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Kleine Urrsse.

Nr. nar serre u.

Die Prinz Heinrich-Fahrt.

Die Resultate.

> l. Prinz Hcinrich-PreiS (Wanderpreis) und Preis deS /kaiserlichen Automobil-Klubs: Erle (Benz) P. 7,96.

II. Preis der Stadt Frankfurt a. M.: Pöge (Mercedes), P. 7,91. ~

III. Preis der Stadt Lübeck: Paul, Fahrer Geller, (Adler), P. 7.28.

IV. Preis der Stadt Köln: Zimmern, Fahrer v. Len« aerke (Benz), P. 6,76.

V. Preis des Frankfurter Automobilklubs: Löhr (Adler), P. 6,51.

VI. Preis der Stadt Kiel: Ladenburg (Benz), P. 6,38.

VII. Preis der Stadt Hamburg: Horch (Horch). P. 5,83.

. VIII. Preis der «tadt Hannover: Dr. Stoeh (Horch),

P. 5,6$.

IX. Preis der Stadt Bremen: JochemS (Mercedes), P. 6,53.

X. Stellinprcis der Vereinigten Benzinfabriken, Altona, Elbe, B. Fl in sch (Mercedes), P. 6,68.

Für die Schnelligkeitsprüfung in der Ebene:

I. Preis der Prinzessin Heinrich von Preußen: Erle fSÖcnj).

' II. Preis des Großherzogs Adolf Friedrich von Mccklen- burg-Strelitz: Pöge (Mercedes.)

III. Preis des Verkehrsvereins der Stadt Kiel: Paul, Wahrer Geller (Adler).

. Für die Schnelligkeitsprüfung im Berg, fahr en:

I. Preis des Grotzher^ogs Ernst Ludwig von Hesien und )ci Rhein: Erle (Benz).

II. Preis der Erbprinzessin von Sachsen-Meiningen: Pöge (Mercedes).

III. Preis der Stadt Trier: Paul, Fahrer Geller (Adler).

Spezialpreise:

Preis des Kölner Automobilklubs für den Fahrer des best» bewerteten Wagens, der in der Herkomer-Konkurrenz keinen Preis erhalten hat: Zimmern, Fahrer v. Lengerke (Benz).

Preis für den bestbewertetcn Wagen deutschen Fabrikats und falls dieser der Sieger ist, für den zweitbesten deutschen Wagen. Gegeben von der Grohherzogin-Mutter Anastasia von Mecklenburg-Schwerin: Pöge (Mercedes).

Preis für den Klub, für den der Besitzer des siegenden Wa. genS fährt, gegeben vom Großherzog von Mecklenburg-Schwe­rin: Rheinischer Automobilklub.

Das Schlutzdirier.

Frankfurt scheint für die Automobilisten das zu sein, was Mekka und Medina für die Jünger des Korans ist. All die großen Veranstaltungen der letzten Jahre wurden in Frank­furt eröffnet oder beschlossen. Der große Saal des Frankfurter Hofs war erfüllt von Uniformen und Ordensträgern, von offiziellen Persönlichkeiten, Vertretern der Kreise, deren Pro­tektion dem Automobilismus soviel genützt hat. Ein großer Tisch trug die Last der silbernen und goldenen Ehrenpreise, die von Protektoren, Magistrats und Klubs für die Prinz- Heinrich-Fahrt gestiftet wurden. Den Ehrenplatz hatte der Wanderpreis des Prinzen Heinrich, ein silber­nes, von der Frankfurter Firma Robert Koch fein ziseliertes Automobil. Der Preis der Stadt Frankfurt, ebenfalls ein Erzeugnis der Frankfurter Goldschmiedekunst (Laz. Posen) ein prächtiger Pokal, den dieKleine Presse" bereits abgebildet hat, winkte dem zweiten Sieger, daneben standen die kostbaren Schalen, Teekannen, Bowlen, Becher und Schilde, die Siegespreise der braungebrannten Fahrer, die sich an dem Ruhetag mit Mühe all den Staub der Fahrt abgewaschen hatten.

An der Ehrentafel, die mit roten Rosen einfach und schön geschmückt war, sah der Protektor Prinz Heinrich von Preu­ßen, umgeben von den Großen der Krone, dem Herzog von Ratibor, dem Grafen Arco, v. Friedländer-Fuld, Regierungs­präsidenten v. Meister, Polizeipräsident Merenberg, Ober- bürgermeister Adickes, Prinz Wilhelm von Sachsen-Weimar.

Nur zwei Reden wurden gehalten. Prinz Heinrich sprach in kurzen pointierten Sätzen seine Freude über den Verlauf der Fahrt aus und dankte allen, die zu dem Gelingen beigetragen hatten. Er wußte dabei diskret und doch scharf treffend seiner Enttäuschung darüber Ausdruck zu geben, das; aus derFahrt für Tourenwagen" doch wieder eine Art von Rennwagenkonkurrenz geworden ist. Wohl haben alle bona fide gehandelt, aber freilich, so meinte der Prinz unter verständnisvollem Lächeln seiner Sportsgenossen, habe sich der Begriff, was ein Tourenwagen ist,etwas der- schoben". Der Präsident des Kaiserlichen Automobilklubs, Herzog Viktor von Ratibor, danrre tn letner Er­wiederung dem Prinzen für die Stiftung des Preises und für seine Protektion, die alle Schwierigkeiten aus dem Wege räumte. Zum Schluß nahm der Herzog von Ratibor die Preisverteilung vor. .

Sport.

Frankfurter Regatta.

