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Kl»!»» Vreffr.

19, Juni 1908.

Graf Ballestrems goldene Hochzeit.

Der frühere Reichstagspräsident Graf Balle st rrm feiert am 21. Juni seine goldene Hochzeit. Er ist seit ' 1868 mit Hedwigis Gräfin Saurma-Jeltsch ver­mählt. Der Graf steht im 74., seine Gemahlin im 70. Lebens- fahr. Der Ehe find neun Kinder entsprossen, darunter sechs Söhne. Der Graf war lange Zeit Präsident des Reichstages u»d Mitglied der Zentrumsfraktion. Bei der letzten Reichs, -^agswahl kandidierte er nicht wieder und sein Mandat ging

-Müh

fwt die Polen verloren. Vor einigen Jahren wurde er zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikat Exzellenz er- nannt und in das preußische Herrenhaus berufen; außerdem > bekleidet er den Rang eines päpstlichen Kämmerers. Aus der .Armee wurde er als Rittmeister verabschiedet, nachdem er an den Feldzügen 1866 und 1870-71 teilgenommen hatte. An-. .läßlich seiner goldenen Hochzeit hat der Berliner Bildhauer ! Joseph Limburg eine Medaille entworfen, die wir unseren 'Lesern heute im Bilde zeigen. Die Vorderseite zeigt das gräs- : lich Ballestremsche Paar, die Rückseite das gräfliche Familien- Wappen. .

Aus der Weichshauptstadt.

(Eigener Bericht derKleinen Presse".)

(Die Haarschwund-Epidemie. Das Märkische Museum.)

Eine recht unangenehme PfingstüberraschunH waren für 'viele Eltern des westlichen Berlins und der westlichen Vororte die Mitteilungen über die epidemische Haarkrankheit, die in den Schöneberger Schulen ausgebrochen ist, die Haarpilzepidemie ! (Mikrosporie). Nach den Berichten über die schnelle Ausbrei­tung dieser Krankheit, die man in der Schweiz und Frankreich ^zu beobachten Gelegenheit hatte, stand zu befürchten, als die 'ersten unbenau gehaltenen Mitteilungen über die Epidemie in's Publikum drangen, daß sehr bald alle Berliner Knaben, nur solche, nicht Mädchen, werden von der Krankheit be- ' faßen, ohne Haare herumlaufen würden. Zärtliche Mütter -und Väter faßten sich und ihren Sprößlingen männlichen Ge­schlechts an den Kopf, um diesen sofort einer eingehenden Un­tersuchung zu unterziehen. Schon kamen aus anderen westlichen Vororten Nachrichten, daß auch da die Haarschwundepidemie in dortigen Schulen ausgebrochen sei. Wo sich ein paar Kna­ben bei einer Katzbalgerei gegenseitig die Haare ausgerauft 'hatten, glaubte man die verdächtige Krankheit entdeckt zu haben. Indessen zeigte sich bei kälter gewordenem Blute, daß die Sache überhaupt nicht so schlimm ist. Zunächst ist vorläufig die Epidemie auf Schöneberg beschränkt, und auch da nur auf einzelne Schulen.

Indessen war immerhin der Schreckschuß recht heilsam. Schöneberg, ein weit ausgedehnter westlicher Vorort, ist so ver­wachsen mit Berlin, Charlottenburg, Wilmersdorf, Friedenau und noch anderen Vororten, daß die Verbreitung der Epidemie auf die Grenzbezirke immerhin recht nahe liegt. Wer kann es hindern, daß die Schöneberger Jungen mit den Kindern der anderen westlichen Orte gemeinsam Murmeln spielen, daß sie bei Kinderfesten in den westlichen Sommergärten zusammen- kommen, daß sie sich ihre Haare, so weit sie ihnen vomHaar- Schwund" noch nicht geraubt wurden, in Friseurläden schneiden und mit denselben Apparaten bearbeiten lassen, die auf an­deren Köpfen auch gearbeitet haben! Also die Befürchtung war wohl berechtigt, wenn auch die Nachrichten, die zuerst bekannt wurden, übertrieben erschienen. Schließlich verliert niemand gerne seine Haare ohne zwingende und amüsante Gründe.

