Große in großer Gnade bei Augustus. Nach seinem Tode wurde daS Land unter feine drer Söhne vertheilt, aber im Jahr 7 nach Christo wurde der älteste von ihnen, Archelaus, nach Vienne in Gallien verwiesen und sein Antheil — Judäa, Samaria und Jdumäa — zur römischen Provinz gemacht und zu Syrien geschlagen. Im - Jahr 34 starb der jüngste, Philippus, und sein Antheil — Tracho- nitis, Auranitis und Batanäa — wurde gleichfalls römische Provinz. Unter den ün Lande residirenden römischen Statthaltern ist der zur Zeit des Todes Jesu regierende Pontius Pilatus wohl bekannt. Der dritte Bruder, Hero- des Antipas, der Fürst von Galliläa und Peräa war, wurde später (im I. 40) von Caligula auch abgesetzt und nach Lyon verwiesen. Obgleich nun ein Enkel HerodeS deS Großen, HerodeS Hl. und auch sein Sohn Herodes IV. noch einmal von Rom mit dem KönigStitel beschenkt wurde und einzelne Theile des jüdischen Landes erhielten, so war ihre Regierung doch nur vorübergehend (der Letztere verwaltete noch bis zum Jahr 100, wo er starb, einen kleinen Theil deS Landes). Als Herodes Hl. starb wurde Cuspius Fadus als Landpfleger angeordnet und Hero- deS IV. (oder Agrippa II.) bchlelt nur Chalcis, Batanäa, Trachonitis und ernige kleinere Distrikte. Schon Cuspius FaduS erzeigte sich ziemlich grausam und ^ tyrannisch in seiner Verwaltung. Im Jahr 47 folgte ihm Alexander TiberiuS, in welcher Zeit eine große Hungersnoth im Lande herrschte. Unter dem folgenden Statthalter Cumanus (49) entstand, seiner Bedrückungen und Grausamkeiten wegen, ein Volksaufruhr. Er wurde zwar schnell unterdrückt, aber doch fand Kaiser Claudius schon im Jahr 51 nöthig, ihn seiner Stelle zu entsetzen und den Felix als Landpfleger anzustellen. Unter diesem, so wie unter seinen Nachfolgern Fcstus und Albinus, ging es ruhiger zu. Aber im Jahr 64 kam der Landpfleger Gessius Florus, ein Günstling des Kaisers Nero, ein Diener, seines Herrn würdig, ein Mensch ohne Grundsätze, der die Gerechtigkeit an den Meistbietenden verkaufte, und auch seinen Untergebenen Alles erlaubte. Schon lange war das Volk der Römer- Herrschaft müde, aber immer glomm der Funke des Aufruhrs nur unter der Asche fort. Es bedurfte der Verwaltung eines Florus, um ihn zur Flamme aufzublasen.
Als er im Jahr 65 den Tempel (den Herodes der Große, um das Volk sich geneigt zu machen, wieder prächtig hatte aufbauen lassen, und. dessen Bau im Jahr 64 ganz v-llendet worden war*) seines Schatzes beraubte, so erlaubte sich das darüber entrüstete Volk Schmähungen gegen den Statthalter. Er wollte diese Frechheit bestrafen. Weil es ihm aber nicht möglich war, die Thäter ausfindig zu machen, so liest er auf's Geradewohl 3600 Juden aufgreifen und öffentlich hinrichten, worunter auch viele Vornehme waren.
Das war das Signal zum Kriege. Herodes III. kam nach Jerusalem, um das Volk zu beruhigen; aber er wurde nicht gehört, sondern mit Schmach aus der Stadt gewiesen.
Eleazar, ein Sohn des Hohenpriesters Ananias, stellte sich nun (66) an die Spitze des Aufstandes. Die römische
*) Dieser Tempel ist cs , dessen schönen Bau die Jünger Jesu, nach Matth. 24 , i; Marc. 13 , i; Luc. 21, 5, so sehr bewunderten.
Besatzung wurde erschlagen und Jerusalem eingenommen. Florus ftlbst siel am Ende als Opfer der Volksrache. Darauf aber beschrankten sich die Wüthenden nicht. Sie sielen in Syrien ein, wo sie 16 Städte und Flecken verbrannten. Die Römer übten in andern Städten wieder das Vergeltungsrecht, und es sollen zu Askalon 2500, zu PtolemaiS 2000, zu Tyrus 2000, zu Alexandria aber- sogar 50,600 Juden erschlagen worden seyn. Im Jahr 67 wurde Cestius mit einem römischen Heere nach Palästina geschickt. Aber obgleich dieser Anfangs die Seestadt Joppe eingenommen hatte, mußte er sich doch mit großem Verluste wieder von Jerusalem, das er belagern wollte, zurückziehen.
(Fortsetzung folgt.)
Manm'chfaltigkeiten zur Geschichte des Tages.
Der berühmte englische Naturforscher Faraday hat. die Entdeckung gemacht, daß ein Magnet Wirkungen hervorbringen kann, die man bisher nur durch Elektricität zu erzeugen im Stande war, und so das Dasein elektrischer Ströme in Magneten gleichsam factisch dargethan. Während man bis jetzt an Magneten nur Anziehung und Abstoßung kannte, ja selbst diese sich nur auf wenige Körper in einem leicht bemerkbaren Grad erstreckten, bringt man, dieser Entdeckung gemäß, durch sie Zuckungen an den Gliedmaßen jüngst verstorbener Thiere, Funken und andere, nur dem elektrischen Strome eigenthümliche Wirkungen hervor. Es ist nicht zu zweifeln, daß daraus die Naturlehre ungemeinen Vortheil ziehen wird. Faraday hat zwar die Resultate seiner Versuche nur im Allgemeinen bekannt gemacht, sein hierüber verfaßtes Memoire ist noch nicht W Druck erschienen, aber die italienischen Physiker, L. Nobili und V. Antinori, haben, blos auf die Nachricht von Fa- raday's Entdeckung gestützt, die meisten dahin gehörigen Versuche mit Glück wiederholt und von diesen Gelehrten gelangte die nähere Kunde davon nach Wien. An der k. k. Universität sind diese Versuche bereits mit gutem Erfolge angestellt worden. _
Eine entsetzlich unglückliche Geschichte hat sich zu Rouen zugetragen. Eine Mütter hatte die üble Gewohnheit, einfältige dumme Drohungen anzuwenden, um ihren Knaben vom Schreien abzuhalten. Diese Frau war aus dem Hause gegangen, um Brod vom Bäcker zu holen, und hatte den kleinen Knaben einer um Weniges älteren Schwester zur Aufsicht überlassen. Als nun der kleine Knabe schrie und nicht schweigen wollte, setzte die Schwester die Drohung ins Werk, welche sie von der Mutter gehört hatte, und tödtete das Kind. Die unglückliche Mutter kommt zurück, das kleine Mädchen läuft ihr entgegen und erzählt ihr, was sie gethan hat. Die Mutter, außer sich vor Schmerz, wirst daS Brod, das sie in der Hand trägt, ihrer kleinen Tochter an den Kopf, welche von diesem Wurfe todt zu Boden fällt.
Herr Beltramie las der französischen Akademie der Wissenschaften bei ihrer letzten Sitzung eine Abhandlung