_ Das rudersportliche Frankfurt begeistert sich t schon seit Wochen für die am Sonntag und Montag stattfinoendc, mit Vorrennen am Samstag beginnende Regatta, und eine große Schar Ruderfreunde wohnt allabendlich den Uebungcn der

E rankfurter Vereine auf der Rennstrecke bei. Oberhalb der üermainbrücke erheben sich bereits die Regattabauten, nach außen und innen mustergültig wie immer angelegt. Eine Neuerung tritt nur insofern ein, als für die Mitglieder des Regattavereins und dessen Ehrengäste noch ein direkter Ein­gang zur Mitglicdertribüne hergestcllt wird. Die Presse findet auf einem erhöhten Platz an der Zielrichtertribüne Un- terkunft; außerdem stehen ihr zwei Landauer zur Verfügung, die die Rennen auf der Frankfurter Seite begleiten. Kurz­um, der Regattaverein hat nicht gespart, er hat alle Faktoren berücksichtigt, deren Mithilfe er braucht, um den Ruf, den Frankfurt als Ruderplatz genießt, zu wahren. Zu Schieds­richtern für die Regatta sind die in diesem Amt bewährten

t erren Döring, und Schumacher -Mannheim und Ernst a d e n b u r g-Frankfurt bestimmt.

Die Mailänder und die Gent er sind bereits ein­getroffen; viele Boote von auswärtigen Mannschaften lagern feit gestern in der Bootshalle auf dem Regattaplatz. Auf der Rennstrecke machten gestern sämtliche Frankfurter Mannschaf, ten Uebungsfabrten; bei einigen Junior-Mannschaften ist die

.(Nachdruck verboten.))

,'4

Roman von Marie Stahl.

(Fortsetzung.)

Und so ging es weiter mit Anwendung all ihrer Schlag- und Kraftworte. Die Mägde wälzten sich vor lachen, die Mam­sell kreischte vor Wonne ja, ihre eigene Nichte Franzi lachte Tränen in ihr Taschentuch. Und bei dem allgemeinen Lärm und Jubel überhörte man das Oeffnen der Tür.

Wie ein Rachegeist stand die leibhaftige Tante plötzlich neben der falschen und packte sie am Gurtband der Schürze.

I, da soll doch!-Wer ist denn das, der mich hier

so schön nachmachen kann?"

Die Frage war eigentlich schrecklich überflüssig. Dreißig Meilen und weiter im Umkreis gab es nur einen,' der solcher Streiche fähig war, das wußte sie ganz genau. Das war der Schwerenöter, der Volontär Stablberg, derBerliner Bankiers­sohn, der vor nichts und niemand Respekt hatte hier auf dem Dorf und die Frauenzimmer samt und sonders verrückt machte mit seinen Mätzchen!

Wenn eine Bombe mitten in die lustige Gesellschaft hinein- aeplaht wäre, so hätte die Wirkung kaum erschütternder sein können, als der Schreck, den das Erscheinen der Tante ver­ursachte.

Hans Stahlberg machte einen förmlichen Luftspruna vor Entsetzen, faßte sich aber sofort und indem er sich von Tante Julchens festem Griff zu befreien strebte, schrie er unaufhör- lich:Bitte, nicht kitzeln, o bitte, bitte nicht kitzeln!" Die prüde, verschämte Miene, die er dabei annahm, wirkte, von neuem zwerchfellerschütternd.

Zwei Mägde, die gerade einen gescheuerten Backtrog herein- trugen, kreischten, gerieten ins Stolpern, wobei die eine in den Trog hineinfiel, so daß er umkippte. Die Küchenmagd Hanne ging rückwärts, trat die Wirtschafterin mit ihren Holzpan- tinen aus die Füße und setzte sich ihr auf den Schoß, in eine Satte mit geriebenen Mandeln hinein.

Diese Unfälle erbosten die Tante noch mehr, ohne Gnade und Erbarmen hielt sie ihren Delinquenten am Schürzenband fest und zerrte ihn nach der Tür, oie mit einigen steinernen Stufen hinauf in das Freie führte. Denn draußen vor der Tür stand der Gutsherr, Roger von Klietzow, der im Vor­übergehen den Lärm gehört hatte und stehen geblieben war, um zu sehen, was es gäbe. * v >

Blätterarbeit und der Einsatz noch ungleichmäßig. DieGer- mania" übte zwischen Steg und Eisenbahnbrücke. Der erste Achter mußte einige Tage aussetzen, weil ein Ruderer von den Folgen des Unfalls, der das Boot auf der Mainzer Regatta traf, sich noch nicht erholt hat; seit gestern rudert die Mann­schaft wieder, mit Otto Müller als Ersatz. h.

Bei der Regatta werden in der für die Schiffahrt ange­setzten Pause die beim Kongreß für Rettungswesen vorge- sührten Hebungen mit den neuen RettungSgürteln und dem Raketenapparat wiederholt.

* Deutscher Ruderverbaiid. Der Ruderklub GrieS- heim a. M. ist in den Deutschen Ruderverband ausgenommen wor­den. ebenso die.UnionderRudererStraßburgS', welche die Vereinigung aller der alteliässischen Ruderer darstellt, die unter der Flage des Deutschen Ruderverbandes den Rudersport in Elsaß vorwärts bringen wollen. Der Ausschuß dc8 Deutschen Ruderver- bandeS hat hiermit einen schönen feit langem angestrebten Erfolg erzielt und es ermöglicht, daß bei der am 6. September in Straßburg stattfindenden Kaiser-Regatta olle Straßburger Ruderer vertreten sein werden. Am Sonntag wird sich die Union bereits mit ihrem Mitglied BarbeneS an der Frankfurter Regatta beteiligen.

