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28,lltn09^

greifen viele Leser nach den

Romainen derKleinen Presse

So spannend und so hohen Ansprüchen genügend sind sie. (Wir freuen uns, dass wir unseren Lesern fortlaufend

zwei Momaiae

bieten können, die den verschiedenen Ansprüchen gerecht zu werden 'suchen. In den nächsten Monnten soll wieder ein illustrierter Kornau erscheinen, der die ganz be­sondere Aufmerksamkeit unserer Leser finden wird. Daneben bietet dieKleine Presse eine Fülle von kleinen Erzählungen, Skizzen, Novellen, kurzen Lebensbildern und Dialektdichtungen. ^Yer sich die Mühe nimmt, dieses reiche Unterbaltungs- material derKleinen Presse zu sammeln, hat bald eine stattliche Unterhaltungsbibliothek beisammen, die ihn sozusagen

nichts kostet.

Frankfurter Regatta.

, Äv i ij'-.-.c ;.

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b Wenn auch die Zahl der Regatta-Zuschauer gestern Nach­mittag begreiflicherweise geringer war als am Sonntag, so waren doch noch reichlichArbeitslose" anwesend, die mit Ver­ständnis oder Begeisterung, zum Teil auch mit- beiden, die sportlichen Ereignisse verfolgten. Diese boten allerdings des Interessanten genug. Es war ein Tag spannender End- kämpse. Im Regatta-Vereinspreis und im Preis von Sachsenhausen brachte erst der letzte Schlag die Entscheidung zwischen den führenden Booten und im großen Achter, den Germania-Preis, riß die Mannschaft des Vereins, der dem Rennen den Namen gab, durch einen brillanten Endspurt von der Tribüne ab den Sieg mit einer halben Länge aus dem Feuer. Wie am ersten Tage verliefen die Wettkämpfe bei gün­stigem Ruderwetter. Auch der technische Apparat tat wieder tadellos seine Schuldigkeit.

In der Zeit zwischen Vorrennen und Hauptrennen war im Hotel Imperial ein Festessen, bei dem der Präsident des Regattavereins Bernhard Kahn die Begrüßungsansprache hielt, der Reden der Herren Ernst Ladenburg, Stadtrat Kölle, Dr. Bücher- Luzern und Regierungsrat Pauli- Straßburg folgten. Pauli sprach über den neugegründeten Straßburger Regattaverein, und über die für den September vorgesehene Straßburger Regatta, zu der das Kaiserpaar sein Erscheinen in Aussicht gestellt hat.

In einer fachmännischen Gesamtwücdigung der Regatta schreibt unser Sportberichterstatter:

Der Senior-Vierer des Mainzer Rudcrverein hat wieder gezeigt, daß er in seiner Bootsgattung keine deutsche und keine ausländische Mannschaft zu fürchten braucht. Zwar ist seine Form wenig bestechnd, aber die Wasserarbeit ist vor- züglich; die Mannschaft ist zur Entsendung zu der Olympia- Regatta durchaus qualifiziert. Was wir über die Junioren der Ru vergesellschaft Sachsen hausen in unseren Trainingsberichtcn sagten, hat sich vollkommen bestätigt: sie sind ausgezeichnete' Klasse. Das Gleiche gilt vom Frank­furter Ruderverein. Otto Müller, der Skuller derGermania", wurde von R. Lucas wiederholt besigt; damit ist die Ansicht, daß der Mainzer seinen mehrjährirgen Gegner überlegen ist, Hur Gewißheit erhoben. Die Niederlagen hn Einer hat jedoch die ^Germania" durch die glänzenden Leistungen ihrer beiden Senior-Achter wettgemacht, die ihre -kennen im schönsten Stil gewann. Eine starke Enttäuschung bereiteten den Sportleuten die G e n t e r. Der Frankfur­ter Klub und dieT e u t o n i a" besitzen gute Mannschaf-, ten, die bei den weiteren Ereignissen des Jahres Wohl noch' mitreden werden. Ueber Ludwigsha fe n und Mann­heim^ haben wir uns bereits gestern geäußert. Jedenfalls bars die Frankfurter Regatta, insbesondere der zweite Tag mit seinen scharfen Kämpfen, das Verdienst für sich bean­spruchen, die Lage geklärt zu haben.

Als Schiedsrirchter begleiteten die Herren Döringg und B d) u nt ache r -Mannheim und Ladenburg -Frankfurt die flennen aus der altenAramis" von der Germania und dem nit einem vierzylindrigen Vreucrmotor armierten Boot der xirma C. F. A. L e u x -Niederrad, das eine staunenswerte Schnelligkeit entwickelt. Am Schlüsse der Regatta nahm der Vorsitzende des Regattavereins auf dem Festplatz die Prcis- -erteilung vor. Er dankte allen Beteiligten für ihre Mitwir­kung und schloß mit einemHipp Hipp Hurra!" auf den Rudersport.

Nachstehend der Verlauf der Montagsrennen:

Vorremren am Montag.

