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Dleichervde, vsm n. April.

Am Sonnabend vor Ostern wurde in Lipprech- terode, einem nahe gelegenen Orte, des Nachts einen bemittelten Ackermann in seinem Hause durch einen Pistolenschuß mit etlichen Kugeln durchs Fenster in die Brust, tödlich verwundet; niemand konnte Anfangs durch Muthmassungen den Mörder errathen, die göttliche Rache aber konnte nicht zugeben, daß diese abscheuliche That solle verborgen blechen. Es mußte daher derThä- ter durch ein und anderer bey diesemMord begann geneUnvorsichtigkeit sich selbst verdächtig machen, daher er in gesangliche Haftgenommen, und auf das Amt Lohra gebracht wurde. Man fände bey seiner Arretirungdas tödkllche Instrument, und viel andere verdächtige Sachen, weßhalb er auch seine Ucbelkhat schon gröstentheils eingestanden hat. Der Mörder ist ein bemittelter Bauer, der ehedem bey dem Verwundeten, jetzo aber bey da- sigem Prediger a!s Knecht gedienet hat.

Aus Sachsen, vom 12. April.

Nach der neulich geschehenen Devalvation stehet man schon gute sächsische Münze,besonders 1 und r Groscheustücke rouüircn. Damit man nun eine verhältnismäßige Einrichtung des bis­herigen Geldes und Preises der Maaren mit dem jetzigen machen könne: so ist ebenfalls eine Tax/ ordnung herausgekommen, nach welcher alte Waaren nunmehro nach gutem Gelbe fünfAchtel am Presse herunter gesetzt sind, sodaßalso, was zetthero 8 Gr galt, itzo nur ? Gr gelten soll.

Braunschweig, vom r; April. _ .

Es wei den aUhier zu bevorstehenden auf den 17ten fest gesetztenFriedens-Daukftstevi'l präch­tige Feyerllchkerken veranstaltet,und morgen wirb im ÖpernhausedieZaire, eine Tragedle aus dem Voltaire, gespielt Man vermuthet noch, daß des Königs von Preuss n Majestät auf Dero Reise nach denen WestphairschenLauden auf den Sonntag, wo nicht gar schon den Frer)tag,al!hier einte-ff, n werden.

Ans derGrafschaft Hohnstein, vom 1; April.

Gestern wurden an allen Orten einige Königl. Verordnungen publicirk/U. denen durchgewöhn- liche Signale convocirten Unkerthanen bekannt gemacht,daß alle Werbungen in Zukunft gänzlich ceßrremund ohne all allerhöchsteKönigl. specielle Ordre ganz und gar nicht gestattet werden sollen, auch sollen die Soldaten, so stch zu Hause befin­den, die Trauscheine nicht von ihren Herren Os- fixieren, sondern von der Civil-Obrigkeit bekom­

men. Denen Communen wurde zugleich eine Verhaltungsmaße vorgeschrieben, wenn sich al. lenfalls unter dem Hornvieh eine Seuche ausern solle Man hört iezo von nichts, als von Dank- und Friedensfesten, und hat die freye Reichsstadt Nordhausen am roten hujus ein solches Fest sehr feyerlich celebriret, auf den i7ten aber ist solche Feyerlichkeit im ganzen Braunschweigischen Lan­de vestgesetzt worden.

Monden, vom 15.April.

Der König hat den Ritrer Franz Dashword unter dem Tirul eines Lord Spencer zum Pair vom Königreich erhoben, auch haben die Schot­tische Grafen von March und von Cathcart das grüne Ordensband des SchottischenDistel Or­dens erhalten. Das neue Ministerium ist noch nicht völlig eingerichtet, ohnerachtet verschiede­ne Berathschlagungen deswegen gehalten wor­den. Der Herr Georg Grenville ist inzwischen zum ersten Commiffario derSchatz Cammer an statt des Grafen von Bute ernennt,u. die Herrn Hunter und Harris tretten von der Admiralität in die Schatzmeistern über. Wie es heisset, sol­len ihre Stellen durch den Admiral Coates und den Lord Digby wiedererfetzk, der Admiral Po- cockaberChefvon derAdmlra.'ität werden. Man sagt auch der Herzog von Northumberland sey zum vice König von Jrriand, der Duc deBed- sord zum P asidenren des Staatsrachs, der Duc de Maiborough zum Oberstallmeister und der Graf von Gower zum Siegelbewahrer er­nennt. Inzwischen ist es gewiß, daß der Lord Granby für den verstorbenen Trafen von Ligo- nier die General Feld-Zeugmeister Stelle erhal­ten. vorgestern überreichte die Universität Cam­bridge in corpore dem König ihre Glückwün- schungs^Addresse, wegen des getroffenen Frie­dens. Der Duc de-Newcastle, Canzler der Uni­versität wohnte jedoch dieser Verrichtung nicht bey. Noch mehrere Städte Flecken und Ge­meinen werden dem Beyspiel der beeden Uni­versitäten folgen. Die Stadt Londen aber hat noch keinen förmlichen Schluß deßwegen gefas- set. Vielmehr hat sich in einigen Quartieren ein solches Mißvergnügen, über den Frieden, oder die dabey von dem Ministerio genommene Maasregeln geäußert, daß man denen, so den­selben publiclrt, den Rücken zu gekehrt. Am 13. langte auch der Duc de Bedfort von Paris an, und begab stch sogleich, nach St. James, wo er von dem König sehr gnädig empfangen