* Leichtathletik in Neu-Isenburg. Einen vollen Erfolg

erzielte am letzten Sonntag der Neu-Jsenburger Fußballklub Germania 190 5" mit seinem ersten Sportfest. An 13 Konkurrenzen beteiligten sich 88 Wettkämpfer mit 125 Mel­dungen. Am Abend war im Saalbau Unterhaltung, Tanz und Preisverteilung. Zuerst begrüßte Adam M u r m a n n die Gäste, dann schritt man zur Verkündigung des Ergeb­nisses der Wettkämpfe: 400 Meter-Vereinsstafette 1. und Ehrenpreis Bockenheimer Fußballvereinigung 1901 in 60 Sekunden, 2.Wanderlust"-Sachsenhausen 53y$, 3.Hellas"-Frankfurt 54. 1000 Meter-Laufen: 1. und

Ehrenpreis: W. W i l l-.,Alemannia"-Frankfurt 2:54^, 2. Fritz Ott-Kickers Neu-Isenburg", 3. Karl Bender-Sport- klub Neu-Isenburg", 4. Gg. Jünger-Sportklub Dietzenbach", 5. Ph. Weimar-Fkl. Dreieichenhain. Steinstoßen 33 Pfund:

1. und Ehrenpreis G. B e z o l d-Germania"-Neu-Jsenburg

8,15 Meter, 2. I. Daum-Kraftsportverein-Neu-Jscnburg 6,45, 3. I. Herold-Kraftsportverein-Neu-Jfenburg 6,75. 400 Meter-Laufen: 1. und Ehrenpreis (Fr. H i l b e r t-Britan- nia"-Friesenheim 64^, 2. A. Stroh-Frankfurt 54 9 /io, 3. A. Murmann-Germania"-Neu-Jsenburg 55^, 4. V. Schlegel- Oberursel 56, 5. W. Will-Alemannia"-Frankfurt 56^.

Kugelstoßen TA Kilo: 1. und Ehrenpreis: G. Bezold-Ger« mania"-Neu-Isenburg, 2. Ad. Murmann-Germania"-Neu- Isenburg, 3. Jos. Murmann-Germania"-Neu-Jsenburg. 100 Meter-Senior-Laufen: 1. und Ehrenpreis: A. Stroh- Frankfurt 12 l /i Sek., 2. K. Hainz-Wanderlust"-Sachsenhau- sen 12^, 3. PH. Dauth-Frankfurt 12+H. 100 Meter-Juuior- Laufcn: 1. und Ehrenpreis: H. Z i r k e l b a ch-Frankfurt 13^, 2. Fr. Hilbert-Ludwigshafen 13^, 3. Nik. Strauß-Drei-. eichenhain 13^. Dreikampf: 1. und Ehrenpreis G. Be- z o l d-,.Gcrmania"-Neu-Jsenburg, 2. und Ehrenpreis I. Stil- ges-Bockenheim, 3. A. Murmann-Neu-Jsenburg. Schleuder- ballwcrfen: 1, und Ehrenpreis: G. B e z o l d-Neu-Jsenburg,

2. I. Nilges-Amicitia"-Bockenheim, 3. A. Tschamper-Ger- mania"-Neu-Jsenburg. Dauerstemmen erster Klasse: 1. und Ehrenpreis: O. Böcke! -Amicitia"-Bockenhcim, 2. B. Sie. bert-Kraftsportverein-Ncu-Jsenburg. Dauerstemmcn zwei­ter Klasse: 1. und Ehrenpreis: I. Sch epp -Germania"- Bornheim, 2. Gg. Pfaff-Kraftsportverein Neu-Isenburg, 3. I. Herold-Kraftsportverein-Neu-Jsenburg. Fußballweitstoß: 1. und Ehrenpreis G. C h r i st e - «Alemannia"-Frankfurt, 2. A. Zumpf-Germania"-Neu-Jsenburg, 3. K. Lindercr-Eugc. nia"-Offenbach. 10 Kilometer-Wettgehen: 1. und Ehren­preis F. Schwär z-Hellas"-Ftankfurt 59>£ Min. 2. H. Jün­ger-Dietzenbach 60^, 3. Ehr. Spahn-WanderIust"-Sachsen- Hausen 60^, 4. A. Schwarz-Hellas"-Frankfurt 64^, 5. L. Drouin-Neu-Jsenburg 65 A, 6. W. Königcr-Ludwigshafen ÖQA Min.

* Der Eintonner-Pokal. In dem gestrigen dritten Rennen um den Eintonner-Pokal siegte, wie unS eine Nachricht aus Kiel meldet, die französische JachtBoule de Neige' mit geringem Vor­sprung vor der deutschen .Windspiel XI'. Dritte wurde .Kimono'- Dänemark, vierte .Nino'-Belgien. Bekanntlich bringen erst drei Erfolge den endgültigen Sieg.

* Das Londoner Lawn-Tennis-Tnrnier. bei dem ». a. die Meisterschaft von Europa entschieden wird, hat dadurch für Deutsch­land besonderes Interesse gewonnen, daß sich zwei bekannte deutsche Spieler, und zwar V. K r e u z e r - Frankfurt und Rahe-Hamburg be­teiligen. Der letztere vermochte gleich am ersten Tage einen Sieg erringen, in dem er in der Meisterschaft von Europa Tavson nach hartem Kampf 2:6, 5:7, 6: S, 6:3, 6:2 schlug.

* Nennen in Hersfeld. Das Rennen de? Hersfeldcr R e i t e r v e r e i n s ist am 26. Juli. Don der Stadt Herskeld ist. dem Verein ein Zuschuß von 300 Mark bewilligt worden, als Geldpreis für ein besonderes Rennen »Preis der Stadt Hersfeld'. Auch der Kreis hat einen Beitrag von 160 Mark zur Verfügung gestellt, der für ein landwirtschaftliches Rennen verwandt werden soll.

* Kleine Notizen. F r h r. v. H e w a l d, ein bekannter Luft­schiffer, ist am Mittwoch im Alter von 43 Jahren in Berlin g e st o r- b e n. Frhr. v. Hewald war der Besitzer des Ballons .Pommern', der im vergangenen Jahre unter Führung deS Hpt. Erbslöh in Amerika das Gordon-Bennrtt-Rennen der Lüste gewann.

Pferderennen.

