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bei demjenigen, welcher betrügerischer Weiß mit dem Ausdreschen zurück hält, die Obrigkeit ex officio ausdreschen, und das Getraid davon auf die Schrannen führen laßen. Was ferner die Ausführung betrift, so har noch Lberdleß der Magistrat am n. dieses durch den Trvmmelschlag bekannt machen lassen, daß dergleichen Unternehmen mit empfind!!, cher Leibeestrafe und Verlust des Bürgerrechts werde bestraft, derjenige aber, welcher ein solches Vergehen entdeckt, mit 50 fl. belohnt werden.
Bei dem vorgestrigen Rath verläse der Herzoglich Bayrische Herr Gesandte ein Pro Memoria, worinnen gemeldet wird, daß sich bei der in den Bayrischen Landen vorgenommenen Untersuchung ein so geringer Vorrath an Ge- rraid gefunden habe, daß man selbst schon in Italien eingekanft, und der Kaiserin Königin Majestät um eine Aushülft ersucht habe, woher aber nichts zu erhalten gewesen, sondern die Entschuldigung gebraucht worden seye, daß man noch nicht wisse, ob etwas ohne Nachtheil der eigenen Unterthane» abgegeben werden könne. Bei solchen Umständen sehe man sich also ausser Stande, dem Reichstag und der Stadt Regenspurg ihre Ge- traid - Bedürfnis zu verschaffen, vielmehr mäße mau sich ausbitten, daß man von Reichswegen SeinerChursürstlichenDurchlaucht von Bayern durch ein kräftiges Vorwort bei Wiederholung vvrgemeidter Bitte bei Allerhöchst- gedacht Ihrer Majestät zu statten kommen möge. Es wurde daher von den beiden höher» Reichs cvlleglis beliebt, die Churbömische «nd Erzherzoglich Oesterreichisch-Herren Minister zu ersuchen, das Churbayerische Pro Memoria vermittelst eines beförderlichen Berichts an ihren allerhöchsten Hof kiuzuschicken.
Hannover, den 8. Jenner.
Die Anzahl der in unfern Landen von dem Fahr 1750 bis 1765 neu angebauten Stel, len oder Bauerhöfen beträgt ioc>8 Stellen, And die neuen Unterthanen belaufen sich auf
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5000. Die Erndte des ganzen Landes ist durch diesen Anbau um 10000 Malter Korn ver-- mehret worden.
Paris, den 14. Jenner.
Herr Abt Terray, General Controleur, hat bei der ihm aufgetragenen Verwaltung des Seewesens eine kluge Erfahrung zum Augenmerk , und eben deswegen schon verschiedene ihm überflüßig geschienene Leute abgeschaft.
Gestern übergab der erste Präsident Seiner Königlichen Majestät letzter» merkwürdigen Parlementsschluß vom 7. dieses, und stellte aus einem besonderu Auftrag die Nothwendig- keit zugleich vor, daß eine ganz andere Verordnung wegen des Fruchthandels gemacht werden müße.
Seit dem das Parlememt seine Amtsverrichtungen wieder angefangen,hat diePrinzeßin von Monaco ein Urthetl erhalten, kraft dessen sie nach ihrem Gesuch zu Tisch und zu Beth, wie man zu reden pflegt, ja auch in Ansehung ihres Vermögens, von ihrem Gemahl gänzlich geschieden worden. Der Fürst von Monaco, ob er gleich Duc uud Pair von Frankreich ist, glaubte als fouveralner Fürst dem Parlemenr nich^unterworfen zu feyn, und hat sich da- hero auch gar nicht vertheidiget.
Schon am 7. dieses ist der Gefande von Tunis hier angekommen und wird mit feinem ganzen Gefolg von dem König ftey gehalten.
Zu Troyes und in ganz Champagne sind auf Königlichen Befehl und Kösten öffentliche Werkhauser angelegt worden, um die armen und müßigen Leute darin zubeschäfrigen, weil in dieser Provinz aus Mangel des GewerbS und sonstigen Zuflußes dte Armuth am meisten herrschet. In besagter Stadt allein sind fünf solcher Werkhäufer dermahlen für Weiber und Kinder, die über 8 Jahr alt sind, aufgerichtet.
Auch zu Rheims wird auf eine sehr prelß- würdige Art für die Unterhaltung und Beschäftigung der Armen gesorget. Der Magistrat läßt einen Theil der Wällen dieser Sradt