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mit Zeugen und Secundanten, reichten sich die Hand und bereiteten sich dann zum Angriff. Endlich begann der Kampf; jeder entfaltete eben so viel Gewandtheit als Muth, jeder wollte den andern möglichst übel abführen. Jndeß verging eine volle Stunde, ehe sich der Sieg auf diese oder jene Seite neigen wollte. Nach fünfzigmal erneutem Angriff wettete man für Sambo, denn Jordan hatte sich, um das bedungene Gewicht herzustellen, mit nackten Füßen schlagen müssen, während Sambo dicke Schuhe mit Nägeln trug und durch wiederholte Fußtritte seinen Gegner übel zurichtete. Diesen offenbaren Nachtheil auszugleichen, boten Jordan's Freunde fünf Pfd. Sterling, wenn man ihm erlaube, Schuhe anzulegen. Die gegnerische Partei ging nicht darauf ein. Nach Verlauf von noch zwei Stunden hatten die Kämpfer 87 Gänge gemacht und der Sieg neigte sich auf Sambo'S Seite. Fortwährend trat er mit feinen beschlagenen Schuhen nach den Füßen des Gegners; die Zuschauer äußerten zwar ihren Unwillen darüber, aber die Kampfrichter erklärten die Fußtritte nach den Gesetzen des Faustkampfes für erlaubt. Nach 3 Stunden 47 Minuten, und nach 170 Mal wiederholten Angriffen mußte sich Jordan mit jämmerlich zerfetzten Füßen für überwunden erklären und Sambo wurde als Sieger ausgrrufen. —r
*** In England macht man viel Aufhebens von einer neuen Gemüsepflanze, nämlich dem Deppe'schen Sauerklee (Oxalis Deppei). Professor Morren hat dazu bekannt gemacht, daß man diese Anwendung in Belgien schon früher kenne. Die Pflanze ist von dem geschickten Berliner Gärtner Deppe eingeführt worden. Sie wurde in Europa zuerst im Jahr 1827 bekannt. Im Jahr 1837 kam man aber zu Lüttich zuerst auf den Gedanken, sie zur Speise zu benutzen. Sie ist mit ihren goldgelben Blumen zugleich eine schöne Zierpflanze, welche in einem fetten, gut gedüngten Boden trefflich gedeihet. Die Blätter werden als Sauerampfer, die B:ü- then als Salat und die Wurzeln als Spargel« verspeist. Die jungen Blätter als Gemüse oder in Saucen sind auch für den feinsten Gaumen ansprechend, und die Blüthen mit Salatblättern vermischt, geben diesen eine besondere Frische und höchst angenehme Säure. Dieses ist die Benutzung des Oxalis Deppei im Sommer Im halben Oktober oder erst im November nimmt man die Pflanze aus dem Boden, welche dann an der Wurzel etwa 60 Knollen hat, welche zu ihrer Fortpflanzung dienen. Unter diesen Knollen finden fich vier dicke Wurzeln, 10 bis 20 Centimeter lang und 2 bis 5 Centimeter dick; sie sind in einem gewissen Grade durchscheinend. Diese rübenartigen, weißen Wurzeln haben im Geschmacke große Aehnlichkeit mit Spargel, nur sind sie noch feiner. Die Wurzeln werden mit Wasser und Salz gekocht und ,a la holfandaise«, d. h. mit einer Sauce von frischer Butterund Eigelb verspeist. Ihr Genuß ist sehr nahrhaft und gesund. Die neue Gemüsepflanze scheint allgemeine Verbreitung reckt sehr zu verdienen.
Lrteratur- und Kunst-Notizen.
»*«- (Frankfurt.) In der „literarischen Anstalt" dahier erscheinen demnächst, oder vielmehr schon in den ersten Tagen, die beiden ersten Bände der gesammten Werke Gutzkow's in neuer Ausgabe.
