112

Die musterhafte Fassung sämmtlicher Mineralquellen im Herzogthum Nassau giebt die Gewißheit, daß auch bei dieser Quelle alle Schwierigkeiten überwunden werden.

Se. Hochwürden Herr Pfarrer Klein von Asmanns- hausen, der sich Allem, was seiner Gemeinde ftommt, warm annimmt, hat die Güte gehabt, mir auf meine Bitte die angeführten Notizen, so wie Wasser aus der Quelle A zu schicken, dem ich für seine Gefälligkeit hier den wärmsten Dank auszusprechen die Ehre habe.

Das eben gefaßte Wasser kann bis jetzt nur eine vor­läufige Analyse geben, da gewiß, bei gänzlichem Abschluß des wilden Wassers, nächsten Sommer die Untersuchung andere Resultate liefern wird.

Herr Heiligenhöfel, Provisor in der hiesigen Hirsch­apotheke, chat die dankenswerthe Gefälligkeit gehabt, eine qualitative Untersuchung des überschickten Wassers aus der Quelle A zu machen, und aus einem Pfunde von 32 Loth, an festem, ausgegliihtem Rückstand, 5 Gran erhalten.

In dem Wasser befindet sich Kochsalz, Glaubersalz, doppelt kohlensaures Natron, salzsaure Bittererde, salzsaurer und kohlensaurer Kalk. Freie Kohlensäure war, wie in allen heißen Quellen, nur in sehr geringer Menge vorhanden.

Herr Amtsapotheker Jung in Hochheim hat sämmt- liche Mineralquellen untersucht und ferne Resultate Ln einer Tabelle berechnet. Nach ihm sind in den Quellen an festen Bestandtheilen aufgelöst enthalten: Kochsalz, doppelt koh­lensaures Natron, salzsaure Bittererde, Glaubersalz, Kiesel­erde, Thonerde, kohlensaurer Kalk, kohlensaure Bittererde, kohlensaures Eisenorydul mit Spuren von Mangan.

Nach den Bestandtheilen dürfte die Wirkung der ange­führten Quellen dieselbe seyn, wie bei den an festen Be­standtheilen armen Mineralquellen, die durch ihre heilkräf­tige Wirkung ihren Ruf schon viele Jahrhunderte behaup­ten, als Pfäffers in der Schweiz, das 31 bis 32 0 R. warm, in 32 Loth 2 1 / 2 Gran, Gastein bei 3038° R. 3 Gran, Wildbad, das 3^2 Gran bei 2329° R., Liebenzell, das 4 Gran bei 190 R., und Schlangen­bad, das im Pfunde 6 Gran feste Bestandtheile enthält und 24'R. warm ist.

Besonders empfehlend ist bei der Quelle A ihre Badewärme.

Die Gesellschaft für Frankfurts Geschichte und Kunst.

( E i n g e s e n d e t.)

Vor Kurzem feierte die Senckenbergische naturforschende Gesell­schaft ihr 25jähriges Jubiläum, und wenn es anerkannt werden muß, daß diese Gesellschaft in den wenigen Jahren ihres Bestehens Außerordentliches zu Stande gebracht hat, so ist es nicht minder erfreuend, zu sehen, jvie die letztere Zeit so reich war, in unserer Stadt so viele Vereine für wohlthätige Zwecke und für die Wissen­schaft und Künste zu gründen. Es sreuete mich, alle diese jungen Anstalten im Geiste an mir vorüberzuführen, und mit einem won­nigen Gefühl erkannte ich, daß sich in allen das rege Leben und Wir­ken entfaltete, welches mit deren Gründung beabsichtigt worden war.

Desto mehr schmerzte es mich, eine Gesellschaft wenigstens nach meiner Wahrnehmung in Unthätigkeit gerathen zu sehen, für welche ich ein lebhaftes Interesse fühle. Ich meine hier d i e Gesellschaft für Frankfurts Geschichte und Kunst.