Vierer.Erste Abteil.: 1. MannheimerRuderklub? Min. l0*/ 5 Sek., 2. Frankfurter Rg. Sachsenhauseu 7 :19, 3. Würzburger Kg. 7 : 24, 4. Rkl. Nassovia Höchst 7 : 33Yg. Zweite Abteilung: t. Frankfurter Ruderverein 7:28%, 2. Frankfurter Kkl. 7 : 82%, 3. Frankfurter Rudersportvercin Teutonia 7 : 45%. Einer. Erste Abteilung: 1. K a st e l e r R u d e r g e s e l l s ch a f t 7: 55 3 /b (K. Hessenthaler). 2. Frankfurter Rg. Germania 8 : 01 (I.

Roman von Marie Stahl.

*

(Fortsetzung.) (7

Mutter und Sohn plauderten noch lange über das Selt­same, Aufregende, was hier Vergangenheit und Gegenwart mit einander verknüpfte, während die Spatzen in dem alten Nuß­baum lärmten und die Schwalben vom Dachfirst zwitscherten. Genau so wie Roger es schon als kleiner Junge gehört, als er noch auf dem Schooß seiner Mutter saß. Und wie damals sprach die liebe, weiche Stimme der Mutter Heimatssrieden und Hcimatsglück in sein Herz hinein.

Gegen Abend saßen zwei junge Mädchen in dem großen Obstgarten hinter dem Gutshaus von Hohenbirken. Unter einem offenen Pavillon, der pitzartig von einem rohrgedeckten, moosbewachsenen Dach beschattet wurde, befanden sich Garten­bänke und Stühle um einen Holztisch herum, und hier hatten sie sich mit einem ganzen Korb voll Strümpfen und Socken niedergelassen, an denen sie eifrig stopften. Die sinkende Sonne ' warf schräge Strahlen durch die Pappeln und Eschen am Gartenzaun über den kleinen Erdhügel, auf dem sich der Pavillon befand, und machte das satte Rot der Rosen, Geor­ginen, Geranien und Bethunien aus den Beeten ausleuchten, To daß der Garten wie in Feuer stand. Ein süßer Geruch von reifen Himbeeren erfüllte die Lusr, mit dem der schwüle Abendhauch zuweilen die kräftigeren Düste von den Gemüse- Pflanzungen vermischte.

Ein Buch lag aufgeschlagen auf dem Tisch, unter Socken und Garnknäueln, zum Vorlesen bestimmt, aber wie gewöhn­lich konnten die beiden Freundinnen, Franzi Warneck und Martina Kümmcrnih, die älteste Tochter des Pfarrers von Hohenbirken, nicht aufhören mit Plaudern. Das wirkliche Leben mit seinen wundervollen Mysterien war so viel reizvoller als die alten Uchmöker aus des Pastors Bibliothek.

Könntest Dm Martina? Könntest Du wirklich einen Mann lieben, der schon einmal eine andere lieb halle?" fragte eben Franzi und legte beschwörend ihre Hand auf den Arm der Freundin, als gälte es eme lebenentscheidende Frage. Ihre großen, strahlenden Kinderaugen richteten sich herausfordernd, kampflustig auf Martina, die über ihre Arbeit gebeugt saß.

»sranzi war keine Schönheit, aber sie war so blühend frisch, so kernig gesund und voll sprühender Jugendlust. daß cdcnk das Herz lachen mußte, der sie sah. Mit ihren achtzehn Jahren schien sie eben der Kindbeit entwachsen zu kein. und ihr rundes.

jSUfnig Vreyr.

Heberer), 3 Offenbacher Rg. Undine 8 : 1% (G. Anselm), 4. Wasser- Iportverein Mülheim-Ruhr 8 : 20 Vb (W. Abel). Zweite Abteilung:

1. Ulm er Ruderklub Donau 7: 87 3 ' 5 (E. Vögele), 2. Mannheimer Rg. 7 : 38*/ B (W. Jmmerheiser), 8. Frankfurter Rg. Germania (K. Laux) umgekippt. Dritte Abteilung: 1. Ruder- Verein A m i c i t i a - M a n n h e i m 7 : 46 (D. Recken- auer), 2. Rudervercin Hellas Offenbach 7 : 46 4 / & (I. Stroh), 3. Kastrier Ruderges. 7 : 58 (A. Menz), 4. Frantfurter Ruderges. Oberrad 8: 10 3 / 5 (H. Kärbitz). Einer. Erste Abteilung: 1. Mainzer Nuderverein 7: 85 2 / 5 (R. Lucas), 2. Frankfurter Rg. Germania 7 : 42 3 ,y (O. Müller), 8. Union der Ruderer Straß- burgs 7 : 46 % (H. Barlenes), 4. Rv. Hellas Offcnbach 7 ; 48% (0. Vetter). Zweite Abteilung: 1. Canottieri Milano 7 : 30% (E. Dones). 2. UlmerRkl. Donau 7 : 40% (H.Steinhäuser),

3. Rg. Ruhrort 7 : 49 (W. Rünninghoff).

Hauptrennen am Montag Nachmittag.

