4. Sctte _
Namen zulegt: Bernhard Küderwitz, Albert Schädlich, Klingelsberg, Albert Kerner und v. Stein. Tie Hoteliers, bei denen er unter irgend einem Pseudonym wohnte, werden gut tun, sich bei der Kriminalpolizei zu melden und sich die Kollektion der erbeuteten Gegenstände anzusehen,
* Personalien. Dis Landgräfin von Hessen reist heute mit Gefolge und Dienerschaft nach Schloß Adolfseck bei Fulda, wo sie etwa drei Monate verbleiben wird. — Am 23. Juni feiert A m t s d i e n e r Friedrich Craß bei der Stadtkanzlei sein 25. jähriges Dienstjubiläum.
* Benefizkonzert Reich. Zum dem am Mittwoch im Zoologi» schen Garten stattsindenden Benefizkonzert Reich hat neben Konzert, meister Kaufmann der rühmlichst bekannte Cornet ü Piston» Virtuose M. Geißler seine Mitwirkung zugesagt. Kaufmann bringt die Konzerte von Wilhelms zum Vortrag, Geißler die Fantasie »Masaniello". Der erste Teil des Abendkonzerts wird abwechselnd von der 81cr Musik und der Gartenkapelle ausgeführt, im zweiten Teil spielen die Kapellen vereint die.Ouvertüre1812" vonTschaikowskY und den .Kaisermarsch" von Wagner.
* Aus Furcht vor dem Militär. In der Taunusanlage erschoß sich am Montag Abend auf einer Bank der zwanzigjährige Gärtner Karl Hausner. Als Grund zur Tat gab Hausner auf einer Karte, die bei ihm gefunden wurde, an, daß eraus Furcht vor dem Militärdienst, zu dem er im Herbst eingezogen werden sollte, Selbstmord begehe.
* Leichtsinn. Ter am Samstag früh in dem großen Lokomotiv» schuppen des Hauptbahnhofs totgedrückte Putze rZimme raus Preungesheim ist das Opfer sträflichen Leicht» sinnS geworden. Ein anderer Bahnarbeiter setzte, was strenge verboten ist, die eine Maschine in Bewegung. Diese fuhr an die von Zimmer geputzte Maschine heran und zerquetschte ihm den Brustkorb. Der fahrlässige Arbeiter wurde verhaftet.
* Aus den» zweiten Stock gestürzt. Die Besitzerin des Hauses Mozartplatz 29, FrauMinnieMüller-Hartwig, sprang gestern Abend aus ihrer imzweitenStock gelegenen Wohnung auf die Straße. Sie brach beide Ober- und Unterschenkel, beide Arme und den Unterkiefer. Sie war bei vollem Bewußtsein, als sie von der Rettungswache nach Anlegung eine? Notverbandes in das Bürgerhospital gebracht wurde. Dort ist sie in der Nacht an innerer Verblutung gestorben. Die Frau war sehr nervenleidend und scheint die Tat in einem Zustand verminderter Zurechnungsfähig. Seit begangen zu haben.
* Ein Trambahnfchaffner verunglückt. Als heute früh nach 6^4 Uhr der Trambahnschaffner Blum III in der Franksurterstraße auf einen in voller Fahrt befindlichen Wagen springen wollte, glitt er ab und geriet unter den Motorwagen. Es wurden ihm einige Zehen abgedrückt. Nach Anlegung eines Notverbandes wurde er in seine Wohnung gebracht.
* Eine tätliche Verletzung. Der 41jährige Kaufmann Johann Diller aus der Eschersheimer Landstraße, der am 21. Juni unter einer Bank in der Eschersheimer Landstraße bewußtlos aufgefunden und in die Dr. Bockenheimersche Klinik gebracht wurde, ist dort an einer Kopf» Verletzung gestorben. Auf welche Weise der Mann zu der Verletzung kam, wird erst die gerichtliche Untersuchung klarstellen.
* Ein falscher Lireschein. Ein Unbekannter hat gestern in einem Restaurant einen falschen F ü n fz i g-L ire s ch ein ausge» geben. Es ist anscheinend ein Franzose, etwa dreißig Jahre alt, mittelgroß, hat starken schwarzen Schnurbart, und war mit dunkel- grauem Anzug bekleidet. Mitteilungen werden auf Zimmer 20 im Polizeipräsidium, Klingerstraße 21, entgegengenommen.
Aus der Nachbarschaft.
Ein Fabrikant in Offenbach erhielt am 20. d. M. zwei Briese, in denen er ausgefordert wurde, tausend Mark an eine bestimmte Stelle in der Anlage zu legen, widrigenfalls er erschossen würde. Ter Fabrikant legte ein mit Papierschnitzel gefülltes Kuvert an die Stelle, nachdem er die Polizei verständigt hatte. Als Schreiber der Erpresserbriefe wurden beim Abholen des Kuverts zwei junge Burschen im Alter von 15 und 16 Jahren festgenommen.
