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gendes Vergnügen an ihrer Seelen empfunden, vaß sie seit deme an der Gnade des HErrn und an seiner kräfftigen Einwohnung nicht mehr ge- zweiffelt.
Im nächsten Theil G. G. fotzet der Rest dieser Nachrichten.
II.
Einige erbauliche Nachrichten
vondenenneu - bekehrten Heyden
in Ost-Indien.
Ctfft der % 1733. zu Halle herausgekommenen 32sten Continuarion des Berichts der Königlich -Dahnischen Mißionarien in Ost- Indien wird gemeldet, das Evangelium werde jetzo seit A. 1706. in Tranckenbar verkündiget, während welcher Zeit 1840. Personen, so viel deren Alters halber darzu fähig gewesen, den nöthigen Unterricht in GOttes Wort und die meiste zugleich die H. Tauffempfangen haben. Von diesen seyen A. 17z i. noch 1187. vorhanden gewesen und 1730. die z.Gemeinden , in welche die neu - bekehrte Heiden getheilt werden, mit 239* Personen vermehret worden.
Pag. 78 f, ßndet man ein Exempel, wie sich die Gedancken derer noch blinden Heiden untereinander verklagen oder entschuldigen und daß noch ein Funcken der Erkanntnuß des wahren GOttes
aus Ost -Indien. 4*
tes auch bet> ihnen anzutreffen seye. Dann die Mißionarien melden, als sie auf dem Land einen an einer Pagode oder Götzen-Tempel arbeitenden Maurer nach dem Namen derselben gefragt, habe er geantwortet: Sie heißet Pulleiars- Pagode und die dort in Sandipapadi heißt Ammen- Pagode. Als er darauf (heisset es weiter,) an unftrm Stillschweigen merckte, was unsere Gedancken dabey seyn möchten; so wollte er selbst unfern Einwürffen zuvor kommen , und sagte: Es ist alles aufTambiran, den einigen und höchsten GOtt, gerichtet, derselbe ist in unserm Her- tzen; mit der Hand dabey auf seine Brust weisend. Man fragte ihn darauf: Wirst du denn nicht gewahr, daß im Hertzen sonst noch was ist, nemlich böse Gedancken, Ehebruch, Hurerey, Mord, Dieberey, Geitz, Schalckheit, List, Unzucht, Schalcksauge, Gotteslästerung, Hoffart, Unvernunfft? Antwort, ja das ist wahr. Frage: Wie kannst du denn nun so hin sagen, daß der heilige GOtt in solchem Hertzen wohne ? Wirst du wohl Belieben tragen, ein Haus, das voller Würmer und Unflath ist, zu beziehen? Hieraus magst du also erkennen, wie nöthig es sey, daß wir sowohl unser sündliches Verderben, als auch den, der uns von GOtt zum Helffer aus demselben geschencket ist, JEsum Christum, erkennen lernen.
p. 802. wird aus dem an die Mißionarien erstatteten Bericht eines von ihnen auf das Land geschickten Catecheten oder bekehrten Indianers folgendes angeführt: Den 17. kam ich, vjogo, C s nach
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Gemeine allhier könnte vermehret werden. Denn 2) die unruhige Römische Religions-Verwandten halten die Evangelischen, ob sie gleich ihres Geschlechts sind, nicht anders als Leute von fremdem Geschlecht. 3) Was sollen wir hierbey thun? Sollen wir hoffen , daß das vom HErrn gesandte Wort durch ihn selber lauffend gemacht und sich ausbreiten werde? Pf. 147, 15. „Er „sendet seine Rede auf Erden, sein Wort läufft «schnell. 4) Wo sein Wille ist, daß das Evangelium hier noch ferner ausgebreitet werden soll, wie sollen wirs denn anfangen? Ps.127, i. > Wo „der HErr nicht das Haus bauet, so arbeiten „umsonst, die daran bauen. „ 5) Unsere Stege , die wir hie gehen, sind wie mit Dornen ver- zäunet: wir richten wenig aus, und leiden Trübsal. 6) Wir könnten uns zwar nach TicupaJa- rurei hin begeben: allein, ich besorge, wenn wir Tanschaur gäntzlich verlieffen, würden die Römischen unserer sehr spotten. Luc. 14, 20. „Auf «daß nicht, wo er den Grund gelegt hat, und «kans nicht hinaus führen, alle, die es sehen, fa- «hen an seiner zu spotten.,, Aus denen in diesem Brieff ferners befindlichen von diesem Indianer an die Mißionarien gestellten Fragen siehet man, wie begierig er ist, die Schrifft recht verstehen zu lernen, es ist aber zu weitläuffig, es hier anzu-
sühren.
Ein schönes Exempel der Beständigkeit eines neu-bekehrten Heidens findet sich p. 838. teqg. Ein Heid,ein Ackermann, wurde durch eine Rede der Mißionarien bewogen, sich den 20 . Aug.
anzu-
derBöhmischen Brüder rc. 37
Schneider und Hans Münster, auszugehen, und kamen auch ohne alle Hinderniß, jedoch mit Verlust des ihrigen, an Ort und Stelle. Ein Knabe von 14. Jahren, Friderich Pönisch, weicher die Wahrheit erkannte, konnte niemand finden , der ihn mitnehmen wollte. Als aber einsmahl Georg Pönisch, Matthias Nitschmann und Matthias Nircksch sich zum Ausgang schickten , hieng er sich mit an. Diese 3. Freunde gien- gen meistentheils deßwegen aus, weil sie bey ihrem aufrichtigen Zweck gar kein Durchkommen sahen, und ob sie wohl keine Verfolgung von aussen, doch von innen allzuviel Versuchungen, und von den ihrigen allzugrosse Lockungen ins Jrrdische erfahren mußten, denen sie sich nicht besser, als mit der Flucht, zu entziehen wußten; von aussen waren ihnen zwar weder Weeg noch Steg bekannt, doch glaubten sie, wann sie nur Evangelische Prediger anträffen, würden sie sich schon gerathen sehen. Als siemun zu dem ersten Pfarrer kamen, hat ihnen derselbe alles Gute erwiesen, lebte aber in Eitelkeit und Lüsten zu ihrer Bestürtzung, der schickte sie zu einem reichen Amt6- Bruder, daselbst Ostern zu halten. Sie entdeckten sich ihm, er war aber geitzig, fuhr sie sehr an, und schickte sie mit etlichen Kreutzern in die Schencke, und machte ihnen über dieses bange und angst, welches für ungegründete und schwache Anfänger ein hartes war, sie kamen auch nicht weiter zu ihm, sondern giengen in eine Stadt, wo sie gewarnet worden, und den Himmelsweg geschenckt kriegten. In derselben Nacht konnten C 3 sie