7* Einige erbauliche Miesse, ich eben so dahin, ohne eine rechtschaffene Wie- Verkehrung, ich kan aber zum Preiß GOttes sagen, daß der liebe GOtt nicht nachgelassen, sondern, wie Sie in der Predigt vom grossen Abendmahl gesagt, mich auch recht genettelt und gebettelt hat, daß ich doch solte wieder zu ihm kommen, und hat sich die Liebe GOttes nicht anderst an mir bezeuget, als wann dem lieben GOtt seldsten etwas abgienge durch mein Jrrgehen; Einesmals käme mir des Nachts im Daum vor, wie ich an dem zu mir herab nahenden Himmel in einem Kraijje angeschrieben sähe: als wir dann nun Zeit haben rc. Vor ohngefahr bald 2. Jahren, als ich die Ehre noch nicht hatte sie zu kennen, wurde mir im Traum vorgebildet, wie ich in der - - - auf dem Altar eine herrliche Mahlzeit sähe, davon man mich anmahntte zu essen. Bald darauf wurde ich von jemand erinnert, Ihre Predigten zu besuchen. Und wie wahrhafftig herrlich ich dißhero mich in dieser Kirch mehr als an aller Könige Taffel, nicht nur gesattiget, sondern in allem Überfluß recht ergötzlich gelabet habe, davor bin ich GOtt und feinem Diener zum höchsten verbunden ; Es erfreuet mich doch der Schatz, welchen GOtt in seinen Knecht geleget, und durch die herrliche Predigten auch mir mittheilen laßt in der Wahrheit, so viel ich mich kenne, besser als alle Reichthümer der Welt. Wie angenehm und herrlich mich dißhero GOtt an diesem mir zubereiteten Tische gesättiget, kan ich nicht sagen / noch GOtt genug davor dancken; wie sehr wallet nicht mein Hertz, wann ich das sehnliche Flehen meines
Heylam
Einige erbauliche Brieffe. 73
Heylandes durch Ihre Stimme höreund wie wünschete ich nicht so sehr, auch mit meinem Munde öffentlich zu bezeugen, daß auch ich , ich wolle folgen zu dem Abendmahl, daß ich auch wolle den Bund mit GOtt halten, in Betrachtung des Bundes selbsten, des Erlöfungs - Rechts, der Danckbarkeit und der Billigkeit dem Freunde JEsu vor dem Feinde zu dienen. Ich seuffzete hertzlich mit Ihnen: Nun HErr JEsu ! auch mein Ledenlang will ich dir künffrighin, ohne und mit Furcht, in Heiligkeit und Gerechtigkeit dienen als vor deinem Angesichte. Wie Sie nun hieraus sehen, daß Ihre Arbeit nicht ohne Segen ist, und wie sollte es seyn können, es ist ja das Wort des HErrn, welches nicht wieder leer zurück kommt rc. und schlieffe ich billig, daß Sie werden viel Seegen haben in Ihrem Amt, weil selbiger sich auch über eine abtrünnige Seele, wie ich bin, ergießet: So wollte ich in der Hoffnung, daß Sie sotten neue Freudigkeit in Ihrem Amt bekommen, und daß Sie dasselbe nicht mit Seuffzen thun möchten , dieses Zeugnuö von der Frucht Ihres Predigens ablegen; dabey aber sehr flehentlich bitten, ob Sie möchten mich in Ihre Vorbitte nehmen. Dann Sie können sich leicht selbsten wohl die Rechnung machen, wie vielen Vorwurff ich wegen meiner an GOtt begangenen Untreu in meiner Seelen leide, und zwar billig leiden muß. O! es kommen manche Stunden, da ich mich zwischen Himmel und Erden hangend sehe, ohne das geringste zu erblicken, daran ich mich halten könnte, da habe lch keinen GOtt, kein Wort des-
E I sel-
76 Einige erbauliche Brieffe.
Er Ihnen und allen rechtschaffenen Dienern JEsu möge den schönen Glantz, in welchem Sie als Lehrer und solche, die viele zue Gerechtigkeit angewiesen, dermaleins leuchten lassen wolle, und die ohn- verwelckliche Crone, welche Ihnen als solchen, die ihr Pfund nicht im Schweiß-Tuch behalten, aufgesetzt solle werden, im Glauben möge zeigen, als eine Versüffung in Ihrem Amt; ich aber hoffe durch die treue Gnade GOttes je mehr und mehr zu werden
Euer Hoch - Ehrrvikden/
Meines Hochgeehrtesten Herrn - - - als Unter-Hirten meines JESU
- - - denrf.Juriit 1721.
gantz gehorsamer Schäflein.
Schreiben zweyer gemeiner Weibs-
Personen aufeinem Dorffan eine an
dere in einer Stadt.
Immanuel!
Die süffe JEsus-Liebe erquicke und erfreue Ihren Geist zu rechter Zeit. Amen! gAJr seynd schon lange in unserem Geist getrun- gen, an sie, liebe Schwester, zu schreiben;
wei-
Führungen in der Bekehrung. &>
mehr in der Schwachheit, sondern in der Vollkommenheit dienen möge.
Der gantze Zustand wird kirchlich gantz
in dis Lied verfaßt.
MAld im Anfang meiner Jugend, wollte mich GOtt zu sich ziehn, ich sollt lernen Fromm- keits-Tugend, aber ich that vor ihm fiiehn. Er wolt von der Welt mich wählen, und zu seinen Schaafen zahlen.
2. Ich liest immer in der Irre, und wollt zu der Heerde nicht, wo der treue Hirt mich führe, und mir gebe, was gebricht. Ich wollt nicht auf seine Weyde, sondern liebte noch Welt - Freude.
3. Gantz und gar war ich verblendet, und ich meint, ich sehe doch, an der Sünd mein Hertz Lust findet, welche mir bracht schwehres Joch. Sein Gnad ließ mich doch nicht sterben, noch in meiner Sünd verderben.
4. Ich muß rühmen GOttes Güte, die mir immerdar nach liest, und vorm bösen mich behüte, von dem Sünden-Weg mich rieff, aber ich ließ mich bethören, und wollt lange ihn nicht hören.
5. Mich wollt lange nicht bewegen seine fufje Vatters - Stimm, alsdann muste er mit Schlagen mir nur zeigen seinen Grimm. Kinder, die aufs Wort wegfiiehen, muß man mit der Ruthen ziehen.
6. Also war es mir gegangen, also ward gezwungen ich, meinen Heiland zu umfangen, und
E r zu