Der Fuhrunternehmer Karl van den Berg von Praunheim sandte am Montag Morgen seine beiden Knechte Winter und G e r n a n d mit zwei mit Backsteinen beladenen Wagen nach Offenbach. Die Backsteine wurden am Bestellungsort abgeliefert, Knechte, Pferde und Wagen aber find verschwunden. Berg vermutet, daß die Knechte die Pferde samt Wagen verkauft haben.
Bei dem Sänger wett st reit in Rödelheim errangen Preise in der ersten Stadtklasse 1. Lieder- kranz-Nied 259, 2. Konkordia-Schwanheim 256, 3. Blumenthalscher Männerchor-Homburg 199 P.; zweite Stadt- klaffc I. Mannergesangverein Kronbera 216, 2. Sängergruß-Frankfurt 211, 3. Liedertafel-Bockenheim 203 P.; dritte Stadtklasse 1. Quartett - Homburg 274, Turnverein Eckenheim 208, 3. Liederblüte-Schwanheim 206, Frohsinn-Schwanheim 175 P.; Landklasse: 1. Frohsinn-Langgöns 191, 2. Germania-Naunheim 187, 3. Sängerlust-Fechenheim 181, 4. Frohsinn-Falkenstcin 181, 6. Sän- gerlust-Nieder-Eschbach 175 P.
In große Trauer wurde die Familie Sebastian Söhngen in Königstein versetzt. Ihr in Mörchingen dienender Sohn büßte sein junges Leben bei einer Schießübung ein. Am Sonntag wurde er auf dem Königsteiner Friedhofe beerdigt. Eine große Traucrversammlung bekundete ihre Teilnahme für die Familie Söhngen.
Vorträge, Versammlungen und Vereine.
Verein Monteiiore: Mittwoch, 24.Juni. 9 Uhr. Diskusiions» abend: Das Frankfurter Ghetto.
Kaufmännischer Verein weiblicher Angestellter: Mittwoch 24. Juni. BVa Uhr, geselliges Zusammensein auf dem Affensteiner Felsenkeller.
Rheinländer - Vereinigung: Dienstag. 23. Juni. 9 Uhr, Gemütlicher Abend im .Hotel du Nord". Große Gallusstraße 17.'
Der Weg Des Trrrrrerfestzuges.
Wie nunmehr feststeht, wird der T u r n e r f e st z u g am 19. Juli folgende Straßen passieren: Ober mainbrücke. Lange st raße, Neue Zeil, Zeil, Bibergasse. Kalbächergasse, Operplatz, um das Opernhaus herum, Goethe st raße, Steinweg, Roßmarkt, Kaiser st raße, Hohenzollernstraße bis zum Festplatz. Der historische Teil des Festzuges sammelt sich in der Landwirtschaftlichen Festhalle. Die Turnerschaft, die Innungen und sonstige Vereine nehmen in Sachsenhausen Auf- steellung.
Um Jrrtümern vorzubeugen, sei nochmals darauf hinae- wiesen: daß auch der dritte Teil des Turnerfestzuges, der die hiesigen Innungen und Vereine umfaßt, der künstlerischen Beurteilung des Festzugs-Unterausschusses untersteht. Die Teilnehmer werden daher gebeten,,Skizzen der von ihnen geplanten Gruppen und Wagen baldigst an den Vorsitzenden jenes Ausschusses, Prof. Erich Körner, Rembrandtstraße 21, einzusenden.
I>atein.
* Philipp von Sachsenlmusen. In einer Aepfelwein- wlrtschaft in Sachsenhausen hielt vor kurzem ein junger feuriger Politiker und werdender Volksredner große Vorträge an die versammelten Aeppelweingeschworenen und machte dabei besonders auf die politische Müdigkeit und Lauheit seine Glossen. Am Schluß seines Speachs brachte er das Heinische Zitat: Wenn Cicero auf dem Forum zu Rom gesprochen hatte, rief das Volk: Marcus Tullius Cicero hat schön gesprochen. Wenn aber zu Athen Demosthenes eine Philippika losgelassen hatte, riefen die Ahtener: Krieg dem Philipp! Stumm saßen die Männer, Kloben und Klöb- chen rauchend, am Tisch und betrachteten den eifrigen Politiker — er stammte aus dom nordischsten Nordaeutsch- land - - kritisch wie einen unreifen Apfel, dann fragte einer behäbig und langsam: Saache Se emol, zappt denn der Philipp schunn Widder? —r.
Von nah und fern.
1 Mainz, 23. Juni. Am nächsten Samstag feiert Geheimer Jnstizrat Tr. Struve fein 50jähriges Jubiläum als Rechtsanwalt.
A Seligenstadt, 22. Juni. Am Sonntag Abend wollte die 25jährige F r a u des Bahnbcdiensteien Georg Kling, eine Tochter des Lorenz Murrmann, auf einem Spiritusherd für ihr vier Monate altes Kind Milch abkochen, dabei fingen ihre Kleider Feuer, im Ru stand die Frau in Hellen Flammen. In ihrer Verzweiflung rannte sie vom oberen Stockwerk hilferufend auf dieStraße, wo sie bewußtlos zusammenbrach. Sie liegt nun an den dabei erlittenen s ch w e ren Brandwunden hoffnungslos im Kreis-KrankenhauS. Als ihr 66jähriger V a t e r von dem Unglück hörte, bekam er einen H ir n» schlag, dem er heute Vormittag erlegen ist. Ter Verstorbene stand lange Jahre im Dienst einer Holzfirma und versah im Neben» beruf das Amt eines Kirchendieners. Die ganze Bevölkerung nimmt an dem SMÄalsWrcEd» bridro Familien isiniLmAnteih
Klrknr Prrye.
