3

auf 400 englische Meilen, bei unbedeutender Breite, ange­geben wird. Die aus Schlamin und Sand bestehenden Ufer machen die Annäherung unmöglich.

Neuseeland und die dortige Inselgruppe, Chatham Islands genannt, nehmen um so mehr unsere Aufmerk­samkeit in Anspruch, als im Dezember 1841 Herr Kauf­mann Sieveking in Hamburg letztgenannte Inseln für eine Hamburgische Auswanderungs - oder Niederlassungs- Gesellschaft von der Neuseeländischen Compagnie in London für 10,000 L. St. erkaufte. Der französische Seekapitain Cecille, der die beste Karte erwähnter Inseln geliefert, giebt in dem No. 2 angeführten Lullet, geogr. für 1841, Vol. XV, pag. 383, keine günstige Beschreibung derselben. Er bemerkt, daß, weit entfernt, hier Ueberfluß an Ergie­bigkeit zu herrschen, diese Inseln ihre eigenen Einwohner wenn ihre Zahl sich vermehren sollte nicht ernähren könnten. Die häufigen, hier lang dauernden, in Strömen niederfüllenden Regen lassen keine Vegetation, kein Futter für das nöthige Vieh, keine Bodenkultur aufkommen; die zahlreichen, das Land nach allen Richtungen durchziehenden Gebirge sind unfruchtbar. Die früher sich dort befindlichen Colonisten haben ihre Niederlassung wieder verlassen.

Afrika. Das Innere von Afrika, dessen Erforschung schon so viele muthvolle Reisende zum Opfer fielen, gehört noch immer unter die unbekannten Theile der Erde. . In diesem Augenblick findet wieder eine neue Niger-Erpedition von Seiten der brittischen Regierung statt, um wo möglich die Aufgabe zu lösen. Drei zu diesem Zwecke eigens er­baute eiserne Dampfschiffe mit 300 Menschen an Bord, worunter viele wissenschaftlich gebildete Männer, gingen im verwichenen Frühjahr von London nach der Westküste von Afrika ab, und langten bereits Anfangs August 1841 bei der ehemalig spanischen, jetzt englischen Insel Fernando Po in der Bucht von Benin an. Die von Spanien an England abgetretene Insel Fernando Po wird künftig die Hauptstation und der Central-Punkt der Engländer an der Westküste Afrika's werden, da sie nicht blos sehr günstig gelegen, gebirgig, reich an Holz, wohl bewässert und in ihren höheren Theilen sehr gesund ist, was in dieser heißen Zone für die vielen Fieberkranken von großer Wichtigkeit ist. Die englische Negierung beabsichtigt mit den ver­schiedenen Häuptlingen einen friedlichen Handelsverkehr an­zuknüpfen, und ihnen die Vortheile desselben statt des bis­herigen schändlichen Sclavenhandels einleuchtend zu machen. Seitdem sind zwar einige entmuthigende Nachrichten ein­gelaufen von vielen Krankheits - und Todesfällen, die die Mannschaft betroffen; doch ist dies fast immer in den sumpfigen Niederungen der Küste der Fall, und wir dürfen darum noch nicht alle Hoffnung an den glücklichen Erfolg dieser Unternehmung aufgeben. Ein treffliches Werk: The Slave Trade and its remedy, hy Thomas Fovvell Bux- ton, London 1840,^ das unsere Bibliothek dem verehrten correspondirenden Mitgliede Capitain Washington ver­dankt, der es bei seinem Hierseyn dem Verein als Geschenk übergeben, enthält hierüber, wie überhaupt über Afrika's Geographie und Handel, sehr schätzbare und genaue Mit­theilungen. Eine deutsche Uebersetzung dieses Werkes ist

so eben bei Brockhavs in Leipzig erschienen. Wie groß und edel erscheint uns nicht eine Nation, die bei einer be­reits bestehenden ungeheuren Schuldenlast von nahe an 10,000 Millionen Gulden (800 Millionen L. St.) und fast erliegend unter dem Drucke ihrer Abgaben, sich noch eine neue Last von 240 Millionen Gulden aufbürdet, blos um entfernten, in der Knechtschaft lebenden schwarzen Men­schen ein freies, frohes Daseyn zu verschaffen, wie es Eng­land für die Sclaven seiner westindischen Eolonien gethan, zu deren Freilassung und Loskaufung das brittische Parla­ment 20 Millionen L. St. bewilligt. Außerdem hat Eng­land seit 1807 über 940,000 L. St. an Prämien für Wegnahme der Sclavenschiffe und 330,000 L. St. für die Niedersetzung gemischter Gerichtshöfe zur Untersuchung und Verurtheilung der aufgebrachten Sclavenschiffe bezahlt, ohne die Kosten der Kriegsschiffe und Kreuzer, welche die brit­tische Regierung zwischen den afrikanischen und amerikani­schen Küsten beständig unterhält.

Abyssinien wurde von englischen, französischen und dem deutschen Reisenden vr. Rüppell besucht, denen wir die neuesten Nachrichten über dieses interessante Land verdanken. Nachdem der Präsident. der königl. geogr. Gesellschaft in London, Gre enough, in der Jahresversammlung in seiner No. 1 angegebenen Rede die Verdienste, die sich Lefevre, Petit, Dullon, Dufey und Aubert bis Mai 1840 in ihren Reisen erworben haben, angeführt, sagt er p»g.20 Über Br. RÜpPells Reise:Die Anuales des Voyages und das Athenäum haben umfassende Auszüge aus Dr. Rüppells Reisen gegeben, dessen Name ihnen so bekannt ist, und welchem sie auf eineso gerechte Weise die goldene Medaille der Gesellschaft bestimmt haben (es war der erste Ausländer, dem diese Auszeichnung wiedersuhr). Den Mitgliedern dieser Gesell­schaft wollte ich ernstlich rathen, Br. Rüppells Werk in der Ursprache zu studiren."

Nächst Afrika bleibt der mittlere und nördliche Theil von Asien, nämlich das große, volkreiche, hochkultivirte China, derjenige Punkt, auf den jetzt die gespannteste Aufmerksamkeit aller Freunde der Erd - und Völkerkunde gerichtet ist, und von woher wir in Kurzem sehr wichtigen Aufschlüssen entgegensetzen dürfen. Dieses, den Europäern seit der Zeit der Jesuiten unzugängliche Land wird, so hoffen wir, bald dem freien Handel aller Nationen geöffnet werden unv einen Verkehr Hervorrufen, von dem man bis jetzt keine Ahnung hat. ES ist nämlich die Ansicht Eng­lands, nicht blos für sich, sondern für alle Nationen einen freien Handel zu erzielen.

Ueber Ostindien haben uns die Engländer, bei ihren neuesten Eroberungen in Affghanistan, durch Sir Keith Jackson und Lieutenant Irwin manches Neue geliefert, namentlich in Bezug auf Klima, Boden und Produkte.

Auch das Alpenland des Himmalaya hat uns der eng­lische Capitain Gerrard im Verein mit seinem Bruder näher enthüllt.

Das Thal von Kashmir. Unter den neuesten Rei­senden hat Baron Carl von Hügel aus Würtewöerg, ein wissenschaftlicher systematischer Reisender, unsere Kecintniß über dieses viel gepriesene Thal in einem Prachtwerke bereichert.