Ist es nun einerseits aber recht gut und schön, daß man die Gewißheit hat, daß sofort von Seiten der Behörden alles -geschieht und geschehen wird, was möglich ist, um die Epidemie $u unterdrücken, so liegt andererseits auch wieder die Befürch­tung vor, daß die weitgehenden Maßregeln, um die Krankheit -auf die bereits Erkrankten zu beschränken, leicht manche zärt­liche Eltern davon zurückschrecken können, die Erkrankung ihrer Kleinen zu offenbaren. Selbstverständlich wäre diese 'falsche Zärtlichkeit ebenso unvernünftig wie unverantwortlich, aber -wer kennt nicht die Unvernunft mancher Eltern!Was machen cheim Jungen so'n paar Haare aus! Deswegen in't Kranken- ihaus sehen l Ne, is nich l" Es wird da die größte Vorsicht mötiq sein, um 'die bereits Erkrankten auch wirklich zu isolieren. 'Denn für manche Leute kommen eben auch wirtschaftliche Fragen

mit in Betracht. Die Knaben sind bereits Mitoerdiener, sie tragen Zeitungen aus, Lesezirkel usw. Wer wird sich Kinder ins Haus kommen lassen mit einer Kopfkappe. die allen gleich deutlich zeigt, daß ihre kleinen Träger auch zu den Erkrank- ten'gehören, wenn auch die Kappe zeigt, daß sie in ärztlicher Behandlung sind!Noli me tangere!" werden die meisten denken, denn man kann nie wissen!

Also, ich meine, völlig beruhigt werden vielleicht eben nur die sein, die sich bereits ihre Haare wegamüsiert haben, denen kann keine Haarschwundepidemie mehr etwas anhaben.

Ein anderes Pfingstgeschenk für die Berliner, die es frei­lich erst ein paar Tage nach Pfingsten erhielten, ist das Mär- kische Museum, das am Mittwoch eröffnet wurde. Das heißt, ein Märkisches Museum hatten die Berliner selbstverständlich seit über einem Menschenalter. Aber die Sammlungen befan­den sich bisher in Räumen, die wenig für ein Museum geeignet waren. Sie warenuntergebracht", man hatte sie nachein. ander in allen möglichen städtischen Gebäuden placiert, wo sich eben Platz fand. Aber die Sammlungen mehrten sich, und die Räume dehnten sich nicht entsprechend. Nun ist ein der Reichs­hauptstadt würdiger Bau errichtet für das. Museum, das ja auch zum Teil von der Reichshauptstadt, ihren Uranfängen, ihrem Werden, Wachsen und Gedeihen zeugen soll.

Solche Museen verdanken in der Regel dem besonderen Sammeleifer eines einzelnen ihre Entstehung. Es gibt eine ganze Anzahl berühmt gewordener Sammler, die durch ihre Sammelleidenschaft die Grundlage für große Spezialmuseen legten. Unter großen persönlichen materiellen Opfern haben sie die. ersten Anfänge dieser Sammlungen zusammen getragen, bis ihnen dann, andere zu Hilfe kamen, städtische und staatliche Mittel ihnen zur Verfügung gestellt wurden. Mehr oder weni­ger waren sie alle Originale, der alte Domherr Wallraf in Köln und viele andere solcher Museumsgründer. Von dem er­zählt man sich, daß er sich zuweilen buchstäblich um einzelne Museumsobsekte geschlagen habe, daß er ein andermal für einen Gutsbesitzer schwere Arbeiten verrichtete, weil er anders nicht ein Sammelstück, das er besitzen wollte, erlangen konnte. Ohne einige originelle Einseitigkeit wird man ja auch nicht Sammler eines Spezialgebietes, und die Sammelleidenschaft selbst ist eine Eigenschaft, die zu origineller Betätigung treibt.

So erzählt man sich denn auch vom Stadtrat Ernst Friedet, der als Begründer dieser Sammlungen _ des Märkischen Museums angesehen werden kann, die drolligsten Geschichten. Annexander der Große" wurde er oft genannt in den Kreisen märkischer Gutsbesitzer, dOen er manches wichtige Stück der Sammlung, die nun KU so herrlicher Größe gedieh, auf alle mögliche und unmöglich erscheinende Weise zu entlocken ver­stand. Friede!, der im vorigen Jahre seinen siebzigsten Ge­burtstag feiern konnte, sieht nun in dem neueröffneten Museum das Streben und Wirken eines ganzen Lebens in herrlichster Weise gekrönt. Was er in der Jugend ersehnt, baut ihm das Alter in Fülle und dazu noch den roten Adlerorden dritter Klasse mit der Schleife, der dem Geheimrat am Eröffnungs­tage der Ausstellung ins Knopfloch flog.