0 Aus Oberhessen, 22. Juni. Fortgesetzt hört man von Automobilunglücksfällrn als Folge von Rücksichtslosigkeit, rasender Fahrgeschwindigkeit ufw. der Automobilfahrer. Es ist erfreulich, daß es auch noch rücksichtsvolle Automobilfahrcr gibt. So fuhr dieser Tage auch ein Kraftwagen durch Hungen. Ein Landwirt fuhr auf der Kreisstraßc mit feinen etwas ängstlichen Pferden. Der Bauer erhob feine Peitsche und winkte langsam zu fahren. Langsam fuhr das Auto näher, freundlich grüßten die Insassen und beschwichtigten die Pferde, was auch gelang. Dann erst fuhr der Kraftwagen rascher weiter. Als der Landwirt heimkam, sagte ihm sein Junge: »Vater, eben ist ja unser Großherzog an Dir vorbeigefahren."
in Aschaffenlmrg, 22. Juni. Wir in der gestrigen Nummer der »Kleinen Presse" gemeldet, wurde die L e i ch e des kleinen 5 l /a Jahre alten Nikolaus Herzog in Kleinostheim in der dortigen Sandgrube aufgefunden, 80 Ztm. tief unter den Sandmassen gc- lagert. Die gestern erfolgte grrichtsärztliche Sektion hat ergeben, daß der Brustkorb etwa wie von einem Wagenrade zusammengepreßt war. Unzweifelhaft konnte die Todesursache des bereits feit dem 5. Juni abgängigen Kindes bei dem überaus vorgeschrittenen Verwesungszustande der Leiche nicht festgestellt werden; doch scheint Erstickungstod vorzuliegen. — Von anderer Seite wird uns noch geschrieben: Der Knabe wurde dort gefunden, wo man ihn naturgemäß zuerst hätte suchen müssen: in derselben Sandgrube, die er mit dem Bauers» mann und Bahnarbeiter Alois Klein betreten hatte. Die verschüttete Leiche des Kindes wurde von dem Landwirt Anton Reinhard beim Sandholen zufällig aufgedcckt. Die nach dem Eintreffen der Gerichts» kommission vollständig ausgegrabene Kindesleiche zeigte auch nicht die mindeste Spur einer Gewalttätigkeit, was auch die bald darauf vollzogene gerichtsärztliche Obduktion bestätigte. Nach der ganzen Sach» läge erscheint lediglich die Annahme als gerechtfertigt, daß der spielende Knabe von herabrutschendem Sande verschüttet wurde und und erstickte, ohne daß der Vorfall von dem mit Sandaufladen eifrig beschäftigten Klein beobachtet worden wäre. Kleins völlige Schuldlosigkeit ist dadurch erwiesen.
---- Eltville, 21. Juni. Gelegentlich des vom 15. bis 18. August hier stattfindenden W e i n b a u k o n g r e s s e s ist ein großer F e st» z u g geplant, der die Entwicklung des Weinbaues dar» stellen soll. Nicht nur alle Gemeinden des Rheingaues wollen sich mit je einem Wagen beteiligen, sondern auch die größeren Weinguts» besitzer werden mit Gruppen daran teilnehmen. An die Vorträge schließt sich eine große W e i n p r o b e, bei der Weine aus allen Lagen des Rheingaues vorgesetzt werden. Auch findet eine Rheinsahrt nach Aßmannshausen und zurück statt, während der die Rheinufer be» leuchtet sein werden.
X Bacharach, 22. Juni. Gestern Nachmittag erschoß sich im benachbarten Breitscheid in seiner Scheune der 86jährige Wirt Georg Stiebel; er hinterläßt Frau und sechs unmündige Kinder. Anscheinend hat er die Tat infolge Schwermut begangen. — Das zweijährige Söhnchen des Weinkommissionärs G., hier, stürzte von der Veranda der elterlichen Wohnung in den Hof. Außer einer Kopfverletzung hat das Kind anscheinend keine schwereren Verletzungen davongetragen.
V Mombach, 22. Juni. Der Militär-Brieftauben- verein des RegicrungsbezirksAachen ließ heute Vormittag kurz nach elf Uhr hier 4500 Brieftauben auffliegen.