,** In den historisch-politischen Blättern clasfificirt Görres die Journalisten also: Haselgänse, Rohrdommeln, Gabelgeier, Mäu- Lrfalken, Neuntödter, Adlereulen, (die auf den Kirchhöfen die Pe
rücken stehlen,) Leichtschnäbler, Widehöpfe, Wendehälse, Rabenäser, Elstern, Staare, Gimpel, Mistfinken u. s. w.
*** Um eine Art stehender Gemäldegallerie für Leipzig zu schaffen, die alles Neue und Bedeutende, was die Kunst erzeugt. Einheimischen und Fremden auf längere oder kürzere Zeit vorführen könne, macht der Kunsthändler Pietro del Vecchio den höchst zweckmäßigen Vorschlag, eine Gemälde- oder Kunstausstellung zu gründen, deren Säle Jahr aus Jahr ein an mehreren Tagen in der Woche Jedem offen stehen sollen. Er verspricht immer für Herbeischaffung des Besten Sorge zu tragen und verlangt zur Deckung der bedeutenden Kosten, die ein solches Unternehmen erheischt, weiter nichts, als daß diejenigen, welche Sinn dafür haben, ihre Bereitwilligkeit durch Unterschrift des Namens und damit verbundenes Jahresabonnement erklären.
*** (Paris.) König Ludwig Philipp hat dem englischen Bildhauer JoneS zu einer Büste gesessen, die nunmehr im königlichen Museum gegossen und von dem König und der königlichen Familie so ähnlich gefunden worden ist, daß der König zwei Marmorcopien, eine für sich und eine für die Königin von England, anzufertigen befohlen hat.
*** (Paris.) Herr v. Laborde hat in Venedig den bekannten Kopf vom Parthenon, den der deutsche Kaufmann Weber besaß, erworben. Die französischen Archäologen erklären ihn für den Kopf der Victoria, aber ohne sicheren Grund.
*** Marschner's neueste Oper „Adolph von Nassau" hat in Dresden deshalb so wenig Anklang gefunden, weil die Musik darin eine unglückliche Nachahmung Donizettischer Manier sepn soll. Marsch- ner und Donizetti! So läßt sich ..die Stimme der Natur" doch nicht verleugnen. Auch die Handlung des ganzen ersten Akts ist ohne Interesse.
*** (Dramatische Preisaufgaben.) Das ungarische Nationaltheater in Pesth setzt verschiedene Preise für dramatische Dichtungen aus, und zwar: 1) 50 Stück Dukaten für ein, dem ungarischen Leben entnommenes, doch jeder Trivialität baares Volksstück, worin dem Verfasser, sofern er dies für zweckmäßig hielte, auch frei steht, das Interesse seines Stückes durch Lieder und sonstige Hülfsmittel zu erhöhen 2) 60 Stück Dukaten für ein in einer edleren Sphäre sich bewegendes Konversations-Lustspiel. 3) 100 Stück Dukaten für ein vaterländisches ernstes Drama, das gemäß seines Inhalts in Versen oder Prosa, oder gemischt in Versen und Prosa, sepn kann. — Außer diesen festen Preisen erhalten die Verfasser noch Tantiemen und zwar: Bon der 2. 3. und 4. Vorstellung z der Einnahme, nach Abzug der Tageskosten; — von der fünften Vorstellung angefangen 10g der Einnahmen, die über 200 fl. W. W. betragen. — Nur wenige deutsche Theater dürften so viel für ihre dramatische Literatur thun, als, hiernach, für Ungarn gethan wird.
*** In Paris ist eine französische Uebersetzung von Scheüings „Bruno, oder vom göttlichen und natürlichen Princip der Dinge" erschienen. Husson, der Uebersetzer, ist ein langjähriger Schüler des Philosophen. — r
Frankfurter Stadt«Theater.
Montag, den 24. März. Des Adlers Horst, romantischkomische Oper in 3 Abth. von Holtei. Musik von Gläser. (Mik aufgehobenem Abonnement.)
D«ck von August Osterrteth.