunstausstellung gab Beweise mancher erfreulichen Hervorbringungen unserer Zeit, wobei wir nur an die Werke von Veit, Stein le, Lessing und Becker aus Worms erinnern wollen. Auch fanden sie allgemeine Anerkennung, wodurch der Vorstand sich entschädigt findet für das beschwerliche solcher Veranstaltungen, und ver­schmerzt es selbst, wenn in pecuniärer Hinsicht seine Er-