— Rotzdorf bei Hanau, 22. Juni. Am Sonntag machte der schon bejahrte Schneidermeister Bensing hier einen Selbstmordversuch. Ein vorausgegangener Familienstreit mit der nicht zurcchnungssähigen Tochter und ihrem unehelichen Kinde veran» laßten den hier sehr beliebten und fleißigen aber kränklichen Manne zu dem traurigen Schritt. Ein Junge eilte dem erregten Mann, der feine Absicht auch ausgesprochen, in die Scheune nach und konnte dem Lebensmüden, der fein Vorhaben bereits auszusührcn versuchte, mit Hilfe von Nachbarn im letzten Augenblick noch Rettung bringen.
g Nassau, 22. Juni. Die erste Gläubiger-Versammlung des in Konkurs geratenen Vorschuß- und Kreditvereins, die am Samstag hier stattfand, stellte gegenüber JL 50,000 Passiven nur JL 20,000 Aktiven fest. Die Revision der Bücher ufw. wurde der Frankfurter Treuhandgeselllchaft übertragen; zum Verwalter wurde Rechtsanwalt Mommer bestellt.
d Aus der Rheinpfalz. Am Samstag, 20. Juni, ertränkte sich zu Bad Dürkheim im Jjenachfluße der 77jährige Privatmann Michael Stoffel. Motiv Lebensüberdruß. — In Deidesheim fiel das zweijährige Kind des Gutsbesitzers Heinrich S p i n d l e r in das Bassin eines Gartenspringbrunnens und ertrank. — Die im Pfälzerwald auf Samstag, nachts ange» 'setzten Johannisfeuer konnten starker Gewitter und Regen» stürme wegen nicht abgebrannt werden.
chj- Von der Tauber, 18. Juni. In BadMergesnt- h e i m wird am Sonntag, 28. Juni das fünfzehnte Sänger« f e st des B a u l a n d-T aubergründer und Hohen- loheschen Sängerbundes abgehalten. Dazu haben sich über 60 Vereine mit gegen 2600 Sängern angemeldet. Zugleich feiert auch der S ä n g e r k r a n z der alten Deutsch- Ordensstadt Mergentheim sein goldenes Jubel- f e st. Der Großherzog von Baden hat einen Ehrenpreis gestiftet. Die Hauptaufführung findet, unter Leitung des Semi- narmusiklehrers H. Lutz aus Tauberbischofsheim im Schloßpark statt. Die Vorbereitungen zum Feste lassen auf einen schönen Verlauf des Festes schließen.
A Diez, 21. Juni. Das 7jährige Töchterchen der Eheleute Andreas Becker stürzte gestern beim Spielen vom Geisbergfelsen. Außer einem Bruch des Kiefers hat dasselbe noch einen Bruch der unteren Schädeldecke davongetragen. Der Zustand des Kindes ist sehr bedenklich.
A, Worms, 23. Juni. Die Stadtverordneten- Versammlung beschloß die Auslosung von Mark 32,000 Schuldverschreibungen der Stadt Worms Lit. O, P und Q. Ferner wurde die Ausdehnung der Oktroierhebung auf Koks, Braunkohlen und Briketts beschlossen, die bei Einführung des Oktrois vergessen worden seien. Für den demnächst stattfindcnden Delegiertentag des Verbandes der Journalisten- und Schriftstellervereine wurde ein Fe st beitrag von M k. 2 0 0 0 bewilligt. — In der Wormser Lederindustrie wurden in den »letzten Wochen infolge des schlechten Geschäftsganges zahlreiche Arbeiterentlassungen vorgenommen.
m Koblenz, 22. Juni. Nach einer Mitteilung der Bür- germeisterei Ehrenbeit st ein — in Koblenz ist kein T y p h u § f a l l-vorgekommen — wurde bei 7 Zivilpersonen, darunter drei Kindern, das Vorhandensein von Typhus festgestcllt, 13 weitere Personen, darunter acht Kinder, sind .inter typhusverdächtigen Anzeichen erkrankt. Außerdem ist das Vorhandensein von Typhus bei 2 3 Militärpersonen erwiesen. Die nötign Maßregeln zur Bekämpfung der Krankheit, sowie Vorsichtsmaßregeln gegen weitere Ausbreitung sind in vollem Maße getroffen. Die Krank, heit ist nicht in schwerer Form aufgetreten, es handelt sich um leichtere Fälle, auch ist kein Todesfall erfolgt. lieber die Entstehung der Krankheit hat man keinen Anhaltspunkt. Da jedoch nicht ausgeschloffen erscheint, daß die Wasserversorgung von Ehrenbreit st ein mit zur Verbreitung der Krankheit beigetragen har, werden sofort Arbeiten unternommen, einen Anschluß an die Arzheimer Wasserleitung zu schaffen, und so die Leitungen mit einwandfreiem Wasser zu versehen.
8 Kreuznach, 22.Junt. Das am Bad'Bahnhof gelegene »Hotel zum Adler" wurde für ^ 117,000 an einen Bierbrauereibesitzer aus Rathenow verkauft.
mr AuS der Pfalz. In Ormesheim schlug bei einem Ge» Witter der Blitz in das Anwesen des Ockonomen Josef Müller, das in Brand geriet. Ein Pferd und zwei Rinder wurden durch Blitz getötet und das Anwesen in Asche gelegt. In L i m b a ch schlug der Blitz in ein Wohnhaus und zündete, wodurch das Haus vollständig niederbrannte. — JnWollmerSbeim ist derTyphus ausge» brachen, eine ganz große Anzahl von Erwachsenen sowie Kinder liegen schwer krank darnieder.