Nach meinem Erachten erfreute sich diese Gesellschaft bei ihrer Gründung einer lebhaften Theilnahme, und eine schöne Thätigkeit

belebte dieselbe, da in dem Jahr 1839 das erste und zweite Heft des Archivs dieser Gesellschaft herausgegeben wurde. Allein feit dieser Zeit scheint diese Gesellschaft zu schlummern; oder ist nur mir, als dem von ihr entfernt Stehenden, nichts von ihrem Wir­ken, Arbeiten, Versammlungen und Berathungen zur Kenntniß ge­kommen ? Indessen da mich mehrere der Mitglieder dieser Gesell­schaft versicherten, daß seit 1839, mithin seit drei Jahren, kein Geldbeitrag von ihnen erhoben wurde und auch keine Fortsetzung des Archivs seit dem zweiten Heft erschienen ist, so unterstellten diese Mitglieder die Ansicht, diese Gesellschaft habe stillschweigend aufgehört. Wäre dieses, so könnte ich es nur beklagen, indem ich das lebhafteste Interesse für alles geistig Schöne empfinde, was sich in hiesiger Stadt entfaltet. Ich konnte mich daher auch nicht be. ruhigen und mußte mich fragen: was könnte das Fortbestehen dieser Gesellschaft gehindert haben? Sollte es, nach Herausgabe der er­schienenen zwei Hefte, an Stoff zu Mittheilungen ermangeln? Oder sollte dieser Verein unter den Bewohnern seiner Vaterstadt nicht die gehörige Theilnahme gefunden haben und somit in seinen pe­kuniären Mitteln zu beschränkt gewesen seyn, um seine Thätigkeit fortsetzen zu können? Beides glaubö ich nicht, allein welche Ur­sachen wirken hier denn lähmend?

Sehe ich aus die Mitglieder des Comite's, welches dieser Ge­sellschaft vorsteht, so erblicke ich darin nur solche tüchtige, ehren- werthe Männer, welche eben so wohl in ihrem Privatleben als in öffentlichen Stellungen so tüchtig wirkten, so viel Schwieriges glücklich und schön durchführten, daß ich in diesem Comitv ein be­lebendes Prinzip, aber nicht die Ursache eines Dahinschwindens er­kennen darf. Zwar ist es nicht zu verkennen, daß viele von diesen würdigen Comit« - Mitgliedern mit inelfetttjjen Arbeiten überladen sind; aber dieses wurde bei Gründung dieser Gesellschaft nicht übersehen; deßwegen findet sich bei der Austheilung der wichtigsten Stellen zugleich ein Stellvertreter erwählt, damit, wenn ein Rad verhindert seyn würde, in den Gang der Maschine einzugreisen, solche deswegen nicht still stehen müßte.

Ob in den letzten Jahren Sitzungen des Comitv's waren, habe ich von solchen, die hiervon genau unterrichtet sind, bestimmt ver­neinen hören, und da auch fünf Mitglieder des Comits's, welche theils gestorben, theils von hier weggezogen sind, durch Neugewählte nicht wieder ersetzt wurden, so wird es mir immer wahrscheinlicher, daß sich diese Gesellschaft stillschweigend aufgelöst hat. Ich würde dieses um so inniger beklagen, da Frankfurt so reich an historischem Interesse ist, daß es nur gewünscht werden kann, daß nnterrichtete und würdige Männer es sich zur Aufgabe machten, einen Theil ihrer Musestunden damit auszusüllen, um dasjenige ihren Mitbür­gern und den Nachkommen zur Kenntniß zu bringen, was sie durch wissenschaftliche Forschungen in Erfahrung gebracht und damit zur Belehrung und Erhebung dasjenige wenigstens historisch festgehalten wird, was sich in bem Leben unserer Bürgergemeinde Schönes und EdleS entwickelte.

Zur Tages-Chronik.

*** Senckenberg'fche naturhistorische Gesellschaft. Aus

dem in der letzten öffentlichen Sitzung dieser Gesellschaft von dem ersten Direktor, vr. mell. Val. Müller, bei Gelegenheit ihrer 25jährigen Jubelfeier gehaltenen Vortrag erhellt, daß sich die Kosten für den am Museum bewirkten Erweiterungsbau rc. auf die Summe von 13,500 fl. belaufen, Der größte Theil dieser Summe ist zwar mittels Darlehens beigeschafft worden, jedoch fehlen daran noch einige 1000 fl., für deren Aufbringung eine Unterzeichnung frei­williger Beiträge unter den Mitgliedern der Gesellschaft eröffnet wurde, die den besten Erfolg verheißt; denn in der That betheilig­ten sich bei derselben bereits mehrere Freunde und Gönner der An­stalt mit Summen von je 150, 100 fl. rc. Bei dem Bankett auf der Mainlust, womit die Feier des Tages schloß und dem etwa 12o Personen beiwohnten, vermißte man leider den größten Tbeil der activen Gesellschaftsglieder. Es möchte somit scheinen, als sey der im vorigen Jahre gestörte Friede im Schooße derselben noch nicht zur Befriedigung Aller wiederhergestellt.