IZ 82 Göttingische Anzeigen

zum Vortrag der Wahrheiten, die Erleuchtung- thig habe, jedoch mit vieler Bescheidenheit und- thiger Vorsicht. Was S. 166. u. f. von einer blos menschlichen Bekehrung und philosophischer Buße vor- aetragen wird, verdienet unfern ganzen Beifall und besondere Empfehlung auch an diejenigen, welche zu unfern Zeiten der philosophischen Moral hierinnen eine unerweißliche und wider die Erfahrung streitende Wirkungskraft beilegen. S. 204. u. f. wird durch die Erklärung der Begriffe, an Gott glauben, an Christum qlauben, und durch Christum an Gott glauben, als verschiedener, jedoch einander nicht wi­dersprechender Begriffe, und ihre nähere Ausführung wirklich über einige biblische Stellen ein gutes Licht verbreitet, und bey dieser Gelegenheit einiges gegen Hrn. D. Töllnern erinnert. Ob aber der wahre Glaube eine Tugend sey, darüber dürfte die versicher­te Übereinstimmung unserer Lehrer so gewiß nicht seyu. Uns lst dieser Ausdruck nie genau und be­stimmt genug vorgekommen, weil wir nicht begreifen können, wenn die Tugend des Christen erst eine Fol­ge des Glaubens ist, wie der Glaube selbst ohne die zu besorgende Gefahr, Urfach und Wirkung zu ver­mischen, Tugend heisen könne. Doch hat der Aus­druck unstreitig bey Hrn. D. Cl. einen bessern Ver­stand, als bey Hrn. D. T., der ausdrücklich den Glauben vor Folge der Tugend und vv' Folge von Gottesfurcht und Gewissenhaftigkeit des Menschen erkläret, und ihn als Tugend vor belohnungsfähig hält. Die Vertheidigung des Kinderglaubens S. 420. u. f. ist mit groscm Fleiß und eignem Nachden­ken abgefasset; so wie die von der Lehre unserer Kir­che vom Abendmal gegen einige neuere Reformirte, und welches noch nöthiger, gegen einige unrichtige Vorstellungen unserer eigenen Lehrer, <£>. 461* u. f. Recht unerwartet ist S. 488. ein wichtiges Geschenk

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