Vierer. Ermunterungspreis. 1. Frankfurter Ruder­gesellschaft Sachsenhausen 6 Min. 67 fi Sek., 2. Mannheimer Rkl. 7:8^4. Ruderer im siegenden Boot: Cordey, Trauner, Suther, N. Kirch; St. Reiber. Es fanden sich nur zwei Boote am Start ein. Sachsenhausen geht mit der Führung ab, den Vorsprung stetig vergrößernd, sodaß Sachsenhausen das Ren- neu überlegen mit vier Längen gewinnt.

Vierer. Kaiscrpreis. 1. Mainzer Nuderverein 6:41, 2. Ludwigshafener Rv. 6:45^, 3. Socket« Royale de Sport Nautique a Gand 7:10^4- Ruderer im siegenden Boot: Fr. Weber-Mönchhof, Schreiner, Cordes, Eismayer, St. Stroh­schnitter. Die Boote gehen blitzschnell vom Start ab; bei 1000 Meter hat sich Mainz bereits eine Führungslänge er­kämpft, Ludwigshafen, das auf dem dritten Platz liegt, geht mit kolossalem Spurt an den Gentern vorbei und kommt auch Mainz nahe. Da mutzte die Entscheidung kommen; Mainz setzt zu seinem Tribünenspurt ein, den Ludwigshasen nicht mitmachen kann. Mainz siegte mit 2 Längen. Gent ruderte aussichtslos durchs Ziel.

Einer, Preis vom Roten Hamm. 1. Nuderverein Amicitia-Mannheim (D. Neckenauer) 7:37^, 2. Hellas-

Ofsenbach(J. Stroh) 7:3934, 3. Ulmet Rkl. Donau(E. Vögele) 7:51)4, 4. Kasteler Rp. (K. Hessenthaler). Neckenauer von der Mannheimer Amicitia zeigt vom Start ab seinen Kon­kurrenten den W?g, wird aber auf der ganzen Strecke von Stroh (Offenoacher Hellas) sehr scharf bedroht. Letzterer ver­steuert sich kurz vor dem Ziel und muh deshalb Neckenauer den Sieg mit einer halben Länge überlassen. Heberer (Frank­furter Germania) konnte das scharfe Tempo nicht mitmachen und kam aus den letzten Platz.

Achter. Preis von Oberrad. 1. Frankfurter Nuderverein 6:31, 2. Straßburger Ng. 6:34§4, 3. Frank­

furter Rkl. 6:36^, "4. Frankfurter Germania 6:41^. Ruderer im siegenden Boot: Brauer, Freund, Jäger, Backraß, Bau- mann, Brücher, van der Stern, Schäfer; St. Hillgürtner. Die langsam rudernde Germania ist bald geschlagen, der Frank- surter Klub liegt bis 1000 Meter an der Spitze, kann diesen Platz aber gegen den sehr flott rudernden Frankfurter Ruder- vcrein nicht halten. Bei dem 1600 Meter-Zeichen gehen die Straßburger am Klub vorbei und sichern sich den zweiten Platz, eine Länge hinter dem siegenden Nuderverein. Klub Yi Länge hinter Stratzburg.

i c"r e r.~ Negat.ta - Vereinspreis. 1. Frank- furter Nuderverein 6:62, 2. Mannheimer Rkl. 6:52)4, 3.

Münchener Nrl. 6:67^, 4. Würzburger Rv. 7.0f£, 6. Wasser­sportverein Düsseldorf Ruderer im siegenden Boot:

Spamer, Gaubatz, Müller, Düring; St. Hillgärtner. Auf­regendes Nennen vom Start bis zum Ziel zwischen Frank­furter Verein und Mannheimer Klub unter wechselnder Füh­rung, das sich im Ziel mit einem halben Meter zu Gunsten des Frankfurter Vereins entscheidet. Vor der Tribüne war Mannheim noch etwas im Vorteil, da gab der Frankfurter Verein seine letzte Kraftreserve her, und siegte unter stür­mischem Beifall für diese Bravourleistung.

Einer. Preis der Gerbermühle. 1. Mainzer Nuderverein 7:23^ (R. Lucas), 2. Canottieri Milano 7:2bj4 (E. Dones), 3. Frankfurter Ng. Germania 7:37^4 (O. Müller),

4. Hinter Nkl. Donau 7:37^5 (H. Steinhäuser). Müller Frank­furter Germania und Steinhäuser Ulmer Nkl. Donau fallen schon bei 500 Meter zurück und kämpfen von da ab nur noch um den dritten Platz, den der Germane mit knapper Müh' und Not behauptet. Der Mailänder führt über den größten Teil der Strecke, muß aber der größeren Kraft des Mainzers weichen, der mit einer Länge gewann.

Vierer. Preis von Sachsenhausen. 1. Ka­steler Nudergesellschaft 7:6)4, 2. Frankfurter Ng. Sachsen- hausen 7:6?4, 3. Hanauer Ng. 7:13}4, 4. Mainzer Rg. 7:19. Ruderer im siegenden Boot: Schömnehl, Ebert, Nachbauer, Neumann; St. Noth. Sehr schönes Nennen, das von Kastcl und Sachsenhausen geführt und im Ziel von Kastel um Hand­breite genommen wurde. Der letzte Schlag gab den Ausschlag.