Schon der herrliche Bau des Museums am Köllnis Park, der ein Werk Ludwig Hoffmanns ist, des Erbauers Reichsgerichtsgebäudes in Leipzig, ist charakteristisch für die Zwecke, denen er dient, und Friedeis Vorschlag, in dem Stil der einzelnen Bauteile die Baugeschichte der Mark Branden­burg typisch zur Anschauung zu bringen, wurde in dem herr­lichen Prachtgebäude treffend zur Geltung gebracht.

Die großen Sammlungen des Museums, zu denen nicht wenig die Mitglieder der kaiserlichen Familie beigetragen haben, werden bei dem großen Publikum- nicht überall das gleiche Interesse Hervorrufen, sie werden teils auch zu wichtigen Stu- dienzrvecken dienen, andererseits aber können andere Sammel- objerte, sie werden vielleicht die Menge der Besucher am meisten locken, eben nur Kuriositätsinteresse beanspruchen.

Die Sammlungen gehen auf die älteste, vorgeschichtliche Zeit zurück, auf die diluviale Steinzeit. Das etwa tausenü Jahre vor Christus zurückreichende Königsgrab von Seddin, das größte Hünengrab von Deutschland, dessen Reste im Muffum sich befinden, ist an Alter em Baby gegenüber öen Eollthen der Steinzeit, deren Herkunft 20 bis 40,000 Jahre zurückliegt. So was jibt s ja jarnicht!" werden die Berliner sagen. In­teresse weiterer Kreise aber werden die Sammlungen bean­spruchen, welche uns die bauliche Entwicklung Berlins veran­schaulichen, oder mancherlei historische Kuriositäten, so die »Türen, hinter denen in der Berliner Hausvogtei Fritz Reuter und Gottfried Kinkel gesessen haben, dann auch die reichen Waffensammlungen, die uns die Geschichte und Entwicklung des Verteidigungswesens in deutlichster Weise' zeigen.

Ein Berliner Zimmer ums Jahr 1830 veranschaulicht uns die Biedermeierzeit und zeigt uns deutlich, wie falsch und lächerlich es oft erscheinen muß, wenn uns die Mode den Stil der Biedermeierzeit heute aufdrängen will. Gewiß, der Stil der Biedermeierzeit war entzückend, er wirkt so gemüt­lich, so anheimelnd; aber er. paßt deshalb auch so wenig in unsere Zeit hinein mit unserer Hast und Rastlosigkeit, mit unserer elektrischen Beleuchtung, bte alles grell ins hellste Licht setzt, was gar nicht heimlig wirkt. Diese echten Biedermeier­zimmer, in unsere hohen, modernen Raume mit den großen Fenstern hinein versetzt, wirken wie Karikaturbilder. Jeder Stil ist eben, wenn er wirklich schön war, aus seiner Zeit herausgewachsen, hat sich den Bedürfnissen seiner Zeit an- gepaßt.' Darum kann ein Stil, der so vollkommen einer ver- gangenen, besonders charakteristischen Zeit angehörte, nun und nimmermehr sich einer so völlig anderen Zeit anschmiegLN, wie es die unsere ist. Alle diejenigen, die ihre modernen Räume mit Schränkchen und Lüstern und Silhouettenbildern und an­deren Kinkerlitzchen aus der Biedermeierzeit anfüllen, mögen ins Märkische Museum wandern, und sie werden dann sehr bald ihre modernen unmodernen Einrichtungen zum Fenster hinauswerfen. E. Jsolani.

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handiDirtfcfiafflidies.

A Bezirkstierschau. Bei der in S e l t e r s bei Montabaur abgehaltenen Bezirkstierschau im Zuchtgebiete des dritten Zuchtbezrrks des Lahnviehschlags erhielten erste Preise: Pferde: PH. Nies-Hof Kembs, E. Stähler-' Oberzeuzherm; Preis des Pferdezuchtvereins und Ehrenur- künde der Landwirtschaftskammer Domänenpächter Stetter- Welschneudorf; Bullen: I. Lambert-Geis-Debrn. K L Schwenk-Mansfelden, A. Ludwig-Herschbach ; O ch s e n u n b Bull ent m Z uge: I. Ehl II.-Heiligenroth; Kühe: K. Schwenk-Lmtner, I. Quirnbach IV.-Leuterod; trächtige Rrnder: K. Lteber-Linter, P. Görg VII.-Elaendork % Hastenteufel-EIgendorf, Wolf III.-Dietkirchen; Schwer ne'