Pferderennen zu Berlin-Karlshorst. 18. Juni. Narciß. Hürdenrennen. 2400 Mark. 1. ThiedeS Armbrust (Lt. Neumann), 2. Ester, 3. Marienthaler. 16:10; 12, 16:10. Preis von Fehrbellin. 2600 Mark. 1. Lt. v. Stegmanns J' fiste (Bes.), 2. Du auch, 8. Weltbürger. 64:10; 24, 73. 39:10. Germania. 16,000 Mk. 1. K. v. Tepper-LaskiS Madrigal (Kocholath), 2. Danae, 3. Fairfax. Ferner: Goerfchen, Laurin, Bluebcll, Prudentia. Andreas, Neuding. 40 :10; 14,14, 21:10. Kinder-Rennen. 3000 JL 1. v. TreSkow'S Forke. 2. Chat noir. 15:10. Spreewald »Jagdrennen. 4500 J(. 1. Dr. Pachaly's Kannegießer (Lt. Braune), 2. Ugo- lino und Cabra toteS Nennen. 14 : 10; 12, 11, 7 : 10. Vergiß. meinnicht-Hürdenrennen. 3300 JL I. v. Treskow'S Capri (Streit). 2. Glimmer II, 3. Süßlirfche. 17:10: 11, 13, 16:10.

*Horst-Emfcher. Juni-Preis. 1500 JL 1. Wolf'sLenore (Hoae). 2. Amorette, 3. Edelweiß, 17:10; 14. 18:10. Park-Hürdenren- nen. 2000 JL 1. Rosak'S Jodler (V. Rofak), 2. Gisalt. 3. Fischer, 18:10; 13, 14:10. Preis von Hesien. 1500 JL 1. Then-Bergh's Dolabra (Herr M. Lücke), 2. Teßla, 15 :10. Großer Preis von Horst. 15,000 1. Lt. Lipken's Prince of Wales (Reinicke),

2. Silesia, 3. Fidelio. Ferner Totalisateur, Pont d'Eragnh, Lady Whisper, Rheinhardsbrnnn, San Antonio, Augsburg. 28: 10, 80,

V

Er mußte nun zunächst beim Anblick des ausgestopften Stahlberg und seiner drolligen Mimik hell auflachen, aber bei Tante Julchens Klagen umwölkte sich seine Stirn, obgleich es immer wieder von neuem über sein Gesicht zuckte, wie müh­sam verhaltenes Lachen.

Herr Stahlberg, was sind das für Streiche? Ich ver­bitte mir dergleichen," sagte er endlich ernsthaft.Man kann auch im barmlosen Scherz zu weit gehen, edenfalls waren der Ort und das Publikum sehr ungeeignet für Ihre Späße. Wenn Sie es so treiben, werde ich mich genötigt sehen, Ihnen das Betreten des Hauses, außer den Mahlzeiten, zu verbieten. Ich erwarte, daß Sie sich bei Fräulein Baldamus geziemend ent­schuldigen."

Schnell wandte sich Klietzow ab und ging seiner Wege, um Tante Julchen nicht noch einmal durch Lachen zu kränken, denn Stahlbergs Armesündermiene unter dem alten Frauenhut war fast unwiderstehlich.

Während Tante Julchen Zucht und Ordnung wiederher­stellte im Bereich der Wirtfchaftsräume, saß Roger von Klietzow oben im kühlen, behaglichen Wohnzimmer und trank seinen Nachmittagskaffee bei seiner Mutter.

Frau von Klietzow und Fräulein Julie Baldamus waren Schwestern und hatten sich, ihrer Charakteranlage entsprechend, in die Herrschaft des Hauses geteilt. Die energische, praktische Tante regierte in Küche, Keller und Hof, während die pas­sivere, doch ebenfalls sehr tätige Mutter, für den Komfort und das Wohlergehen in den oberen Regionen des Hauses sorgte und nebenbei im Garten, wie in der Pflege der Alten und Kranken im Dorf eine vielseitige Beschäftigung fand- Sie war die Seele des ganzen Hauswesens, und Tante Julchen vertrat den Verstand, was den Hausgenossen sehr zum Vorteil zu gereichen schien, denn es herrschte ein Geist warmen Be- hagens und sonniger Heiterkeit in dem alten Landhaus, das im besten Sinne des Wortes eine Heimstätte war für seine Bewohner.

Der Sonnenschein in diesem Familienkreise mar Franzi Warneck, die früh verwaiste Nichte Klietzows. das einzige Enkelkind seiner Mutter, das von Großmutter. Großtante und Onkel gemeinschaftlich erzogen und von allen gleich geliebt wurde, wenn diese Liebe sich auch sehr verschieden äußerte. Franzis Mutter, die einzige Schwester Rogers, hatte einen Hauptmann Warneck geheiratet und war bet der Geburt die- ses ersten Kindes gestorben. Ihr Vater verunglückte durch einen Sturz mit dem Pferde, als sie vier Jahre alt war und hinterließ kein Vermögen. So wuchs sie bei Großmutter in

14,15:10. Rheinisch-WestsälischeS Jagdrennen. 2000 JL 1. Lt. Deichstetter's G i b acht (Bes.) und Sucrmondt'S Afrikander (Hr. Lücke) totes Rennen, 3. Paoli, II, 10:10. Unionklub-Preis. 4000 ^ 1. Klönne's M Y k i r k (Birghan), 2. Corodexter, 3. Trebia, 29:10; 16. 16:10.

* Aöcot. Rous-Memorial-Stakeö. 20.000 JL. 1. Polar Star (H. Jones), 2. Perambulator, 3. Wild Bouquet. Wetten: 20 : 1 auf. - Gold Cup. 70,000 1. The Wight Knight

(Halsey), 2. Radium, 3. Torpoint. Ferner: Golden Measure, Maggellan, Peace with Honour. Wetten: 7 : 4 auf.

DasJnbelfestdesMaintal-Siingerbundes.

