Wen konnte, und durch Verspräche der großen Kayselin Elisabeth glvrwürdigsten Gedächt- mß gelanget. Habe Ich ja während der Zeit, La ich selbige ruhig besessen, aller Wünsche nicht erfüllen können, so rechne man es der mensch- lichen Unmöglichkeit zu, nicht aber einen Mangel meines Verlangens, einen jeden zu frieden zu stellen. Meine Führung wird, hoffe Ich, alle redlich und ehrlich denkende überzeuget haben, daß ich nichts durch Gewalt, Zwang, -oder widerrechtlich zu erlangen gesuchet, wohl aber in allen meinen Handlungen, Meinen, LemKonige und der Republique geleisteten Eyd, und die Verbindung mir Ritter- und Landschaft vor Augen gehabt, auch hoffete Ich mit ihr, durch den Mir freywillig undeinmüthiggelel- fleten Huldigungseyd, unzertrennlich und ruhig mein Leben beschliessen zu können. Wie sehr ich Mich aber in dieser Hofnung betrogen, habe ich leider nur allzu sehr erfahren. Ihnen die Umstände von allen Widerwärtigkeiten, welche Mir seit meiner Rückkunft aus dem Bade, besonders aber seit dem 24. December, zugestos- fen, zu erinnern, hatte ich vor überflüßig, da sie alle Zeugen sind, daß ich solchem Verfahren aus- gesetzet gewesen, wider welches Mich meine Geburt härte gänzlich sicher stellen sollen. Diese ganze Zerk habe alles mit Gelassenheit ertragen, um dem Sr. Majestät dem Könige, der Republique und Mir treu verbliebene Theile der Ritter' und Landschaft zu zeigen, daß, so lange mei ne Pflicht meine Gegenwart allhier erforderte, und selbige einigen Nutzen verschaffen konnten, Ich sie niemahls verlassen wollte. Nichts ist Mir indessen schmerzhafter gewesen, als wahrzunehmen, daß ein Theil des Adels, es fey aus Schwachheit, Furcht, Leichtsinnigkeit oder Eigennutz, ihrem Eyde, Gewissen und Ehre zu rvider gehandelt, die schuldige Pflicht gegen den König, dessen Befehle, und die Achtung gegen rie hieher gesendete Herren Senateurs gänzlich aus den Augen gesetzete u. sich zu solchen Schritten verleiten kaffen, die den von je her erlangten Ruhm der fammtlichen Ritter- und Landschaft beflecket. Gegenwärtige zween würdige Hrn. Senatmrs, sind hier zur Aufrechrhaltung der Könrgl der Republik und meiner Rechte; folgen sie Ihrem Rathe, und lassen sie sich nicht «bhalren, Ihnen in den Landes - Angelegenheiten treulich beyzustehen. Es nahet aber drr Menhlrck, daß Ich Mich m einem Mir
so lieben Theile der Ritter-und Landschaft entfernen muß,wobey mir nichts mehr übrig bleibt, als sie zu versichern, daß Ich, ihre Mir bewiesene Treue und Ergebenheit jederzeit schätzen, und Sr. Maj. dem Könige, der Republik, ja der ganzen Welt, die Standhaftigkeit, mit welcher sie allen Verfolgungen entgegen gesehen, dey jeder Gelegenheit bekannt machen werde. Leben sie indessen wohl! verharren sie in diesen ruhmwürdigen Gesinnungen, und zweifeln gar nicht, daß ich einen Augenblick säumen werde, alles mögliche anzuwenden, um sie aus diesen betrübten Umständen mit Hülfe des Himmels, der gerechten Sache beysteht, zu retten, und zu dem Besitze meiner Gerechtsamen zu gelangen. Dieses können sie den Ihrigen zuhause und allen guten Freunden zu Lande bey Erzählung gegenwärtiger betrübten Umstände dieser Herzogthümer versichern.
Hierauf hat der erste Minister, und Oberrath der Herzogihümer Eurland und Semigallien, Herr Landhofmeister von der Hoven, im Namen der Ritterschaft, folgendermassen geantwortet.
Durchlauchtigster Herzog,
Gnädigster Fürst und Herr!
Angenehme und unangenehme Veränderungen wechseln mit einander in dem menschlichen Leben immerfort ab. Bald haben wir Ursache unö zu erfreuen, wenn bey heiterm Himmel die Sonne mir ihren goldenen Strahlen uns anlachet ; bald aber müssen wir furchtsam und betrübt werden, wenn ein schwarzes Gewdlke aufsteigt, und uns ein schweres Gewitter androhet. Unrer fo vielen, ja unzähligen, sowohl glücklichen als unglücklichen Veränderungen aber, müssen wir uns um diejenigen am allermeisten bekümmern, welche eben jetzo eine sehr schmerzhafte Empfindung in unfern Gemüthern hervor bringt. Und diese ist Lw. Königlichen Hoheit ftsige,etzte Abreise, als wodurch wieder höchsterfreulichen Gegenwart unsers gnädigsten Lan- deeherrn auf einige Zeit uns werden beraubet sehen müssen. Da uns aber bekannt ist, daß diese Reise einen sehr heilsamen Endzweck zum Grunde hat, und in der Absicht geschieht, um denen hier im Lande entstandenen sehr grossen und gefährlichen Verwirrungen emeabhelfliche Maaße zu verschaffen; fo werden wir durch die angenehme Hofnung aufgemuntert, die uns jf?t W mpßiWHrBMmmmuö