428 Jenaische Zeitüngen

den. Wer wird nicht für diesen edelgesinnten Mann die größte Hochachtung empfinden, und Wünsche vor die Erhaltung eines so großen MenschenFreunr des opfern, dessen Verdienste die größten Lobsprüche werth sind, die wir blos aus Bescheidenheit zurück halten, und die jeder unsrer Leser hinzu denken wird.

Halle.

I. I. Curt hat verlegt: Hn Im. I« Gerl). Schel­lers, Rector des Lycei zu Lübben, Anleitung die al­ten lat. Schriftsteller in den obern Classen der Schu­len philologisch und kritisch zu erklären, nebst einem Anhänge von richtiger Nachahmung des Cicero und ei­nem Vorschläge das Griechische und Hebräische auf eine ähnliche Art zu erlernen, mit einer Vorrede her­ausgegeben von Hn Rlotz, 1770. 352 S. in gr. 8. Dieses Buch verräth einen Mann, der tief in den Abgrund unfers verderbten Schulwesens eingeschauet hat. Statt der elenden Arbeit, phrases zu excers i^iren, zu variiren, dilatiren und Gott weis, wie diese unnützlichen Uebungen alle heißen, statt aus dem N. T. griechisch verstehen und durch Hülfe einer cice- ronianischen Phraseologie ciceronianifch schreiben zu lehren, führet Hr Sch. seinen Zögling zu der achten Kenntniß der Sprachen. Er zeiget ihm zuerst, wie er seinen Autor recht verstehen und recht übersetzen solle, welches um so schwerer ist, da man sich öfters schmeichelt, recht den ganzen Zusammenhang zu ver­stehen, wenn man jedes einzelne Wort verstehet. Den Jüngling mache das Beyspiel selbst eines Grä- vius gegen sich mißtrauisch! er lese dieses vortrefliche Kap. des Hn Sch. der zwar alle Schwierigkeiten, die theils obsolete, vielbedeutende rc. Worte, theils Dunkelheit des Ausdrucks, theils versteckte Antiqui­täten, theils Anomalien rc. verursachen , in ihrem ganzen Umfange, und r welches das schönste ist, in Beispielen zeiget, aber auch lehret, wie sie aufzu-