P. Reifenberg-Hartenfels; Ziegen: I. Müller-Montabaur, H.Baumgarten Wwe.-Maxsain.

X Gute Ratschläge für die Heuernte. Hier und da hat sie schon begonnen, die arbeitsreiche Erntezeit. Wenn dann die helle Sonne vom Himmel lacht und gutes Wetter das Werk begünstigt, geht die Ernte rasch vor sich und das ge­wonnene Dürrfutter kommt in gutem Zustande unter Dach. Leider wird aber noch zu wenig Rücksicht darauf genommen, daß das Futter auch von bester Qualität sei, d. h. alle die Nährstoffe enthält, die zur Mütezeit der Gräser unserer Wie­sen in den Pflanzen stecken. ES ist Tatsache, daß ein großer Teil unserer Wiesen zu spät abgeerntet wird. Das richtige ist, dann zu mähen, wenn die meisten Pflanzen, die den Hauptbestandteil der Wiesen ausmachen, in Blüte stehen. Wird früher gemäht, so erntet man weit weniger Heu, da das Gras noch zu wenig entwickelt ist und arg zusammen­trocknet, bei späterem Mähen aber sind die Gräser zu holzig und der größte Teil der Nährstoffe, die zur Bildung des Sa­mens dienten, bleibt in dem ausfallenden Samen in der Wiese und fehlt dann dem Futter. In der Blütezeit dagegen sind noch viele leicht verdauliche Nährstoffe in den Pflanzen ent­halten und machen das Futter besonders wertvoll. Ein wei­terer Fehler, der bei der Heuernte gemacht wird, ist das Liegenlassen des gemähten Grases. Man sollte auch beim besten Wetter die Mühe des Aufkegeins nicht scheuen. Plötzlich eintretende Regen und starker Nachttau laugen die leicht löslichen Nährstoffe aus und -das gewonnene Futter ent­hält weit weniger Nährstoff, als das Futter, daS über Nacht auf Haufen gesessen hat. Agricola.

* Jungsieb und Fohlenweide. Die Jungvieh, und Fohlenweide auf Hof Aftholderbach bei Nastätten, die der fünfzehnte landwirtschaftliche Bezirksverein eingerich­tet hat, ist nun ihrer Bestimmung mit zunächst 14 Stück Jung­vieh und 10 Fohlen übergeben worden. Die Tiere bleiben je nach der Herbstwitterung bis Ende Oktober auf der Weide, die rund 60 Morgen groß und reichlich mit Gräsern bewachsen ist. Eingeteilt ist sie in mehrere Koppeln, von denen immer nur zwei besetzt werden. Eine große Schutzhütte ist für nachts und kalte oder naffe Witterung vorhanden. . Wasser ist reichlich vorhanden.

L Behandlung der Spargelbeete nach der Ernte- Die

Spargelernte dehne man. wenn die Anlage für daS nächste Jahr gleiche Erträge bringen soll, nicht zu weit auS. End« Juni höre man mit Stechen auf. Die austreibenden Epargeln soll man zu einer möglichst üppigen Blattentwickelung zu bringen suchen. Dies wird erreicht, wenn man das Spargelfeld unkrautfrei und die Oberfläche gelockert hält. Eine Düngung ist jetzt am Platze, besonders dankbar ist Spargel für dünne Stickstoffdüngung. Chilisalpeter hat sich gut bewährt, Phosphorsäure und Kali dürfen dem Boden nicht fehlen. Steht Kom­post und verrotteter Stalldünger zur Verfügung, so bringe man den­selben. nachdem daS Unkraut vertilgt ist, auf daS Spargelbeet und hacke ihn leicht unter. Viele Kulturen werden gewöhnlich nach der Ernte vernachläsikgt und erst wieder in Pflege genommen, wenn die Ernte vor der Tür steht; man vergißt, daß die Nährstoffe, die zur Produktion dienen, sich nach und nach in den Pflanzen ansammel«. Die angesetzten Früchte entferne man und schneide die Stengel ab.