Jnselpreis, '»1. Ludwigshascuer Ruderverein 7:21)4,

2. Mannheimer Rg. 7:33)^, 3. Münchener Nkl. 7:86. Ruderer im siegenden Boot: Wilker, Fickeisen. Ludwigshafen führt von Anfang an und gewinnt wie es will. Kampf um den zweiten Platz.

Vierer. PreiZ von der Kaiserlah. 1. Offen­bacher Nuderverein 7:16§4, 2. Frankfurter Rv. 7:24^4, 8. Rkl. Nassovia-Höchst 7:28^4, 4. Frankfurter Rudersportverein Teu­tonia 7:4244. Ruderer im siegenden Boot: Wagler, Müller/ Degen, Lauer; St.: Vierheller. Ilebcrlegen' ohne ernsten Kampf gewonnen.

Achter. G e r m a n i a p r e i s. 1. Frankfurter Ruder­gesellschaft Germania 6:13^, 2. Mainzer Rv. 6:13^4, 3. Mann­heimer Rkl. 6:22, 4. Societe Royale de Sport Nautique aGand 6:33*4, 6. Frankfurter Rv. 6:41. Ruderer im siegenden Boot: Sigg, Kruck, Sunkel, Otto Müller, Schweikert, Bahn, Witzel, Graf; St. Aumüller. Das interessanteste Rennen des Tages. Bei 1000 Meter hat die Frankfurter Germania die Führung übernommen, Mainz drängt mit aller Macht nach, doch Ger­mania kommt in keinem Moment außer Fassung. Mainz läßt Spurt auf Spurt folgen, Germania, die von einem ausge­zeichneten Schlagmann geführt wird, erwiedert prompt. Jeder Mann im Boot setzt sein Aeußcrstes daran, um die prachtvolle Trophäe seiner Gesellschaft zu retten. Germania gewinnt im Endspurt mit einer halben Länge. Mannheimer Klub zwei Längen hinter Mainz Dritter. Nuderverein und Gent bildeten den Beschluß.

* Gauturnfest. Bei dem am Sonntag in D a r m st a d t abgehaltenen 32. Ganturnfest des Main-Rhein- Gaues beteiligten sich am Einzelwetturnen der Oberstufe 28, der Unterstufe 227 Turner. Sieger wurden in der O b e r st u f e 1. W. Haust- Tgem. Darmstadt und Ph. Schneider-Tges.

Darmstadt 120 P., 2. H. Heil-Tgcm. Sprendlingen und H. Eller-Tges. Darmstadt 109)4 P., 3. Gg. Armheiter-Tgcs. Darm- sladt 106 P., 4. St Krüger-Tges. Rüsselsheim und Chr. Wegel- Tv. Klingenbcrg 101)4 P., 5. Gg. Bernhardt-Tgem. Darm- stadt 100 P., 6. Rob. Lcibmann-Tb. Klingcnberg 99)4 P., 7. B. Habicht-Tgem. Neu-Isenburg, I. Heck-Tgem. Egclsbach und H. Böttcher-Tv. Pfungstadt 98)4 P., 8. Hcrm. Kuhnle-Tv. Dieburg 98 P., 9. Joh. Hotz-Tv. Groß-Gerau 97)4 P., 10. Th. Penk-Tgem. Darmstadt und Lud. Schwarz-Tges. 96 P. In der Unterstufe: 1. W. Heil-Tgcm. Sprendlingen 127)4 P., 2. Val. Hurrlc-Tgem. Neu-Isenburg 125 P., 3. Oskar Jaensch-Tgem. Neu-Isenburg 123 P., 4. W. Tautenheimcr Tgem. Neu-Isenburg 119)4 P., 6. W. Ebert-Tb. Klingenberg 118 P., 6. K. Bowicn-Tgem. Darmstadt 117 P., 7. H. Tiefen- bach-Tgem. Griesheim 115)4 P., 8. Ph. Ostheimer-Tges. 115 P.,

9. H> Diehl-Turnerbund Nauheim 114)4 P., 10. Aug. Scharf. Tv. Seeheim, Aug. Anders-Tv. Seeheim und Hch. Merker-Tb. Griesheim 114 P.

--wt» i m i -g--

Der achtzigjährige Schöpfer des Niederwalvdenlmals.

Am heutigen Tag begeht der Künstler, der hierzulande be- sonders als der Srböpfer des Nationaldenkmals auf dem Niederwald bekannt ist, seinen 80. Geburtstag. Zwischen Rietschel und Hähncl steht der am 23. Juni in Mittweida geborene Johannes Schilling als einer der fruchtbarsten Bildhauer aller Zeiten da. Er studierte in Berlin bei Trake, in Dresden bei Rietschel und Hähnel und in Rom vor antiken Vorbildern.Amor und Psyche", Kentaurenreliefs, ein Sterbender Achilles" kennzeichnen ibn als fleiüiaen SLüler

Prof. Johannes Schilling.

der Antike; dieVier Jahreszeiten, jetzt vergoldete Sandstein­gruppen, aus der Brühlschen Terrasse in Dresden verraten seinen lebhaften malerischen Sinn. Im Jahre 1875 ent­standen das Kaiser Max-Denkmal in Triest, im Jahre 1876 das Rietschel-Denkmal in Dresden, in demselben Jahre das Schiller-Denkmal in Wien. Das Wiener Denkmal wurde am