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Gerlcfitszeifung.
Frankfurter Schwurgericht Der Rauvaufall am Rechneigraben.
(Schluß.)
Die gestrige Verhandlung gegen die Therese Bauer und ihren Zuhälter Starkmann nahm ein Ende, wie es gewiß niemand erwartet hatte. Der erste Staatsanwalt hatte bean- tragt, beide Anaeklagte des Raubes schuldig zu sprechen, der Bauer aber misoernde Umstände zu gewähren. Der Verteidiger des Starkmann, R.-A. Dr. R e i ch a r d wollte nur Diebstahl gelten lassen, der Verteidiger der Bauer, R.-A. Dr. Urspruch, führte aus, daß diese sich nur der Beihülfe schuldig gemacht habe und ließ eine Frage aus 8 66 St.-G.-B. stellen. Darnach ist ein Angeschuldigter, der das achtzehnte Lebensjahr noch md)t vollendet hat, freizusprechen, wenn er bei Begehung einer strafbaren Handlung die zur Erkenntnis ihrer Strafbarkeit erforderliche Einsicht nidjt besaß.
Die Geschworenen konnten sich lange nicht einigen und kehrten ohne Wahrspruch in den Sitzungssaal zurück, um sich vom Vorsitzenden eine Belehrung darüber zu erbitten, ob Starkmann des Raubs oder Diebstahls schuldig gesprochen werden könne, obwohl die Börse des Metzgergesellen nicht von __ / Starkm ann selbst Indern von. der Dauer rveMeno mmen
worden sei. Der Vorsitzende entwickelte ihnen darauf den Begriff der Beihülfe, und sie kehrten ins Beratungszimmer zurück. Ihr Wahrspruch aber lautete dann bei Starkmann vahin, daß beide Schuldfragen verneint wurden. Und bei der Bauer wurde die Frage verneint, ob sie die erforderliche Einsicht besessen habe.
Nach diesem Wahrspruch blieb dem Gerichtshöfe nichts übrig, als beide Angeklagte freizu sprechen; denn die Bauer ist erst am 8. Mai achtzehn Jahre alt geworden, die Tat aber wurde am 27. März begangen. Daß sie straflos bleibt, kann man ihr gönnen, denn sie hat nur unter dem Einfluß ihres Zuhälters gehandelt, der sie nicht nur in schamloser Weise ausbeutete, sondern auch geradezu zur Verbrecherin machte. Hätte ihn nicht die Strafkammer aus Anlaß dieses Falles am 16. Mai wegen Zuhalterei zu sechs Monaten Gefängnis — die er gegenwärtig verbüßt — verurteilt, so wäre der freche Raubansall am Rechneigraben ganz ungesühnt geblieben. Die Börse des Mehgergesellen, die über Mk. 40 enthielt, hat sich nicht wieder gesunden. Verschwuriverre Akten.
Es erregte einiges Aufsehen, als Ende Februar bekannt wurde, daß ein Beamterder Staatsanwaltschaft wegen Beiseiteschaffung von Akten in Haft genommen worden war. Denn man hatte von verschiedenen Anklagen größeren Umfangs gehört, daß wichtige, die Angeklagten be- lastende Aktenstücke verschwunden seien, und die Vermutung lag nahe, daß man den Dieb dieser Aktenstücke entdeckt habe. Aber das Verschwinden dieser Akten ist noch unaufgeklärt. Im vorliegenden Falle handelte es sich lediglich darum, daß der ungetreue Beamte, um sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen, solche Schriftstücke beseitigte, denen Geldbeträge beigefügt waren. Und zwar nicht bloß echtes Geld, sondern auch Falschstücke, die von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt waren, und die er dann als echtes Geld verausgabte.
Der Angeklagte ist ein Opfer der Trunksucht. Er heißt Emil Eugen Krause, ist 1869 in Leipzig geboren, stammt aus gutem Hause, hat die Rechtswissenschaft studiert und es bis zum Referendar gebracht. Da er aber schon auf der Hochschule dem Trunk ergeben war, hatte er sich ein Herzleiden zugezogen, und suchte nun als Schreiber sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Nachdem er auf verschiedenen Schreibstuben gearbeitet hatte, fand er im Jahre 1905 eine Anstellung bei der hiesigen Staatsanwaltschaft als Hilfsschreiber und verdiente monatlich Mk. 120 bis 140. Geheiratet hatte er auch und zwar ein früheres Dienstmädchen; der Ehe sind zwei Kinder entsprossen, von denen das älteste jetzt fünf Jahre alt ist. Als er einmal sein ganzes Monatsgehalt in zwei Tagen verpraßt hatte, veranlaßt seine Frau, daß sein Gehalt künftig an sie ausbezahlt wurde. Um sich nun Taschengeld zu verschaffen, entnahm er den Akten, die er zu bearbeiten hatte, die beigelegten Geldbeträge und beseitigte die dazu gehörigen Schriftstücke. Große Einnahmen hat er nicht davon gehabt: die Untrsuchung ergab, daß er in vier Fällen sich insgesamt Mk. 4.66 echtes Geld angeeignet hat, außerdem in dreizehn Fällen falsche Ein- und Fünfmarkstücke.