(Zu unserem Bild auf Seite 1.)

Vom 20. bis 28. Juni wird in Offenbach ein seltenes und schönes Fest gefeiert ; das fünfzigjährige I u b il ä u m des Maintal-Sängerbundes» mit dem die 100jährige Gedenk­feier der Gründung des deutschen Männergesangs verbunden ist. Tie treffliche Festschrift, der wir unser heutiges Titelbild verdanken, hat alles geschichtliche und sachliche Mate­rial zufammengetragen, das die Bedeutung des Festes zeigt. Dem Maintal-Sängerbund gehören 28 Vereine an, deren Spezialgeschichte die Schrift ebenso eingehend behandelt wie die großen Feste, die der Bund seit 1859 mit großem Erfolg gefeiert hat. Das erste Sängerfest war am 4. September 1859 ; gegen 25 Vereine waren erschienen. Die Musik stellte die österreichische Jägerkapelle in Frankfurt, die mit den hessischen Cheveauxlegers aus Darmstadt um die Wette spielte. Seitdem ist der Bund nach innen und außen gewachsen, und das 18. seiner großen Feste wird sicherlich seiner Bedeutung als Jubelfeier entsprechen.

Die Vereine, die dem Bund angehören, sind folgende: Liederkranz-Amorbach, Liederkranz-Aschaffenburg, die verbün­deten Gesangvereine Darmstadts (Frohsinn, Harmonie, Lieder­halle, Liederhort, Liederkranz, Liederzweig, Lyra und Teu­tonia) Gesellschaft Gemütlichkeit und Sängerlust-Fechenheim, Gesangverein Kleinheubach, Gesangverein Klingenberg, Bür­gergesangverein Miltenberg, Melomania-Miltenberg und die verbündeten Gesangvereine von Offenbach (Konkordia, Ein­tracht Germania, Germania-Bürgels Harmonie, . Humoria, Mozart, Sängcrkranz» Sonntagsverein und Hilaria).

Eng befreundet mit den Mamtal-Sängern ist die F ran k- furter Sänger-Vereinigung, die aus 31 Vereinen besteht. Beide Vereinigungen veranstalten alljährlich gemein­sam in Frankfurt und Offcnbach Sang er tage, die stets Tausende von Sängern und Gesangsfrcunden zusammcnführen. Auch bei dem Jubiläum beteiligt sich die Sängcrvereiniguug mit 600 bis 700 Mitgliedern, die am Sonntag Vormittag um neun Uhr die Reise nach OfferHach antrctcn und sich um A10 Uhr im Hotel Degenhardt zum Empfang versammeln.

Das Festprogramm wird am Samstag Nachmittag 3 Uhr mit einer Delegiertenversammlung im Hotel Degen- Hardt in Offenbach eiugeleitet. Abend acht Uhr ist auf dem Festplatz eine große Eröffnungsfeier. Der Haupttag ist der Sonntag, 21. Juni. Um zwei Uhr begibt sich ein Fest­zug nach dem Festplatz, wo nachmittags und abends ein großes Konzert veranstaltet wird. Am Montag mittags und abends ist wieder Konzert. Der Mittwoch bringt nachmittags vier Uhr ein Konzert auf dem Festplatz und einen großen Turner, abend der fünf Offcnbacher Turnvereine. Am Samstag, den 27. Juni, gibt es einen großen Sängerabend der verbündeten Gesangvereine Offenbachs und der übrigen Offenbacher Ge- sangvereine. Den schönen Schluß machen zwei Konzerte am Sonntag, 28. Juni, nachmittags und abends.

Die umfangreichen Vorarbeiten für das Fest hat eine Anzahl von Ausschüssen geleistet. Den Zentralaus­schuß bilden: der Ehrenpräsident und Bundes-Chormeister Musikdirektor F. Schmidt- Friedberg, Wilhelm Faatz- Friedberg, Ludwig Andre-Offenbach, PH. Steuerwald-Ofsen- bach, M. Stüber-Offenbach, PH. Pilger-Offcnbach, I. Stadel­mayer-Aschaffenburg, Friedrich Stalf-Darmstadt und Adolf Schneider-Darmstad t. _

Standesämter I, IIIf, fronltfitrt a. M.

MünzaaNe 2.

Geöffnet an Wochentagen von 91 Uhr Vorm, und 35 Uhr Nachm.

Samstags Nachmittags nur für Sterbefallsanzeigen.

Juni Geborene.

10. Gerhard. Matilde (Veit) Falkeng. 1. .

Ntüller. Dorothea Alice (Markart). Mainzer Landstr. 223. .

Sckarmann. Anton (Badian). Ktingerstr 6,

Winke. Agnes Pauline lSzota). Hanauer Landstr. 369,

Weinz. Karl (Jan)en) Neug. 28.

11. Bernhard. Anna Elise (Bürzel). Gartenstr. 33.

12. Repp. Otto Eduard lBorn). Haidestr. 124.

Michel^ Franz Christian lHöhn). Friedberger Landstr. 150. WitteL. Friedrich Ferdinand iSchovk). Tdcobaldstr. 16.

Speckte, Hermine Emma lRotbcr). Blückerstr. 26

13. Schuster. Paula Magdalena (Ehmann), Im Prüfling 22.

Reff. Friedrich (Bleuel). Löweng. 14. . , _

Volkmar Georg Kornelius Wilhelm (Scharner), Theobaldstr. 16. Müller. Franz Lorenz (Köhler). Höchsterstr. 12.

14. Schmelz Emil Otto (de Vrics) Theobaldstr. 16.

Heil. August (Scketd) Theobaldstr. 16.

Steuer, Vtaria Magdalena (Hagen). Theobaldstr. 16.

15. Lorenz, Maria Kunigunde Johanna (Bauer) Theobaldstr. 16.

16. Kratzmüller, Friedrich Jolef (Knab). Jdstclnerflr. 7.

G ö b e l. Helene Vtaria Ptartha (Johe) Mörfelder Landstr. 98. Heß. Herbert (Wols) Rothschildallee.2l.