* Pferde-, Fohlen- und Zuchtviehmarkt in Beerfelden. Am 13. und 14. Juli wird in Beerfelden wieder der seit -einigen Jahren eingeführte große Pferde-, Fohlen- und Zuchtviehmarkt abgehalten. Diese Veranstaltung er­freut sich steigenden Zuspruchs und bildet für die Bewohner des südlichen OdenwaldeS sowie der angrenzenden badischen und bayerischen Gebiete eine gern benützte Gelegenheit, lehr- und genußreiche Stunden gemeinsam zu verbringen. Mit dem Markt ist eine Prämiierung und Verlosung verbunden. Die in letzten Jahren aufgewendete Prämiierungssumme von Mk. 2000 hat sich diesmal auf Mk. 2300 erhöht und zwar in­folge der Neueinrichtung der Landwirtschaftskammer, welche Mk. 300 zur Verfügung stellte. Es ist also diesmal möglich, für Händler-, für Züchterpferde und für Fohlen höhere und zahlreichere Prämien anzusetzen. Die Verteilung der Prämien geschieht buch eine Kommission, die vom Landespferdezucht, verein und der Landwirtschaftskammer gemeinsam gebildet wird. Die Leitung des Ganzen wird wieder in der bewährten Hand des Oberlandesstallmeisters von Millich liegen. Es ist eine Lust zuzufehen, wie dieser joviale Herr mit Kenner, blick die Tiere mustert und ordnet. Das Marktkomitee ent­faltet schon seit Wochen eine anerkennenswerte Rührigkeit, ihm ist hauptsächlich zu danken, daß der immerhin kompli. zierte Apparat einer solchen Veranstaltung stets tadellos funktioniert. Die Marktgäste kommen, sehen, amüsieren sich, das Marktkomitee lauft, ordnet, erteilt Auskunft, schafft Platz usw. Nun braucht nur die Witterung dem Unternehmen hold zu sein, dann steht ein gelungener Markt in sicherer Aussicht.

WeinzeUung.

§ Bon der unteren Nahe, 18. Juni. DerStandder Weinberge an der unteren Nahe ist fast durchweg ein recht be­friedigender. Wenn die Sonne so weiter daS Regiment führt, so ist die Angst vor dem weiteren Auftreten der Peronospora bald ver­schwunden. Die Gescheine wachsen rasch, die allgemeine Blüte dürfte bald beginnen. Die jungen Loden sind über einen Meter lang» sodaß man mit dem Heften beginnen muß. Die Wickel des Reben- stichlers sind hauptsächlich von den Schulkindern fleißig einge- sammelt worden, weshalb sein Schaden nur unbedeutend ist. Auch die Motte des Heuwurms zeigt sich in diesem Jahr weniger, und wenn die Traubenblüte einen raschen Verlauf nimmt, so sind erhebliche Schäden durch den Sauerwurm nicht zu befürchten. Im freihändigen Weinverkaus ist nach gewöhnlichen Knnsumweinen in letzter Zelt mehr Nachfrage. So wechselten im Guldenbachtale mehrere Posten 1906er uno 1907er in der Preislage von JL 650600 ihren Besitz. Ferner wurden verkauft in Binger­brück zwei Stück 1904er zu je JL 840, 1905er zu 725, 1906 er zu JL 685730, in SarmSheim 1906er zu Jl 710730, in Langenlons­heim 1904er zu JL, 750, in Kreuznach 1904er zu JL 900, 1906er zu JL 650720, 1907er ju JL 530560, in Münster a. Stein 1905er zu JL 675, 1906er zu JL 645730, in Niederhausen 1906er zu JL, 700710, 1907er zu JL 570, in Heddesheim 1906er zu Jl 600 625,1907er zu Jl 520540, in Wallhausen und Gutenberg 1906er zu Jl 570610.

Eingesandt.

(Mitteilungen a«S dem Publikum.)

Von ver Efchershelmer Landstraße.