10. November 1876 enthüllt. Das Kriegerdenkmal in Ham­burg,Bacchus und Ariadne" für das Dresdner Hoftheater, vor allem das Niederwalddenkmal ist sein Werk, und außer den bereits genannten Monumenten seien noch jene für KönKz Johann (Dresden), Kaiser Wilhelm I. (Hamburg, Wie^» baden, Prenzlau, Dortmund) und Bismarck (Prenzlau) be­sonders angeführt. Die Modelle aller Werke von Johannes Schilling sollen in einem Schilling-Museum in Dresden der- einigt werden. Die Stadt hat für diesen Zweck bereits Mk. 60,000, die sächsische Staatsregierung Mk. 50,000 votiert.

Aaiidksämter I, IIIV, frnnlifnrt a. M.

Münzgalle 2.

Geöffnet an Wochentagen von 61 Abr Vorm, und 86 Uhr Nachm.

Samstags Nachmittags mir für Sterbesallsanzeigen.

Juni Geborene.

11. Baum,ann. August Vinzenz Georg sSimbeck). Waldschmidtstr.42. ]3. L> als r>Anna Kunigunde kFalkner). Alte Rotbofstr. 2.

14. St rohmeng er Karl Anton Jakob lSchüh). Vergerstr. 231.

15. Schmidt. Anna Eliiabetb (Schwalb) Vnrastr. 61.

Engeloracht Maiilde iHofmanns Noffdorterstr. 37. Trerttlein. Karl Heinrich Richard (Gräf-. Fasancnstr. 20. Knoll Hermann Witbelm (Knavv). Mainzer Landstr. 221.

16. Chur^ Adolf Richard Lorenz lAllesi Hegeistr. 18.

Schappel, Maria Margarete lMüller) Fahrg. 3.

17. Eberard. Wilhclmine Katoline iGöbcll Falanenstr. 16 Middendorf Magdalena Julie Wild. (Gielewetter), Vilbelerstr. 9. Specht. Elite El>e Johanna lOdienkovv), Reebstr. 6.

9t«UV Liselotte Emma Ernesta iRiegertt Röderbergweg 19. Ebert. Elli Maria Auguste (Günlder). Mainkurstr. 2l.

Loemke. Erna iFleckenstein). Jahnstr. 18.

Bender Helmut Erich Hans (Schwamkrug) Wollsgangstr. 81.

18. Lasore. Lina (Smerelowittch). Hinter der schönen Aussicht 1. Villinger. Elisabctb Karolinc (Herle). Hardenbergsir. 6.

19. Rauch. Wilhelm Georg Anton (Hackel) Allerhelligenstr. 20.

Klei n, Heinrich (Hoimann). Luiscnstr. 44.

20. Wallenfels. Hildegard Margarete (Huber). Musikantenweg 8.

21. Acvfler, Karl Alexander Gustav (Rcutlinger), Mainzer Ldstr.66. Pripers, Georg August Wilhelm (de Vary), Mainzer Ldstr. 34.

Aufgebotene.

20. Juni. Schrocdcr, August Gustav Julius, Bäcker, mit Neu» mann. EliK. beide dabier. Kolbitsa. Johann. Schuymanirdahier, mit Löhr, Lina, zu Westerburg. Vogler, Johann Michael. Küfer, mit Dietrich. Christine Elifabctha. beide dahier.

22. Juni. Heberle. Leopold, Fabrikarbeiter, mit Bart. Elisa­beth. beide dahier. Güldner. Christian Wagcnwärter. dahier, mit Hammel, Sophie, zu Offcnbach a. M. Schwab. Dionys, Fabrik­arbeiter, dahier mit H a b e r st r o b. Apollonia, gb. Seubert zu Laufach. Beckert. Konstantin. Fabrikant, zu Utm a/D mit Löhr, Jo­hanna. dahier. Saemann. Simon. Gabriel. Kaufmann, mit Fromm, Gela, beide dahier. Rührig. Peter. Kaufmann, mit Nu ff er. Anna Maria Magdalena, beide dahier. Bufchmann. Friedrich Karl, Dipl. Ingenieur, zu Ludwigshafeu, mit L a t t i g. Maria, dahier.

Eheschllctzungen.

