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Mehemed Ali gelassen hatte, während er sie den Drusen genommen, ihr Eigenthum das man ihren Glaubensfeinden übergeben, selbst ihren Patriarchen den man mit der Halste des Libanons unter die Jurisdiction eines Pascha gestellt. So wurde durch einen Schurken wie Sarim ganz Europa betrogen; die Pforte lacht eurer weinerlichen Klagen, schaltet nach Willkür und Eigensinn, beschützt die Drusen, gibt ihnen Waffen in die Hand und reizt sie gegen die Christen. Welches Gefühl beschleicht euch, wenn ihr euch dem armen friedlichen Volk gegenüber denkt? Nur dann wird man die Scharte verwischen, wenn man die Pforte zwingt alles im Libanon auf den alten Fuß und die Familie Scheab einzusetzen, um die der ganze Berg
fleht und die allein auch Bestand garantirt; nur dann wird man eine heilige Schuld abgetragen haben. Was werden die Cabi- nette thun? Ich weiß es nicht, aber ihre hiesigen fünf Repräsentanten konnten sich in der syrischen Frage nicht einmal zu kräftiger Sprache einverstehen; eine bleiche Note reichen sie der Pforte ein, über die Sarim ebenso lächeln und auf die er nichts thun wird als sie mit Lügen beantworten. Die Türken haben Recht, sie bedecken mit der Unentschlossenheit und Nachsicht der andern ihre eigene Schwäche und verachten die Europäer. Sie werden sie wieder achten, sobald man an der Themse und der Seine, an der Donau und der Ostsee sich entschließt näher herzublicken, wie hier die Sachen stehen und wie man gegen den Koloß auf thönernen Füßen nur den Finger zu erheben braucht.
Personal Nachrichten.
Ordensverleihungen. Der König von treusten verlieh dem Obersten v. N-atzmer, Comdr. des 8. Hns. Regts., den RAO. III. Cl. mit der Schleife; dem k. wärt. Hofmarschall Frhrn. v. Seckend orf den St. Joh. Orden; dem k. Hann. Ober-Hofmarschall v. Steinberg den RAO. I. Cl.; dem k. Hann. Oberschenk v. d. Bussche-Münch den RAO. II. Cl. in Brillanten. — Der König von Hannover r das Comdr. Kreuz I. Cl. des Guelphen - Ordens dem k. pr. Hofmarschall Grafen Pückler; das Comdr. Kreuz II. Cl. dess. Ordens: dem r. pr. Obrstlt. Grafen Hoym, dem herzogl. nass. Obrstlt. v. Rettberg, dem großh. meckl-schwer. Obrstlt. v. Seil, dem großh. meckl-schwer. Hans- marschall v. Bülow, dem großh. meckl.-schwer. Obrstlt. v. Hopfgarten, dem k. pr. Kammerherrn Grafen v. Fürstenberg und dem k. pr. Hofjagermeifler Grafen v. d. Afseburg. Das Ritterkreuz dess. Ordens: dem k. pr. Rittm. Grafen Königs mark, dem k. pr. Hptm. v. B or ck, dem herzogl. Anh.-Dess. Kammerhcrrn v. Wolframsdorf und dem großh. meckl.-schwer. Hptm. v. Zülow; die IV. Cl. einigen andern Officieren. — Der Herzog von Braunschweig r dem t. hänn. Oberschenk und Reisemarschall v. Malortie das Comdr. - Kreuz I. Cl. des Ordens Heinrichs des Löwen. — Der Großherzog von Oldenburg verlieh vom großh. Haus- und Verdienst-Orden: dem Vice - Oberkammerberrn v. Rennenkampf, dem Skaatsrath v. Bach, dem Staatsrath Fischer das Ehren-Comthurkreuz; dem Reisemarschall v. Lützow, dem Gch. Hofrath Hapessen, dem Hofrath Dr. Günther das Ebren-Klein-Kreuz; — der Oberst und Comdr. des i. Jnf-Regts. Graf v. Ranzow ward zum Capitular-Kleinkreuz ernannt—dem großh. bad. Obersten Strauß v. Dürkheim das Ehren-Com
thurkreuz; dem k. griech. Oberstabsarzt vr. Trribner und dem k. gr. Corvetten Sapitän Koskovosis das Ehren-Kleinkreuz.