DemFreund des Fortschritts" möchte ich folgendes er- widern:Daß die Elektrische nach Eschersheim fährt, ist ge- wiß kein Uebelstand; es ist mehr, es ist eine Wohltat. Daß aber noch mehr Haltestellen errichtet werden sollen, würde sicher zu einem Uebel führen. Es ist doch Vororts- verkehr. Haltestellen sind doch wirklich in reichlichem Maße vorgesehen. Uebrigens ist die Straßenbahnverwaltung sicher in der Lage, statistische Ermittelungen darüber anzustellen, ob die Errichtung weiterer Haltestellen überhaupt ein Be­dürfnis ist, bezw. sich rentiert. Ich glaube es nicht, denn bei noch längerer Fahrzeit und öfterem Anhalten könnte mancher vorziehen, bei schönem Meter zu Fuß zu gehen. Einem jeden ist doch sicherlich darum zu tun, so bald als möglich seinem

Ziel zugeführt zu werden. Die Wagen Verkehren regelmäßig. Im Fall richtiger Information weiß man-genau, wann ein Wagen kommt. Der Herr-Einsender ist daher nicht gezwungen, immer eine Viertelstunde zu warten, bis der nächste Wagen konimt, auch braucht er sich dann die Zeit nicht damit zu ver­treiben bis zur nächste Haltestelle zu Fuß zu gehen. Das ist kein Fortschritt; denn auf solche Weise verbraucht man un- nötig Zeit und Stiefelsohlen. R. ,W.

Freimarke.)

M. 1. Die Höhe der Kosten kann nur schätzungsweise angegeben werden, da die Auslagen des Gerichts für Zeugengebühren usw. nicht bekannt sind. Die Gerichtskosten werden etwa Jl 60. die Kosten der Klägerin etwa ,4L 50 betragen. Es wird Ihnen demnächst ein Kostenfestsetzungsbeschluß zugestellt. aus dem Sie ersehen, welche Kosten Sie der Klägerin zu ersetzen haben. Auch wird Ihnen eine Ge- richtskostensorderung zugehen. 2. Der geschiedene Ehemann kann s o - fort nach Rechtskraft des ScheidungSurtetlS wieder heiraten.

Bingen. Das Reisebureau SchottenfelS. hier, teilt vnS mit. daß der nächste Extrazug von Frankfurt nach München in der Nacht vom 7. auf den 8. August 12.35 abgebt. Antunst in München 9.10 Uhr am folgenden Nachmittag. Die Preise hierfür seien noch nicht bekannt.

Drei Lilien, Karlsruhe. Die Frankfurter Stadtgärtnerei. der wir Ihre Frage nach den Gesamtkosten der Versetzung des Eibenbaumes vorlegten, antwortet, sie wisse selber noch nicht genau, wie hoch die Summe sei. Die Arbeit wurde seinerzeit von der Firma Holzmann u. Co. geleitet, der wir Ihre Frage nun unterbreiten werden.

E. H.» Erwerb. Auf Erkundigung beim Franks. Frauenb.-Derein erfahren wir. daß für Wäschearbeiten der Frauenverein. Große Bockenbeimergasse. Ecke der Kaiserhofstraße (Fräulein Füßenhäuser) eine Erwerbsquelle ist. für Stickereien aller Art die Firmen Schacht. Hasen­gasse 1: B. Fuchs. Kaiierstraße 14; I. F. Quilling. Kaiserstraße 29; für Häkelei und Filet: Foucar u. Bender. Roßmarkt 12.

Achtzehnjähriger Abonnent in O. W. Wir nennen Ihnen nach dem Frankfurter Adreßbuch die Firma M. Aron. Rechneigrabenstr. 12. (besonders für gebrauchte Säcke).

Gin alter Abonnent des Blattes O. Wenn die angegebenen Mittel, den Maulwurf zu vertreiben, versagten, bleibt Ihnen. wie die Auskunftsstelle des Frankfurter Vereins für Kleingartenbau meint, nichts anderes übrig, als eine Maulwurssfalle aufzustellen, die Sie in jedem Elsenwarengeschäft zu billigem Preise erhalten können.

Frankfurter Fremdenblatt

vom 17. Juni 1908.

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Für die vielen Beweise grosser Teilnahme während des Krankseins und bei dem Hinscheiden unseres vielgeliebten Gatten, Vaters, Schwiegersohnes, Schwagers, Vetters und Neffen

allen herzlichen Dank.

Insbesondere danken wir den Arbeitern, Meistern und Angestellten der Firma für ihre Teilnahme, Herrn Brendel als Vertreter der Bauhand- werke?, Herrn Woher, Ehrenpräsident der Turngesellschaft Sachsenhausen, und Herrn Direktor S e h n & r r von der Goethe-Doge für ihre tröstenden er­greifenden Worte bei der Trauerfeier.

Frankfurt a. Bf., den 19. Juni 1908.

Die trauernden Hinterbliebenen

i. d. N.

Johanna Buchhheim geh. Eisele.

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