22. Juni. Bott. Augustin, Maurer, mit Staab. Elisabetha. beide zu Hofbrieber. Meyer Georg Karl. Wirt und Metzger, mit

liebeZ Kinderqesicht blickte voll staunender Wonne in das Leben, das für sie noch die Bedeutung eines bunten Mürchentraumes hatte. Trotz ihrer unregelmäßigen Züge, ihre Nase hatte gar keinen Stil, ihre Stirn war zu niedrig und der Mund zu groß galt sie für sehr hübsch, und ihr rosiges, von dicken, aschblonden Zöpfen umrahmtes Gesicht, wie ihr kräftiger Wuchs mit den schwellenden straffen Gliedern, stellten Martina in den Schatten, die doch eigentlich die schönere von beiden war. Aber Alartina mit der überschlankcn Gestalt und dem feinen, nachdenklichen Gesicht war zu eigenartig für den ländlichen Geschmack, es hatte sie darum noch niemand schön gefunden, und sie hatte sich selbst noch nicht entdeckt. Sie hatte keine Farben, sondern jene Blässe, die bei sehr jungen Mädchen einen leichten, grünlichen Schmelz annimmt, so daß sie einer unreifen Frucht gleichen, die eine herrliche Reise verspricht. Sie frisierte ihr schwarzes Haar sehr unvorteilhaft, mit straff angekämntten Scheiteln und fest geknoteten Zöpfen, es gehörte der Blick des Kenners dazu, um zu bemerken, wie schön sie hätte sein können. Tie übergroßen Traumaugen mit den^ dunklen Schattenringen und die tadellose Profillinic, die kleine, gerade Nase, der Mund, der einen vollkommenen Amorbogen formte, schienen aus dem Bilde eines Holbein oder Dürer ge­stohlen, aber es lag eine solche Herbheit und Spießbürgerlich­keit über dieser Pastortochter in ihrem geschmacklosen, ver­waschenen Kattunkleid, daß kein Mensch in dem Aschenputtel die Prinzessin von Gottes Gnaden erkannte.

^ Sie sah bei Franzis Frage nun auch von ihrer Arbeit aus und starrte versonnen in die Ranken der Waldrebe, die den kleinen Pavillon umspannen.

Könntest Du es, Frcinzi?" fragte sie fast verlegen zurück.

Nie!" rief Fränzi mit leidenschaftlicher Emphase.Ich finde den Gedanken empörend!"

Dabei sing sie an mit einem Garnknäuel Ball zu spielen.

Schrecklich muß cs sein!" sagte Martina nur, und es ging wie ein Schauer über ihren jungen Leib, trotz des immer noch heißen Abends.

Schrecklich ? Mir sollte mal einer kommen!" Fränzi warf das Knäuel bei diesen stolzen Worten so hoch, daß es gegen den Querbalken des Pilzdaches flog, von dort abpraPe und in weitem Bogen in den Garten hinaussauste.

In demselben Augenblick war Hans Stahlbergs Gestalt, im feinsten schwarzen Visitenzivil, vor dem Pavillon aufge- taucht.^ Er kam mit affektiert feierlicher Grandezza daher, ein Glas in das Auge geklemmt und die Nase in der Luft. Das _ heimtückische Knäuel flog ihm gerade an den Kopf, so daü lein

Chapeau claque ganz vas Gleichgewicht verlor und auf ein Ohr rutschte, während das Glas aus dem Auge siel.

Potz Tausend! ist es so gemeint?" ries er lustig, lief dem Knäuel nach, hob es auf und sandte es wohl gezielt zurück. Fränzi bückte sich schnell, aber es streifte noch ihre Flechten.

Jetzt begann eine tolle Schlacht, andere Knäuel wurden zur Hilfe genommen und als Wurfgeschosse benützt, bis Hans Stahlberg und Fränzi heiß, atemlos und ganz mit Garn um­wickelt waren. Sein Zylinder halle Beulen, und ihr hingen die Zöpfe im Nacken.

Da haben w!r was Schönes angerichtet," ries Fränzi ganz erschrocken.

Franzi, Franzi! wenn jetzt Tante Julchen kommt 1' jammerte Martina, und alle drei singen an, hastig die Knäule wieder aufzuwickeln.

Wie sehen Sie denn aus? Wollen Sie heute noch zu einem Begräbnis?" keuchte Fränzi bei der mühseligen Arbeit des Entwirrens der Fäden.

Q, ich habe soeben dem gnädigen Fräulein Tante eine pflichtschuldige Visite geinacht und Abbitte geleistet," erwiderte Stahlberg.

Die jungen Mädchen lachten kaut.

Na, hören Sie mal! Hat Tante Sie nicht 'rausgeworfen? In dem Aufzug?"

Was wollen Sie? Sie war tief bewegt. Sie las mir ein Kapitel aus der Bibel vor es war die sehr eindrucksvolle Geschichte vom verlorenen Sohn. Dann sangen wir einen Bußpsalmen zusammen, und zum Abschied schloß sie mich ge­rührt in ihre Arme.Gehe hin. mein Sohn, und sündige hinfort nicht mebr," waren ihre lechten Worte.

Sie Schwindler 1" ries Fränzi lachend, aber Martina sagte bekümmert:

Nein, nein, Sie dürfen nicht mit dem Heiligsten Spott treiben."

Aber Fräulein Martina, ich bin windelweich und werde einige Zeit brauchen, mein Selbstgefühl wiederzufinden," er­widerte Stahlbcrg.Eine solche Lektion habe ich in meinem Leben noch nicht bekommen wie eben! Allen Nefpekt vor der gnädigsten Tante! Die nimmt es in Büßpredigten zehnmal mit Ihrem Herrn Vater auf. Wie ein dummer, geprügelter Schuljunge ging ich davon!"