Ervil-rensinachrichien. Württemberg. Der Reg. Rath v. Glocker in Ellwangen und der Fin. Rath Fenninger sind in Ruhestand versetzt, die erledigte Rectorsstelle am Gymnasium z« Heilbrcnn dem Dekan Kapff zu Leonberg und die Stelle eines Vorstandes am Schullehrer - Seminar zu Nürtingen mit dem Titel eines Rectors dem Helfer Eisenlohr zu Tübingen übertragen; der Ober-Iufl. Rath Mayer in Waiblingen zum Ober-Just. Rath bri dem Gerichtshöfe in Tübingen ernannt. — Preußen. Zn Tribun »lräthen bei dem Tribunal zu Königsberg sind ernannt: der OLGer. Rath T red mann, der St.-Ger. Rath Lühe und der Land- und St.-Ger. Rath Kist.
Wissenschaft und Aunsi. Der bisherige Direktor der Realschule zu Michelstedt Dr. 3 «mittet ist zum außerordentliche» Professor der Mathematik an die Universität Gießen berufen worden.
Vermächtnisse. Auch die Stuttgarter Armen hat der verstorbene Bankier S. Benedict mit einem Vermächtnisse bedacht: er hat ihnen 10,000 fl. mit der Bestimmung zugewevdet, daß den jährlichen Zinsertrag 20 christliche und 10 israelitische dürftige Personen zu gleichen Theilen erhalten sollen.
Todesfälle. In Weimar verstarb, am 20 Febr., die Frau Gräfin Otrilie Henckel v. DonnerSmark geb. Gräfin v. Lepell, Oberhofmersterin der Großherzogin kaif. H., 8 8 I. a.— In Breslau, am 21 Febr., der Dichter des Laien-Evangeliums, Fr.v.S a lr let, 31 I. a.
E 893 ^ Erwiederung.
In der Beilage zur Allg. Zeitung vom 15 Februar wird ein magnetelektrischer Apparat des Hrn. Schechner angezeigt. Während derselbe mit dem K eil'schen Apparat verglichen, die Identität dieses letzteren mit der Sar to n'schen Maschine ganz richtig dargelegt wird und die Vorzüge der sogenannten Jnductionsspirale vor den Maschinen mit Stahlmagneten dargethan werden, ist es sehr auffallend, daß der Schechner'sche Apparat als etwas Neues ausgegeben wird, während der Neeff'sche Magnetelektromotor gar nicht erwähnt ist. Dieser besitzt ganz dieselben Vorzüge, ist schon seit dem Herbst 1838 allgemein bekannt, in Poggendo rffs Annalen (1839 1. Heft) beschrieben, wird seitdem von vielen Aerzten mit dem besten Erfolg benützt und Euren durch ihn sind in mehreren medicinischen Zeitschriften erwähnt.
Wenn wir unfern westlichen Nachbarn zuweilen Plagiate an deutschen Erfindungen zum Vorwurf machen, was soll man sagen, wenn Deutsche sich das Eigenthum ihrer Landsleute so — aneignen? Die Construction des Schechner'schen Apparats ist uns zwar noch nicht genau bekannt; sie kann aber im Wesentlichen keine andere seyn. Einen Nachtheil derselben können wir schon jetzt erwähnen, sie hat einen Elektromotor mit Diaphragme (wahrscheinlich die Daniell'sche Kette), und daß dieser zu dem fraglichen Zweck in jeder Hinsicht der Neeff'schen Batterie nachsteht, ist außer Zweifel.
Später ein Mehreres zur Kritik des Münchener Apparats.
Dieser Magnetelektromotor wird schon seit Jahren hier in Alberts optischer und physikalischer Werkstätte verfertigt und zu dem Preis von 60 fl. verkauft. — Frankfurt«. M., im Februar 1843.
[9i0123 Lieitations-Kundmachung.
Nach nunmehr erfolgter Beendigung des hierortigen Concursprocesses der Masse Geymüller u. Comp, werden die zu dieser Masse gehörigen, hier in Pefth befindlichen Raffineriegebäude — welche sich im besten Bauzustande befinden — nebst dazu gehörigem noch unbenutztem Grund
am 18 März l. I., Vormittags 11 Uhr,
im dießstädtischen Grundbuchamte lioirsnsto an den Meistbietenden verkauft. Was hiermit und zwar mit dem Bemerken bekannt gegeben wird, daß im Falle sich kein Käufer zu dem Schätzungswerthe dafür einstellen sollte, diese Gebäude auch unter der Schätzung hintangegeben werden. — Pesth, am 12 Januar 1843.
C. I. Malvieux mxr. als Massecurator der Geymüller'schen ungarischen Coneursmaffe.