Bei der Staatsanwaltschaft fiel es natürlich auf, daß sogenannte Asservate, das heißt den Akten beiliegende Beweisstücke verschwanden; aber die Sache blieb unaufgeklärt, bis im Februar ein Sekretär feststellte, daß aus einem Aktenstück, das der Krause zu bearbeiten hatte, ein beigelegtes falsches Markstück verschwunden war. Darauf nahm man bei ihm eine Haussuchung vor und fand in der verschlossenen Schublade seines Schreibtischs 17 beiseite geschaffte Aktenstücke, in seiner Wohnung noch weitere, worauf Krause verhaftet und die weitere Untersuchung eingeleitet wurde.
Der Verhaftete legte sofort ein umfassendes Ge- ständnis ab. Vor den Geschworenen macht er den Eindruck eines gebrochenen Mannes, der auf die Fragen des Vorsitzenden mit leiser Stimme antwortet: „Ich Hab' es ja bereits zugegeben" oder: „So wird es wohl gewesen sein; ich weiß es nicht mehr."
Auf die Einzelheiten der Beweisaufnahme, wobei jedes Aktenstück eingehend besprochen wurde, brauchen wir nicht einzugehen. Erwähnenswert ist nur die Bekundung des Aktuars, der die Unregelmäßigkeiten entdeckte. Ihm siel es Uuf,' daß in der sog. Kanzleikontrolle ein Datum eingetragen war, das weder von ihm, noch von seinem Gehilfen herrührte, sondern von der Hand des Krause, der in dieses Buch keine Eintragung zu machen hatte. Die Eintragung bezog sich auf ein Aktenstück, dem ein falsches Einmarkstück beigelegt war, und dieses Markstück fehlte. Er erklärte, er habe das Markstück zu Hause, wo er das Aktenstück bearbeitet hatte, aufbewahrt. Man schickte ihn nach Hause, um es zu holen, und er brachte — ein echtes Markstück zurück.
Zur Begutachtung über den Geisteszustand des Angeklagten sind Prof. Sioli und Medizinalrat Dr. Roth geladen. Ihre Vernehmung erfährt aber eine unerwartete Unterbrechung durch den Selbstmordversucheines in derHaft- zelle der Strafkammer untergebrachten An- geklagten, der sich die Pulsadern zu durchschnei- d e n suchte. Die Sitzung wird deshalb auf einige Z e i t v e r t a g t.
Frankfurter Strafkammer.
Eine Einbrecherbande.
Im März waren freche Wohnungseinbrüche in Bornheim und dem Nordend an der Tagesordnung. Der Verdacht der Täterschaft fiel auf drei jugendliche Burschen, die sich in der Nähe des Tatortes in verdächtiger Weise umhertrieben und auch schließlich der Polizei ins Garn liefen. Am Montag hatte sich das Kleeblatt, das aus dem Installateur Georg Heinrich Konrad Mauser und den Schlossern Georg Karl Bock und Wilhelm Ackermann bestand, vor der Strafkammer wegen bandenmätzig ausge- führten Diebstahls zu verantworten. Trotz ihrer Jugend — die Angeklagten stehen im Alter von 20 bis 22 Jahren — befinden sie sich sämtlich im Rückfall. Mit dem Augenblick ihrer Verhaftung hörten die Wohnungsein- brücheauf. Ein Kriminalbeamter hat die drei Angeklagten vor der Arrestzelle im Gespräch belauscht. Sie unterhielten sich in der Gaunersprache miteinander. Bock meinte, wenn sein Knast (Strafe) herum sei, dann sei die Rache aber süß. Mäuser: „Hier mache ich nichts mehr, ich gehe wieder nach Frankreich in die Kurorte: da ist leichter stehlen, da ist „duft". Was habe ich da nicht alles 1906 gestohlen!" Zu Ackermann sagte einer; er solle sich man die zwei Jahre Spitz aus dem Kopf schlagen, denn er bekomme mindestens fünf Pfund zudiktiert (fünf Jahre Zuchthaus). Er solle immer duft pfeifen (zart aussagen) und immer Schippenaß Winsen (leugnen). Schade daß man zum Turnfest nicht herauskäme. Wenn man da mit seinem Etuis (Sperrhaken) losginge, könnte man etwas machen. Bock erklärte dem Mäuser, er habe 26 Diebstähle herausgerechnct, und meinte, wenn er fünf Jahre Zuchthaus bekomme, falle dafür auch die Militärzeit von zwer Jahren weg. Das Gericht verurteilte Mauser und Bock wegen sieben Einbrüchen zu je 5 Jahren Gefängnis, Ackermann wegen vier Einbrüchen und Hehlerei zu 2 y 3 Jahren Gefängnis.
