I 3 S 4 Gött.Anz.is7.St. d.zr.Der. 1^70;
Herr S. hat durch glückliche Besorgung der Kranken ansehnliche Reichthümer erworben. Da er nn- beerbet ist, so hat er 100000 Gulden zu einer Stiftung niederbesetzt, und dazu noch um 23000 Gulden an Gebäuden und Gartenranm beygefügt. In dieser Stiftung sollen erstlich die Armen ohne Unterscheid der Religion, oder des Geschlechts, ausgenommen und verpflegt werden; auch alte abgelebte Personen, wie in Holland, zu einem ruhigen Leben am Ende ihrer Tage Plätze finden. Es soll dabey ein^ chymischer Arbeitsaal, eine anatomische Schaubühne, ein Kräutergarten für Arzney- gewachse, und ein Versammlungszimmer für die Frankfurtischen Aerzte errichtet werden, worinn sie alle Monathe über die Geschäfte ihres Berufs sich unterreden können. Zur Ausdehnung der Armen- anstatt ladet man andere christliche Gemüther ein. Die Stadt Frankfurt hat alles gebilligt: die Aufsicht soll bey den Erben und Nachkommen des Freyherrn v. Senkenbergs (unsers ehemaligen Lehrers und nachwartigen Reichshofraths) bleiben, und wenn dieses Geschlecht ausgehen sollte, auf die me- dicinische Facultät zu Giessen fallen. Der Stiftungs-- hricf ist vom i8ten August 1763. und 16. December 176Z. Unter den Anlagen findet man ein altes Zeug- uiß, woraus man beweiset, daß der deutsche Orden zu Ptolemais durch einige fromme Leute von Lübek und Bremen zuerst veranlasset worden ist. Man kann nicht ohne Vergnügen dieses milde Werk sehen, dergleichen in Deutschland von einzelnen Personen noch sehr wenig gestiftet worden ist, und dem A. 1707. gebohrnen Hrn. Stifter lange Jahre wünschen, auf daß er seine rühmliche Anstalt in ihrer Vollkommenheit, und die Früchte desjenigen sehen möge, was er gepflanzt hat. Ist 76 Folioseiten stark.