Das ist Ihnen ganz recht geschehen, denn Sie sind schuld, daß ich hier den ganzen schönen Sommerabend sitzen und Strümpfe stopfen muß rief Fränzi.Nur zur Strafe, weit ich mitgclacht habe, als sie Tanten nachmachten. Dabei konnte oster ducb kein Menicb ernstbatt bleiben l" j * v

Souchier. Emilie, beide dahier. Falk, Karl, Handelsmann, mit S t o l l. Katharina Anna, beide dahier. Goldberg. Äbram. Metzger, mit Steinberger. Berta, beide zu Offenbach a. M. Nteye r. Richard Heinrich Friedrich Michael. Taglöbncr. mit Köhler. Susann«, beide dahier. Schwarz, Johann. Ausläufer, mit Burg, Elise, beide dabier.

23. Juni. Morick. JosefuS. Kaffeekoch. mit GeigaeS, Luise, beide dabier. Frankenau,, Andreas. Bäckermeister, mit Zwirner, Eberhardine Sophie, beide dahier.

Juni Btrstorbene.

20. Zimmer. Friedrich Maschincnputzer. vb.. 16 I.. im Hauptbahnhof. Grobe, Martin Josef. Bankbeamter. Wwr., 77 Jahre, Humbold-

straße 58.

Krön. Anna Maria, gb. Gabel. Ww.. 8l I, Brahmsstr. 3.

21. Seikritt. Alwine, gb. Heil, Näherin. Wwe.. 65 I. Nibelungen-

Allee 37/11.

Krick, Peter, Häfnermeister. Wwr.. 41 I.. Brahmsstr. 3.

D a u e r n h e i m. Karoline Christine, gb. Tonollo, Wwe.. 68 Jahre.

Gartenstr. 229.

M o l i n o Kunigunde, gb. Griesniger, 67 I.. Löhergaffe 31. Göbel. Sebastian. Stukkateur. Wwr.. 31 I.. Gaußstraße 16.

22. SÄaefer. Margaretha' ldg.. 74 I. Kirchgasse 6.

Keller. Recha. Lehrerin, ldg.. 33 I.. Brahmsstr. 3.

Tritschler, Franz Sylvester. Hallenmeister, vh.. 61 I.. Mühl-

bruchstr. 29.

Felsing. Johannes Buchdrucker. vH.. 26 I.. Scheidswaldstr. 29. Herbert. Loidar Karl, 9 I. Gartenstr. 229.

23. Ihrig, Anna Barbara, geb. Schröder. 25 I. Eutlentstr. 13.

I X il I ü1

Wettervoraussage

bei Physikalischen Vereins in Frankfurt a. M.

für Mittwoch, 24. J«ni.

Die Lufidruckoerhäliniffe hoben stck seit gestern nur wenig geändert. Im NO. lagert immer,noch ein Hochdruckgebiet, das unjere Gegend' wohl mit der Zeit erreichen wird. Zunächst scheinen aber die Gebiete tiefen Druckes die über,Deutschland und bei Island liegen, noch nicht' lunückzuweichen; ja, es ist sogar nicht unmöglich daß sie sich über der Nordsee vereungen. Jedenfalls können wir für morgen noch nicht mit sicherem Weiter rechnen. Proonose: Bewölkung wechselnd; vorwiegend trübe. Leichte Ncgenfälle. Temperatur wenig geändert. Ocstliche Winde. Hessischer landwirtschaftlicher Wetterdienst, Wietzen.

(Amtlicher Drabtbericht derKleinen Presse".)

Voraussichtliche Witterung in Seifen am Mittwoch, den 21. Juni: Wechselnde Bewölkung, geringer Regen, Temperatur wie heute, nördliche Winde.

Frankfurter Wetterbericht.

(Beobachtungendes Pbysikalischen Verein?.)

Tag und Stund» lOrtSzeitl

Baro­

meter

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Wlndrich- tung und Stärk.

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753.2

+ 20-3

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NO 2

8

do 9 Uhr abends

753.7

+17.0

84

NO 3

S

23 Juni VUHrmorgs.

753 4

+ 16-2

83

NO 1

4

Höchste Temperatur am 22 Juni.. + 212

Niedrigste Temperatur am 23. Juni .. P J5.0

TageSmittel der Temperatur für den 22. Juni. »,»...«. P 174

Normaler TageSmittel für den 22. Juni->........1&8

NiederschlagShvhe 4.2 mm.

22.j6., 22 / 6 ., 23 .16.,

Wetterbericht vom Felvverg (Taunus).

Station TaunuS-Klub.

Luft­

Tempe­

Feuch-

Wind

druck

ratur

tigkeit

2 Ubr mittags |

686,7 I

-f 14.2

90

NO.

2

9 Ubr abends

687.8

4- 110

100

NO.

3

7 Uhr mora-

687.6 |

4 106

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3

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Niederschlag seit 24 Stunden 5.4

Höchste Temperatur in den letzten 24 Stunden -P 15.0°.

Tiefste Temperatur in den letzten 21 Stunden -P 10.5°.

Verlauf gestern von 7 bis 2 Ubr Nebel und Regen. 2 bi? 9 ühr Nebet. * ms 7 Uhr Nebel und Regen.