Crprefserbriefe.
Im Mai liefen bei drei allein st eyenden Damen
— eine wohnte in Mainz, die beiden anderen in Frankfurt
— anonyme Briefe ein, in denen sie um Ucberscndung von Mk. 2400 ersucht wurden, widrigenfalls der Briefschreiber Geheimnisse aus ihrem Leben enthüllen wtzrde. Tie Damen wendeten sich an die Polizei, und diese verhaftete den Bankbeamten Gottlob Adolf F e l l g e n, als er gerade in Wiesbaden die Antwort auf den ersten Brief abholen wollte. Fellgen übte gerade als Gefreiter beim Infanterie-Regiment Nr. 87 in Mainz, doch übergab ihn die Militärbehörde zur Aburteilung dem Zivilgericht. Fellgen war geständig; er wollte das Geld zur Bezahlung von Schulden verwenden. In der Verhandlung tauchten Bedenken über den G e i st e s z usia n d F e l l g e n s auf, worauf die Straf, kammcr die Verhandlung vertagte. Der Gerichtsarzt und der Direktor der Irrenanstalt sollen Fellgcn auf seinen Geisteszustand hin untersuchen.
* Ein Soldatenschinder. DaS Kriegsgericht der 25. Divi- sion aus Darmstadt hielt am Samstag in Mainz eine Sitzung ab. Der Unteroffizier Gustav P a w e l z i k der 5. Kompagnie Infanterieregiments Nr. 117 war der Mißhandlung Untergebener in 24 Fällen, der Beleidigung, des Ungehorsams ufw. angeklagt. Er hatte seine Korporalschaft in der Zeit von Ok- tobcr v. J§. bis Mai d. Js. in einer Weise behandelt, die jeder Beschreibung spottet. So mußten/die Leute bis zur Bewußtlosigkeit Kniebeugungen ausführcn, Gewehr, und Fußschemel strecken, ihre Betten und Spinde ans- und wieder ein. räumen, zweihundertmal sich auf die Erde werfen» unter die B etten kriechen» wobei erhielten, kurz aAeS mög-.
23. 3»uui üjöis
liche tun, was mit der Ausbildung eines Soldaten nichts zch tun hatte. Eines Morgens vor dem Frühstücke erklärte P^ seinen Leuten auf dem Hofe: „Heute werde ich mit euch früh- stucken!" In der Stube mußten die Soldaten ihre Brote erst mit ihren schmutzigen Taschentüchern und dann mit den Handtüchern abputzen. Einem wurde befohlen, einen Laib Brok in die Höhe zu halten, während die anderen sich nicderkuien und mit gefalteten Händen nach dem Laib Brot schauen mußten! In einem anderen Falle mußte ein Musketier sich im dritten Stockwerk e\v£ Zeit lang auf die Bank des geöffneten Fensters setzen, mir dem Schwergewicht seines Körpers nach außen, dann mußte er Kniebeugungen vornehmen und Schemel strecken. Derselbe Soldat erhielt auch von P. eine Ohrfeige, daß ein Trommclsellriß entstand, der Verletzte mußte vier Wochen im Lazarett zubringen. In einem weiteren Falle hatte ein Soldat auf Befehl P's. zur Stubentüre herein- und hinauszulausen, dabei erhielt der Mann einen Stoß unter das Kinn, daß er mit dem Kopf gegen die Wand schlug und besinnungslos zusammenbrach. Ein anderer Soldat erhielt außer Ohrfeigen den Spucknapf übergcschüttet. Abends, wenn P. die Stuben abgefragt,. mußten die Soldaten auf Befehl sich auszichen, ins Bett springen, wieder sich an- ziehen und dasselbe Manöver lvicderholen. Statt, wie der Kompaniebefchl lautete, Stiefel cinzuschmieren, ließ P. seine Korporalschaft .Gewehr strecken, Kniebeugungen machen uslv. Einer der Soldaten mußte auf Befehl den Schmutz und Sand, oer in seinem Brotbeutel sich Vorsand, mit den Brotkrumen^ aufessen. Den Soldaten drohte P., wenn sie sich beschwerten, würoe es ihnen noch schlimmer ergehen. Der Angeklagte rechtfertigt sein brutales Vorgehen mit fortgesetzter Aufregung, er sei von seinem Kompaniechef öfters vor der Front hart angelassen worden und habe nicht mehr gewußt, was er tun solle. Der Anklagevertreter erklärte, daß es geradezu unverständlich sei, wie trotz aller Belehrungen und Ermahnungen der Unteroffiziere, die Finger von den Mannschaften zu lassen, noch derartigen Schindereien und Quälereien der Soldatee Vorkommen könnten. Er beantragte ein Jahr Gefängnis und Degradation. Das Gericht war der Ansicht, daß man nicht streng genug gegen derartige systematische und gemeine Schindereien Vorgehen könne. Der Angeklagte sei auch durchaus unwürdig, als Vorgesetzter aufzutreten. Wenn er. wirklich von seinem Vorgesetzten scharf vorgenommen worden sei, habe er dies nicht seine Leute' entgelten lassen dürfen, in den meisten Fällen der Mißhandlungen babe die scharfe Ansassung gar nichts damit zu tun gehabt. Die meisten der zur Anklage stehenden Fälle' zeugten von dem gemeinen Charakter des Pawelzik. Es wurde auf ein Jahr Gefängnis und Degradation erkannt. Der Angeklagte erklärte, die Strafe anzunehmen und auf Berufung zu verzichten.
