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einerseits zu vehement, andererseits nur stossweise. Uiess man dagegen den Kranken die äussersten Platten einer gewöhnlichen galvanischen Säule berühren und so durch den leitenden Körper den Strom schliessen, so war die Wirkung auf den thierischen Organismus nur im ersten Anfänge intensiv , wurde allmählig schwächer, wie die Oxydation der beiden Metalle Kupfer und Zink vorwärts schritt und verschwand in kurzer Zeit völlig. Dazu kam die Unbequemlichkeit, nach jedem Versuch die Platten reinigen zu müssen. Die Wirkung nach Belieben zu schwächen oder zu verstärken oder sie der Individualität anzupassen, das war eine Unmöglichkeit. Diess ist gegenwärtig völlig dem Belieben des Experimentators übergeben.

Nun zu unseren inducirten Strömen. Jeder, dem die gewöhnlichen Versuche mit der Elektrisirmaschine je einmal vorgeführt wurden, wird sich an folgendes Experiment erinnern. Der sogenannte Conduktor einer Elektrisirmaschine wirkt nicht nur in unmittelbarer Berührung, sondern auch auf eine von der Stärke der Maschine abhängige Entfernung, was man die elek­trische Atmosphäre zu nennen pflegt. Stellt man in dieser Nähe einen auf einem Glasflüsse befestigten hohlen Metallcy linder, also isolirtenElektricitätsleiter, gegenüber dem Conductor einer geladenen Maschine auf, so wird der Metallcylinder gleichfalls elektrisch und zwar zeigt er, wenn man ihn aus der Atmosphäre herausnimmt, die entgegengesetzte Elektricität von der des Conduc- tors. Hier ist aber alles im Zustande der Buhe. Ver­bindet man aber die beiden äussersten Platten einer galvanischen Säule, Pole, durch einen Kupferdraht, so ist hier die Elektricität im Zustande der Bewegung begriffen, was man durch den AusdruckStrom zu bezeichnen pflegt. Bringt man einen zweiten Kupfer­draht, der mit Seide übersponnen also isolirt ist, in