Sargk. Fritz Hermann Johann (Kreutzseld). Höbenstr. 40 Loeb, Ernst Eduard Hugo Ludwig lWinter). Mendelssohnstr. 43.

17. Engel. Peter lReining). Lorsbaterstr. 5.

Simon. Ludwig Ernst (Tuhte). Kriegkstr. 33.

Engel. Jobanna Snsanna (Jmpfang). Gr. Ritterg. 100.

Müller. Wilhelm Josef lEbner). Goldsedcrg. 8.

Jung. Rosa (Schlachter). Taubenbrunnenweg 7.

18. Wenzel. Otto Emil (Hevv) Gneilenauslr. 87.

Kroll. Michael Franz (Jost). Haidcstr. 152.

Anfaebotene. . ' ^

17. Juni. Hirsch, Adolf. Kauimann. mit Gottlreb. Jda. beide dahier. Gewalt, Friedrich Wilhelm Schneider, mit O u e r b a ch. Elisabeth, beide dahier. Schulz. Heinrich Jakob. Eiscndrchcr., mit Franke, Else Charlotte Elisabeth, beide dahier., Ruht. Heinrich Karl. Chauffeur, mit Emmendörfer. Luise, beide dahier.' Weißenborn Franz Willibald, Straßenbahnschaffner dahier, mit Kunz. Sophie Elisabeths zu Mörfelden. Enck, Johann Konrad, Buchdruckereifaktor, mit Kiefer. Rcgine Theresia, beide dahier.

18. Juni. Wie necke. Konrad Heinrich. Amisbote. mit Häf- n e r. Maria Salome, beide dahier. Stille r. Eugen Wilhelm Friedrich Ingenieur, mit Vater, Anna Maria, beide dahier. Oberstadt, Karl Johann Ferdinand. Schlosser, mit Land e n» dach. Pauline. beide dabier. A m e n d, Georg Sigmund, Schneider, dahier, mit Rögner. Babette Walburga, in Fürth.

Eheschlicstttnacn.

18. Juni. Reinhardt. Philipp. Polsterer, mit SLwinn. Magdalena, beide dahier. Bauch. Nikolaus. Schloster. mit Mater.

Barbara, beide dahier. Straub. Karl, Bäckermeister, mit Rein« Hardt. Franziska, beide dahier.

19. Juni. Radtke. Heinrich Otto, Kaufmann, mit Wltting. Margareta Johanna beide dabier. H o s m a n n. August Karl. Kauf­mann mit Seil. Anna Maria, beide dahier., Henkel. Johannes». Schneider, mit Wenzel Ernestine, beide dahier. Drehfus, Panis», Kaufmann» mit Stern, Martha, beide dabier.

Juni Berftorvene.

17. Fickelscher. Johann 5 M., Theobaldstr. 16.

Ettlina. David. Schreiner Wwer.. 6t I., Sandhof.

18. Ru hl. Ernst Friedrich. 9 M.. Haidestr. 5

Müller. Eleonore Helene geb. Wiegand. Wwe.. 62 I.. Langestr. 4. Schönau, Dorothea Emilie Berta 1 I.. Laubestr. 31.

Albrecht. Eugen. ProfessorDr.med., Idg.,35J.. Tiesterwegstr. 26. Sterlcpper, Philipp WUhelm. Magaziner. Verb.. 36Jahre,

Gartenstr. 229.

K l e i n b e n z, Friedrich Burkhard 7 M.. Schwarzburgstr. 53. Sauerbrey, Heinrich Paul. Mechaniker, ldg.. 21 I.. Ribe«

lungenallce 37/41.

Leib old. Magdalena Barbara. Kontoristin 17 I. Brabmsstr. 3. Waineck, Johann Joseph Albert. Obcrpostsekretär a. D.. verh^

65 I., Eckenh. Landstr. 73. Ru off. Willi: 8 M.> Gelnhäusergafle 6.

19. Bernthensel, Anna Maria gcb. Funck, 69 J Breitcgaffe 10.

Bockeüheim. >

Geburten. 6. Juni. Wieland, Sosie Elile (Hofmeister). Rödel» beimer Landstr. 6t. 8. W e n d e l. Heinrich Willy (Böttner), Wer­derstraße 13. 9 Reiser. Hein, Adam Otto (Hose). Jordanstr. 82. Liebler. Willy Adolf (Gtyckhcrr) Emicrstr. 31. 10. Rausch- mann. HeSwia Theresia (Wirsching) Markgrasenstr. 10. Lasch. Hermann Karl (Schlegel). Solmsstr. 52. 12. Jönsion. Johanna Luise Kathinka (Hcntzler). Schwälmerstr. 3. Müller. Berta Lina (Dietz). Frankfurterstr. 96. Prior. Wilhelmine Karoline (Schop- bach), Frankfurterstr. 81. 14. Jung. Christiane Jobannette (Bol- fett) Schtoßstr. 14. 16 Sohn. Elisabeth (Kaufmann). Flora- straße 18. Herbert. Emma Wilhelmine (Lemper)^ Ginnheimer- siraße 10. Reichel. Hugo Erwin (Keutsch). Frankfurterstr. 43. 17. Bromm, Adolf Karl (Letter). Schloßstr. 87. i

Aufqebotene. 15. Juni Rübsam. Christian. Taglöhner. i» Heddcrnbeim. mit Cloos. Margarete, dahier. Sondergeld. Amandus. Kausmanw mit Scherneck. Anna, beide dahier. 17. Platt. Andreas Straßenbamischaffner mit Honold. Anna, beide dahier. 18. Schäfer. Heinrich. Magaziner, in Weißkirchen, mit 61ambel. Elisabeth dahier. Frank. Eugen. Kaufmann, mit B a g a n z. Katharina, beide dabier. Glas. Karl, Mechaniker, mit K i l l e m a n n. Christine, beide dahier.

