4Zo Jenaische Zeitungen

derselben/ ein Kapitel, welches freilich nur seinen relarivischen Nützen hak! denn es. giebt Leute, die es nicht für geradezu nothwendig halten, bey gewissen Gelegenheiten die Sprache der Römer zu reden und zu schreiben, oder, wenn auch dieses geschehen müßte, so asiatisch zu schreiben, wie Cicero. Die subiekcivische Art zu denken und sich auszudrucken scheinet uns hier alles zu bestimmen, und wir glau­ben, daß es demjenigen, der Anlage zur Schreibart eines Tacitus hat, sehr übel gelingen würde, wenn er statt des körnichten und gedrängten Vortrags, sich in langen Perioden ergießen wollte. Ein kurzer An­hang, das Griechische und Hebräische auf ähnliche Art zu erlernen, macht den Beschluß dieses Buchs, dem wir alle die guten Wirkungen auf unfern Schu­len wünschen, die es wegen seiner Gründlichkeit und Brauchbarkeit schaffen kan. Möchte es doch die so schwere Menge elender Grammatiken, welche kaum die Fläche der latein. Sprache berühren, diEedallas, die Fioüiegia, die Anweisungen, die zierliche, gründli­che rc. Lateiner rc. Chrien, prog^mnasmara.die imira- tiones, pueriles sowohl, als mafculas etc. verdrängen!

Leipzig.

Unter den mancherley iuristischen academischen Abhandlungen, welche wir zeither von daher erhal­ten, verdienen zwey eine Anzeige, welche von dem guten Geschmack! ihrer Verfasser zeigen, und erst im Monat April ans. Licht getreten. Die eine hat den Titel: hiftoria iuris ciuilis de peculiis , und hat Hn. D. ChnstianRau zum Verfasser. Wir haben, wenn wir nicht irren, bereits einmal unsere Gedan­ken von dem Nutzen solcher besondern Rechtsgeschjchr le geäußert. Er ist ungemein gros, und zeiget sich besonders bey Erklärung der Gesetze, welche oft erst aus selbiger ihr gehöriges Licht erhalten; inzwischen ist sie ein Feld, welches noch fast gar nicht bebauet ist. Hr. R. verspricht uns vieles, da er dem Muster einir

von gelehrt. Sachen l.ll. Stück. 427

obrigkeitliche Bestätigung dieser Zugabe, den 15. Febr. 1766. Antwortschreiben der Universität Gie­ßen , den z. May 1766. kleine Nachricht von dem Ursprünge des deutschen Ordens, aus einem alten pergamentnen Buche, vom Xll. Jahrhundert; Bi­schof Albrechts von Bripen bisher ungedruckte An­merkungen, wegen Abstellung derMisbräuche im St. MarienHospital zu Bvrxen von IZ28; obrigkeitliche Erlaubnis, das Begräbnis des Stifters betreffend und die Grabschrift, welche sich der Stifter selbst gesetzt. Was nun diese Stiftung selbst betrift, so begreift selbige außer der Armen Verpflegung noch die Er­richtung eines großen botanischen Gartens, eines anatomischen Theaters, chymischen Laboratvrii und einer Bibliothek und NaturalienCabinets, die Fonds zu Besoldungen für die nöthige Personen zu dieser Stiftung, und für die Executores des Testaments, zu dreyiahrigen Stipendien für arme Scudiofos 'medi- cinae. Der Umfang dieser wohlthätigen Stiftung erstreckt sich also außer der Verpflegung des Armuths, zugleich über die Beförderung der Aufnahme des me- dicinischen Studii in Frankfurt. Auf alle Weise ist dafür gesorgt worden, daß diese Stiftung gesichert würde, und der preiswürdige Stifter ermahnet seine Mitbürger durch milde Beyträge diese Stiftung noch immer mehr zu vergrößern. Alljährlich werden die Nachrichten von dem Fortgange dieses Instituts und die Rechnungen über die Oekonomie desselben öffent­lich durch den Druck bekannt gemacht. Der Stifter aller dieser Anstalten, ein Bruder des verewigten Reichshofraths, vermehrt durch sein edles Beyspiel die Anzahl jener berühmten Bürger seiner Vater­stadt, welche bey vorzüglicher Rechtschaffenheit, für das Wohl ihrer Mitbürger und für die Wissenschaften begeistert, sich durch edle Thaten und rühmliche Stif­tungen bereits ein unvergeßliches Andenken erwor- Fff 2 den.