18 Bedenkliche Exempel erwarten sollen, wollen demnach GOtt hertzlich anruffen und das Merck nochmals getrost ans greiffen. Als solches geschehen, gibt GOtt Rath und Mittel und bescheret einen frölichen Anblick eines gesunden Kindes. GözrnZers Erklär, der pfalm? 7$9'
3 *
GOtt der Vatter wohn uns bey.
E^Er Chur-Sächsische Ober- Hof - Prediger D. Weller, bezeugte, daß er die Krafft die- ses Liedes gespühret habe, als er noch Superimen- dens zu Braunschweig gewesen, bey einem besessenen Magdlein, dq er gemerckt, daß dem Teuffel fast kein Lied so unleidentlich gewesen, als dieses , welches er auch das arme Magdlein gar nicht habe wollen mitsingen lassen, sondern demselben die Zunge zum Hals heraus gereckt und wie eine Flechte zusammen gewunden. Endlich aber, als er stille halten und dieses Lied anhören müssen, seye es bald ^darauf durch GOttes Gnade besser mit dem Magdlein worden.
Der Ober-< 7 c>n 6 llorü- Praefident von Metzsch, deme d. Weller dieses auf der Reise erzählte, fuhr fort: So will ich auch sagen, was ich davon halte. Ich bin offt in zweiffelhafften und schweren Affairen, wann ich verreißt gewesen, gestanden , habe nicht gewußt, wo aus noch ein, und was ich vor einen Rath solle ergreiffen. Weil ich aber doch in Rathschlagen müssen antworten, so Hab ich zuvor diß Lied zu Hauß angefangen und
gesun-
von geistlichen Liedern. 89
gesungen, und Hab darauf freudig mein Votum abgelegt, ist auch, GOtt Lob! alsdann wohl gelungen , und habe si'chtbarlich GOttes Güte ge- spuret, die mich also regieret, daß es wohl hinaus gelauffen, und die gnädigste Herrschafft mit mir zufrieden gewesen. Seiffarcs Deiic. Mehe %
Centur. i t p. 20.
IX.
Nachrichten von erbaulichen teufe«
schm geistlichen Büchern.
r.
T^fbliai das ist, die gantze Heilige SchrifftAl-' ten und Neuen Testaments, nach der Teut- schen Übersetzung v. Martin Luthers rc. Herausgegeben von D. Gustav Georg Zelmer t Profef- forc und Pfarrer zu Altorff. Altorff. 1729.8.
Diese Bibel-Auflage ist meines Wissens die einige, so auf diese nützliche Art eingerichtet ist. Der Text ist nach denen Stadischen, Schleusin- gischen, Weinmarischen, Wittebergischen und Berlinischen, fürnemlich aber nach der verbesserten Hallischen eingerichtet, doch ist von derselben verschiedenen Les-Arten nichts stehen geblieben, was man nicht in anderen bewahrten Exem- plarien oder dem Grund-Text gemäß befunden. Wo aber etwas hat geändert werden müssen,
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Pi Nachrichten von teutschm
1.
6^OhaNN Adam Steinmetzens > General-Super- jntendentens und Confiftoriai - Raths im Hertzogthum Magdeburg, auch Abbts im Clo- ster Berga, ehmals zur Erbauung ausgefertigte Send- Schreiben von unterschiedenen wichtigen Materien, die zur Übung eines wahren Christen- rhums gehören rc. Leipzig. 17z z. 8.
In der Vorrede wird wegen dieser Schreibin selbst, deren Herausgebung und des Anhangs zer- schiedenes erinnert.
Das i ste Send-Schreiben ist eine Anweisung zu einer wahren und gründlichen Hertzens-Bekehrung. Sie gehet über Jer. 18. v. 11.
Das ite begreifft einen schrifftmaßigen Unterricht wider den sehr schädlichen Gebrechen , da manche, die nun angefangen, sich zu GOtt zu wenden, noch eine und andere wissentliche Sünde allzusehr walten und fast noch herrschen, wenigstensin sich leben lassen.
Das zte handelt von denen 4. Jahrs-Zeiten oder eine Vergleichung derselben mit dem Christenthum , von seinem ersten Anfang bis zur Vollendung, wie auch von den erlaubten und verwerflichen Klagen im Christenthum. Als eine Beylage findet sich ein geistlich Gedicht von 20. Strophen, worinn das mW Christenthum unter
von bedeneklicben Träumen. 85
Satan gehabt, da sie dann das Lied: wann dem hertzltebster Sohn rc. welches ihr nicht sonderlich bekannt gewesen, im Schlaff gebettet, worauf der böse Geist so fort verschwunden, und ste von der Angst befreyet worden. Götzens 20. glojfnt . Abendm. Lieder. ?. 146.
6 .
Eine Christliche Frau zu Fraustatt in Pohlen wäre willens, An. 1709. bey entstandener Pest auf das benachbarte Dorff zu fliehen; allein sie hatte einen Traum,in welchem sie erinneret wurde, den Vers: Doch wie könne ich dir entfliehen/ du wirst allenthalben feyn rc gantz auszusingen, dahero sie ihre Meinung geändert und nachgehends erfahren, daß sie GOtt beym Leben erhalten, da hingegen in dem Dorff, c wohin sie gewollt, die Pest sich gleichfalls geäußert hat.
tbid. p. 16 .
7 .
Es träumte einem gewissen Manne Morgen- früh, er seye in einem Zimmer, in welchem viele grfftige Thiere, Spinnen, Kröten rc. waren, unter denen er sonderlich eine grosse Schlange gese, hen, welche ihren Kopff zwischen dem Boden hervorstreckte. Diese schlug er mit einer Gerten, welche er in der Hand hatte, richtete aber nichts mit aus, als daß die Schlange ein wenig geschwächt wurde, bis er endlich sich relolvirte, der Schlangen auf den Kopff zu tretten, daß das Gifft auf dem Boden herum lieff. Indem er dieses that, erwachte er, hörte aber noch in dem Erwa-
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