Elieschlietzungcn. 13. Juni. Watzenborn, Georg. Eisenbahn« assistcnt. mit Müller. Auguste, beide dabier. Hornung, Kawar. Bäcker, mit Doll mann. Elisabeih. beide dahier. Schwcighöfer. Jakob. Kaufmann. mit Wadker. Magdalena, beide dabier. Gauer. Karl. Kaufmann, mit Rosenberger. Margareta beide dabier. 17. Nord ho ff. Ludolf. Eilcndreher. mit W i e g e l. Anna, beide dahier. K o v p, Franz Jakob. Fabrikarbeiter, mit Bauer. Ottilie beide zu Rödelheim.

Sterbcsälle. 12. Juni. Eigner. Jakob Karl, Schloster. derh.. 83 I.. Friefengaste 6. Balz er. totgeb. Knabe Falkstr. 74. 13. Ob 1h. Adolf. Taglöhner. Wwer.. 62 I. Ginnb. Landstr. 42. Michelmanii. Eliwbeth aeb. Birkenstock. Wwe. 80 I.. Gr. See« straße 11. 16. Fischer. Johann Joies. Maurermeister. Verb.. 57 I.. Elisabethenplatz 1. Gordin. Gisela gcb. Koltesmann. 31 Jabre. Rödelh. Landstr. 124/126. 17. Liebler. Willy. 8 Tage. Emser« straße 3l. _ | .

Wettervoraussage

be» Physikalischen Vereins m Franksurt a. M.

für Samstag, 20. Juni.

Einige Tiefdruckgebiete, die gestern in Frankreich starke Niederschläge und Gewitter verursacht haben, werden Ivobl auch unser Gebiet nicht unberührt lassen. Doch steht im allgemeinen im Bereiche hoben Druckes keine wesentliche Aenderung in Aussicht. Prognose: Vorübergehende Trübung, wahrscheinlich mit Negensällen. Vielerorts Gewitter. Sonst weiterhin vorwiegend heiter, trocken und warm.

Hessischer landwirtschaftlicher Wetterdienst, Gießen, j (Amtlicher Drabtbericht derKleinen Presse".) Voraussichtliche Witterung in Hessen am Samstag. den

20. Juni: Heute Nachmittag und morgen vielfach Gewitter. Sonst wenig Aenderung der warmen Witterung.

Frankfurter Wetterbericht. (Beobachtungen des Physikalischen Verein?.)

Tag und Stunde (Ortszeit)

Baro­

meter

bet 0°

Ther­

mome­

ter

2S

w

Windrich­tung und Ststrke

R §

a

s S

Bemerkungen,

mm

° Lelstnk

pCt.

0-12

0-10

18. Juni 2 Uhr nachm.

751.9

+ 26-3

48

S 2

3

da 9 Uhr abends

751.0

+ 20.1

91

NO 2

2

19. Juni7Uhr morgS.

747.6

+ 21.1

78

NO 2

1

Höchste Temperatur am 18. Juni...».... + 2745

Niedrigste Temperatur am 18. Juni ... + 147

Tagesmittel der Temperatur für den 18. Juni2045

Normaler LageSmitt^ für den 18 Juni. 4- 164)

NiederschlagShvhe 00 mm.

Wetterbericht vom Felvverg (Taunus).

Station Taunus-Klub.

18 ./ 6 .,

19./6,

19./6..

Luft­druck

2 Uhr mittags | 687.0 9 Uhr abends ! 686.3 7 Uhr morgs I 682.1

ramr -f 19.5

4- 16 C

+ 17. e

Feuch­

tigkeit

60

75

70

Wind

S.

NO.

O.

Bewöl«

kung

Tempe­ratur .2 0 6

Niederschlag seit 24 Stunden 0. .

Höchste Temperatur in den letzten 24 Stunden -f 20.2<>.

Tiefste Temperatur in den letzten 24 Stunden -f 15.0°.

Verlauf gestern von 7 bis 2 Uhr Nebel. 2 bis 9 Uhr heiter, 9 bis 7 Ubr heiter.

Heiter, sch öne Fernsicht.

Wafserstanvsnachrichten.

(lltachdruck verboten.)

Würzburq 18. Juni. Mainv. 0 73 0.00 Mir.

L o d r, 18. Juni. Ptmnv. 1,25, 0.00 Mir.

Aichassenvura 18 Juni. Mainv. 1.17. 0,00 Mt«.

Hanau 18. Juni. Mainv. 125. 0.03 Mir.

Frankfurt 18. Juni. Mainv. 2.08. 0.05 Mt«.

Ko st heim 18. Juni. Ctaatsv 134. 0.05 Mtr.

Hüningen, 18. Juni. Rheinschleuse 276 0.04 Mt«. Straßburg 18. Juni. Rbeinschleuse 3.17. 0.04 Mt«. Lauterburg 18. Juni. Rheiuickleuse 4.71, 0.05 Mtr.

Kehl. 18 Juni. Rheinv. 3.09. 000 Mtr. ~

Maxau. 19. Juni. Rheinv. 4 83, 0,07 Mtr.

Heilbronn 18. Juni. Neckar. 0,64. 0.04 MtL Mannheim. 19 Juni. Nbeinv. 4,34. 0.05 Mtr.

Mainz. 18. Juni. Rbeinp. 1.67. 0.07 Mtr.

Bingen. 19. Juni. Rhein StaatSp. 2 32 0,06 Mt«.

Caub. 19. Juni. Rheinv. 2.70 0.05 Mtr.

Koblenz. 18. Juni. Rbeinv. 2 78 0.02 Mtr.

Köln, 18. Juni. Rbeinv. 2,81. 0.12 Mtr.

Düsseldorf 18, Juni. Rheinv. 2 66 0.03 Mtr.