Nebel und Regen.

vom 22. Juni 1908.

G.--Gemahlin. T.Tochter. S.Sohn. M.---Mutte<. Sch.Schwester. K.Kinder. B.Bedienung.

Frankfurter Fremdenblatt

Hotel Deutscher Kaiser (Kaiserhol)

«Am Haupthabndos.i

22. Juni. Stahl, Nürnberg. Ammann. Augsbug. Bick u. GL Wien. Regierungsbaurat Pusch, Essen. v. Hove. Freiburg. Geh. Baurat Hövel. Kassel. Fricke. Newport. Risch. Barmen. Diplom-Ingenieur Völker Ludwigsbafen. Eisenbabndircktor Gager, Ludwigsbasen. Frau Schmidt Berlin. Ostendorf Berlin. Russag, Barmen. Adler, Mülhausen. Hellmer. Aachen, Paulus u. G.. Aachen. Patorius u. B, Düsseldorf. Lobentdal. London. Johansen. Kiel. Zöth. Nürnberg. Mig Borawitz. 11. S. A. Bonne. Oberingelheim. Brown, London. FranFrebgew Newvork. Rüke. Erfurt. Kreker. Sinn. Atayer. Magdeburg. Roth, Strastbnrg. Gräger, Lalle. Frau Poiedan. Bonn.

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Der Schmutz schwindet, - aber auch die Wäsche,

wenn man eins von den vielen scharfen und schädlichen modernen Zauber-Waschmitteln anwendet: das hat leider schon manche Hausfrau bald erfahren und ist wieder zur soliden Waschmethode zurückgekehrt. Als hervorragend solides Fabrikat kennen wir schon seit Jahren die echte L u h n s Salm.-Terp -Kernscise mit rotem Kreuzband; sie reinigt die Wäsche nicht nur gründlich und mach: sie blendend weiß, sondern schont sie auch außerordentl. u. erhält sie tadellos ganz u. schön.

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Unsere Yerehrl. 1* o stab oimenten bitten wir, rechtzeitig auf JQrnenerinng ihres Abonnements bei dem Postamte

ihres Wohnortes bedacht zu sein.

Was? Ihnen hat sie dafür eine Strafe zudiktiert?" fragte Strahlberg entrüstet und sichtlich bekümmert.Das ist uner­hört! All diese scheußlichen Strümpfe sollen Sie stopfen? Wissen Sie, was wir tun? Wir vergraben mindestens die Hälfte I"

Aber, Herr Stahlberg! welche Idee 1" riefen beide Mäd­chen lachend.

Hans Stahlberg saß rittlings auf einem Gartenstuhl^ den Freundinnen gegenüber, die langen Schöße des Gehrocks bau­melten zu beiden Seiten zur Erde. Er kippelte mit dem Stuhl und sah aus, wie der verkörperte Uebermut. Man sah es ihm aus den ersten Blick an, daß er zu den Sonntagskindern des Schicksals gehörte, denen im Leben noch nichts Böses widerfuhr. Als der verhätschelte Sohn eines Berliner Kapi­talisten lag der Lebensweg geebnet vor ihm. Er hatte das Glück gehabt, seine Kindheit und erste Jugend bei seinen Groß­eltern mütterlicher Seile auf dem Lande zuzubringen. Seine Müller war bald nach seiner Geburt gestorben, und da er sie nie gekannt, konnte er ihren Verlust nicht beklagen. Die noch rüstigen, in gutem Alter stehenden Großeltern hatten ihm die fehlende Mutter ersetzt. Er war ein echtes Landkind geblie- ben, von robusten Kräften und unverdorbenen Säften, und alle Herzen flogen ihm zu, denn wo er,war, da war Lust und Leben. Die Tiere hingen an ihm wie die Menschen, jeder Hund und jede alte Katze liefen ihm nach. Die Kinder und die alten Leute liebten ihn, und um ihn herum war stets helles, frohes Lachen.

Im Grunde ihres Herzens mar Tante Julchen dem Schwerenöter", wie sie ihn nannte, nicht weniger verfallen und zugetan, wie alle anderen und wie ,ihre Schwester, Frau von Klictzow; aber die alte Jungfer in ihr sträubte sich gegen diese Schwäche. Dazu kam oas eifersüchtige Mißtrauen, das sie jedem jungen Mann entaegenbrachte, der sich ihrer Nichte Franzi näherte. Auf diese Äichte hatte ihr alterndes Herz ,all die brachliegenden Schätze der Acutterliebe übertragen. Diese Liebe äußerte sich jedoch oft in despotischer Tyrannei, denn an Tante Julchens Wiege hatten die Grazien nicht gestanden. Je­des starke Gefühl ging bei ihr in das Gewaltsame, Schroffe und in ein gut Teil Herrschsucht auf.

Tann kommen mir sa heut Abend um unsere Partie Croquet!" sagte er ernstlich betrübt.

O, die müssen wir überhaupt an den Nagel hängen," entgegnete Fränzi seufzend.Tante hat gesagt, es schicke sich nicht für mich, meine Zeit mit Ihnen zu vertändelv^"' / (Fortsetzung folgt.) '