Unterschlagung im Amt. Vor dem Schwurgericht in Hanau hatte sich am Montag der B ü rgermeister Johann Georg Peter aus Somborn, Kreis Gelnhausen, wegen Unterschlagung amtlicher Gelder und Urkundenfälschung zu verantworten. Peter hatte im Mai 1906 von der Firma I. Vohwinkel-Mainz, die von der Gemeinde Somborn Holz angekauft hatte, den für das Holz fälligen Betrag von Mark 1199 eingezogen, aber von dem Gelbe nur Mk. 1099 an die Gemeindekasse abgeführt. Ferner ließ er sich im Juni 1907 von der Firma Grünsfelder und Kerns in Stockstadt, die ebenfalls der Gemeinde Somborn Holzgeld schuldete, Mk. 2303 auszahlen und behielt davon Mk. 180. Zugleich fälschte er zur Verdeckung dieser beiden Unterschlagungen die Belege, in denen er sowohl die Festmeterzahlen des gelieferten Holzes als auch die Geldbeträge entsprechend abänderte und trug schließlich auch diese falschen Ziffern in das Gemeindcein- nahmebuch ein. P. war geständig; er suchte seine Handluugs-. weise damit zu entschuldigen, daß er behauptete, er habe sich - durch die unterschlagenen Gelder schadlos halten wollen für' Auslagen, die er für die Gemeinde gemacht und deren Begleichung aus der Gemcindekasse er nicht habe fordern mögen, ' Die Geschworenen bejahten sämtliche Schuldsragcn, aber auch die Frage nach mildernden Umständen. Urteil: Acht Monate Gefängnis. Peter besitzt Vermögen von'Mk. 30,000 und konnte seinerzeit Mk. 10,000 Kaution für seine Entlassung aus der Untersuchungshaft stellen.
* Darmstädtcr Strafkammer. Eine Eheirrunq schlimmer Ar! führte zu einer Verhandlung vor der Darmstädicr Strafkammer. Der Bäckergeselle Karl Schatz stand in Fischbach in Arbeit und erweckte die Leidenschaft der Michael Amend Ehefrau, die getrennt von ihrem Mann bei Angehörigen wohnte. Beide verkehrten miteinander, bis Schatz hierher nach Darmstadt verzog. Die sterblich in ihn der»' liebte Frau folgte ihm nach und setzte das Verhältnis fort. Im April zog die Sehnsucht auch den Ehemann nach Darmsladt, er suchte die Lebensgefährtin auf und versöhnte sich mit ihr. Damit keine Störung «intrete, teilte bte Frau ihrem Liebhaber sofort mit, baff sie Besuch habe, erreichte dadurch aber nur. daß dieser schon in aller- Frühe an die Tür pochte, angeblich, um seinen Koffer zu holen. Der in seiner Ruhe gestörte Gatte schlug den Störenfried mit einem unge»' ladenen Revolver wiederholt aus den Kopf, dieser antwortete damit, daß er mit einem Küchenmesser blindlings auf den Rivalen dreinstach. Er brachte ihm 11 Verletzungen bei, die eine acht Wochen dauernde Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatten. Das Gericht verurteilt«! Schah zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten, von welcher eil Monat durch die Untersuchungshaft verbüßt ist.
* In Uniform. Eine sozialdemokratische Versamm l u n g in F r a n k f u r t hatte der Musket irr Jakob Wagner vo( der 5. Kompanie Infanterieregiment 118 gelegentlech eines Urlaub/ in Uniform besucht. Er wurde von einem Schutzmann scstgenomme( und erhält jetzt vom Darmstädter Kriegsgericht wegen Ungehorsams aus dem ein wesentlicher Nachteil entstehen konnte, sowie Belüge» eines Vorgesetzten 22 Tage strengen Arrests.
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Die Sieger der Prinz-Heinrich-Fahrt
dandwirtichaftliches.
* Obstvcrwcrtttngskurse« An der Lehranstalt zv
Geisenheim werden ein ObstverwertungskursuS für Frauen vom 3. bis 8. August, und rin Obstverwertungskorsus fün Männer vom 10. bis 22. August abgehalten. Der Unterricht wird theoretisch und praktisch erteilt, sodaß die Teilnehmer Gelegenheit haben, die der» schiedcnen Verwertungsmcthodcn eiuzuüben. }
* Lbstpreise. Nach den Mittedungcn der »Zentrale fürs Ob st Verwertung in Frankfurt a. M. vom 22. Junj ; gelten 50 Kilo Erdbeeren erster Güte JL 35—40, zweiter Güte JL 20 I WM KtaLrlbeerea JL 20. SiriL-u JL 25-85..