Ruhrort. 18. Juni. Rheinv, 2.20, - 0.19 Mtr.

Trier, 17. Juni. Mosel 0 66 0,14 Mtr.

Hohenbirken auf, und ihr Onkel Roger hatte fein ganzes Herz an sie gehängt. Er liebte sie wie sein eigenes Kind, und der Ersatz, den diese Liebe ihm für eigenes Familicnglück bot, wie das glückliche, behagliche Zusammenleben mit Mutter und Tante, hatten ihn davon abgehalten, sein Glück noch einmal bei anderen Frauen zu suchen.

Mutter," sagte er noch halb lachend bei seiner Tasse Kaffee,ich fürchte, der Stahlberg ist ein Fax."

Er schilderte die Szene in der Backstube, die er eben^ mit angesehen und fügte hinzu:Dabei ist der Mensch so unwider­stehlich, daß man ihm gar nicht böse sein kann. Doch eigent­lich ein Prachtjunge."

»Ja, ja," bestätigte Frau von Klietzow,da hast Du Recht. Julchen soll es nur nicht zu tragisch nehmen. Es ist nichts wie Uebermut. Aber natürlich oars er uns nicht so auf der Nase Herumlanzen, wir müssen ihn kurz nehmen und sehr energisch auftreten."

O, Mutter, Mutter!" bemerkte Roger lächelnd mit einem schelmischen Zwinkern in den Augen. Er sagte weiter nichts, aber sie verstand ihn und drohte mit dem Finger. Sie war eine hübsche, alte Dame, jeder Zoll an ihr die Frau aus der guten alten Zeit. Die kindlich gläubige, streng ehrbare Frau, oeren Lebensinhalt Religiösität und Familie war. Die immer nur an Pflichten und nie an ihre Rechte gedacht hatte. Und trotz dieses Mangels an Selbstgefühl von einer natürlichen Würde, die jedem Ehrerbietung einflößte.

Sie paßte wunderbar aut mit ihrer Umgebung zusammen, sie und die gediegenen, behaglichen Mahagonimööel der Zim­mereinrichtung stammten aus derselben Zeit. Die großen, tiefen Lehnsessel und das mächtige Familiensofa, die prak­tischen Kommoden und Schränke, die schweren Pfeilerspiegel und Stuhuhren, Zylinderbureaus und Glasetageren voll Por­zellan und Famiuenandenken, standen in demselben Verhält­nis zu den modernen Ausstattungen wie sie zu den modernen Frauen. Dieser alte, bequeme Hausrat verbreitete ebenso viel Behagen um sich wie sie, wenn er auch in bezug auf Stil und verfeinerten Geschmack weit hinter den neuen Zeiterzeuanisien zurückstand, die zuweilen mehr für den Kunstgenuß, als für den praktischen Gebrauch geeignet sind.

Ich habe Dir noch sehr viel Interessantes zu erzählen, Mutter," sagte Roger, der erst vor zwei Stunden von seiner Reise heimgekehrt war und noch keine Gelegenheit gefunden hatte, seine Mutter allein zu sprechen.Weißt Du, wem ich auf der Rückfahrt in Görlitz begegnet bin r Marion von

Maliqnac s Und sie ist jetzt Frau Ampfer, die Frau unseres Nachhars in Düsterau!"

Frau von Klietzow sah ein wenig erschrocken aus. Sie stß vor einem Nähtischchen auf einem Fenstertritt, wie man ie noch in sebr alten Häusern mit starken Mauern und Fen- ternischen finoet. Das offene Fenster lag ganz im dämmer- grünen Laubschattcn des Nußbaumes, der mit seinen ausge- breiteten Zweigen die Veranda draußen überdackte. Sie ließ bei der Mitteilung des Sohnes die Hände, oie mit einer Flickarbeit beschäftigt waren, in den Schoß sinken und sah ihn oesorat an.

Roger! ist es möglich? Welch seltsame Fügung! Unsere Nachbarin in Düsterau? Ob das Zufall ist?"

Ich halte es für Zufall," entgegnete Roger. Er lehnte sich in seine Sofaecke zurück und zündete sich eine Zigarre an.

.Ampfer will eine Papierfabrik bauen, und ich soll sein Teilhaber werden, denn er braucht mein Terrain unten an der Neisse dazu. Nun sollst Du mir raten, Mutter, aber dazu mußt Du alles wissen. Ich babe Dir und Vater damals nur gesagt, daß ich die Absicht. Marion zu heiraten, aufgeben mußte, weil ich sie als eine Unwürdige erkannte, und ich war Euch dankbar, daß Ihr niemals mit weiteren Fragen in mich dränget."

Nein, nein," erwiderte Frau von Klietzow schmerzlich be­wegt, denn die- Erinnerung an das Leid des geliebten Sohnes tat ihr jetzt noch weh,alles, was wir tun konnten, war. Dich zu schonen und Dir über das Schreckliche hinwegzuhelfen. Hät­test Du es sagen können und wollen, dann hätten wir es auch ohne Frage erfahren."

Heute muß ich Dir alles erzählen. Mutter, weil ich Deinen Rat brauche. Dazu mußt Du aber völlig klar sehen,^ sagte Roger mit vollkommener Ruhe, die einen wohlüberlegten Entschluß verriet.Ich brauche Deinen Rat und Deine Mei­nung. denn nach dem, was ich heute erlebt und erfahren habe, bin ich in den tiefsten Zwiespalt mit mir selbst geraten und weiß nicht ein noch aus."

Lieber Sohn. Du weißt, daß Du mir Dein Vertrauen schenken darfst, so weit es Dir Bedürfnis ist," entgegnete die alte Dame mit einem Blick voll tiefer Herzensgute'und be­sorgter Mutterliebe.Ich will Dir gewiß nach' besten Kräf­ten raten.".;

(Fortsetzung folgt.)