z8 Neueste Nachricht zur Historie

sie keine Herberge haben, kamen aber endlich an einen grossen Hof, woselbst sie anfangs in Schaaf- Stall gewiesen wurden, nachdem sie sich aber zu erkennen gegeben, haben ihnen diese Leute daselbst viel FreundschaU und Liebe erzeiget. JnBer- tholsdorff kamen sie eben zur Wiederholung zu rechte am ersten Sonntag nach Ostern , e und wurden ungemein erweckt, von ihren Brüdern mit Freuden empfangen, und nach Herrenhuth geleitet.

45.) Eine Magd von Zauchten-Thal ist durch Samuel Schneiders herrliches Ende und Be- kanntniß von der Gewißheit seiner Seeligkeit durchdringend gerühret worden, weil sie in sich gefunden, daß sie kein Theil an GOtt haben könnte, und keinen Grund zu ihrer Seeligkeit hatte. Als Christian David hinein kommen, und geprediget, ist sie dardurch vollends aufge- wecket, und folgender Gestalt zum Ausgang ge­bracht worden: Sie kriegte ein Neu Testament in die Hände, und konnte keinen gründlichen Un­terricht darinnen finden. Es wäre ihr wie ein finsterer Wald, daß sie darinnen fast versuncken wäre. Das Wort aber: Mein HErr und mein GOtt rc. ist ihr sehr ins Hertz gedrungen,, und hat sie sehr erquicket. Das Ansehen der Baume im Walde hat sie auf das Werck des Schöpf­fers, das Werck der Schöpffung aber auf die MachtGOttes gewiesen, und sie dahin gebracht zu glauben, daß sich der Schöpffer aller Dinge ihrer auch erbarmen könnte. Der Feind aber hat ihr immer zugesetzet, daß sie endlich vor lan-

auö Ostindien. 4)

Zu Tanschaur versammleten sich unsere Chri­sten Suttirer-Geschlechts am 19. Febr. in Josua Haus, allwo ich ihnen, weil es die Fasten - Zeit war, aus der Paßion und von der Zubereitung zum H. Abendmahl einen Vortrag that. Man ekzehlte mir daselbst von einem heyvnischen Man­ne , der noch vor kurtzer Zeit unserm Josua und übrigen Christen sehr zuwider gewesen, so, daß er gesagt, man sollte die Matten, darauf sie lä­gen, mit Feuer verbrennen. Dieser Mann aber wird kranck, und läßt beym Josua um Artzney bitten; der ihm auch nach Vermögen mittheilet. Dadurch ist er anders Sinnes geworden, baß er bey Josua geeffen, und ihn um Vergebung gebeten.

Prüffe dich hiebey, mein Christ! ob du auch gethan hättest, was dieser bekehrte Jndmner ge- than hat, und sihe die Früchten der Liebe.

k.Ziy. heißt es: An diesem Pfingst-Fest wäre unter den Communicanten aus der Land-Gemei­ne ein sonst geringer Mann von MmmKlLuppei. der vor wenig Jahren noch ein Götzendiener ge­wesen. Als derselbe Tages vorher beichtete, so konnte er sich in seinem Gebet, welches er aus dem Hertzen that, so bündig, nachdrücklich und Schrijstmaßitz ausdrucken, daß man ihm gerne noch langer hatte zuhören mögen.

9 .825. wird dieser Brieff eines bekehrten In­dianers, der jetzo Catecheten - Dienst verstehet, an die Mißionarien angeführt: Den Bothen des HErrn Zebaoth schreibe ich Rajanaikken folgen­den Bericht: i) Sehe ich jetzo nicht, wie die

Gemeine

4» Einige erbauliche Nachrichten

nach 8^amj. maley, einer Stadt bey nam, und kehrte daselbst ein bey meinem Schwa­ger, einem Christen von der Römischen Kirche. Er führte sein meistes Gespräch aufdie Anbetung der Mutter GOttes. Seine Gründe , womit er dieselbe zu rechtfertigen suchte, bestunden in Gleichnissen und Exempeln. Als 1) Sippi. Ma­rne! murru vüieiumb ? das ist: Wachst wohl eine Perle ohne Muschel ? Antwort: Man hängt aber nicht die Muschel , sondern nur die Perle, in die Ohren. 2) Wenn man beym Kö­nige was zu suchen hat, so meldet man sich erst bey desselben Diener. Antw. Das Melden ist umsonst , dann die Mutter GOttes weiß von un­serer Noth nicht. 3) GOtt thut ihr unser Bit­ten kund. Antw. Kan und will denn GOTT uns nicht selbstengeben, was wir bitten? 4) Jy Büchern ists uns so vorgeschrieben. Antwort. Das sind nicht der Apostel, sondern andere nach der irrigen Weise der Römischen Kirche abgefaßte menschliche Schrifften. s) So viel hochgelehrte Bischöffe und Priester ruffen ja die Jungfrau Mariam um ihre Vermittelung an. Antwort. Jetzo sind alle Strassen und Wege voll von Ho­hen und Geringen, die auf das grosse heydnische Fest nach Kombagonam gehen: kan man denn in Absicht auf die Menge wohl schlieffen , daß sol­ches die wahre Religion und Anbetung seyn müs­se? Summa, GOTT spricht, Psalm 50, iy. Russe mich an in der Noth, so will ich dich erret­ten, so solt du mich preisen.

Zu

der Böhmischen Brüder rc. 3*

gem warten in die Worte ausgebrochen: Der HErr sollte sich ihrer erbarmen, oder sollte sie mit Frieden lassen. Bey diesem allem aber bekannte sie den noch zur Zeit unbekannten GOtt unter ih­ren Feinden,^ und gieng um seines Namens wil­len ins Gesangniß. Da sie aber wieder frey worden, ist sie ernstlich getrieben worden, fort­zugehen , und alles Widerstandes aller der ihrigen ungeachtet, ist sie etlichemahl um des Evangelii willen nach Tcschen gegangen. Sie haben ihr gedrohet, ein Creutz auf die Stirne zu brennen j sie hat aber geantwortet: Das sepe sie nicht werth, sie müßte noch gantz anders werden. Zurücke aber hat sie nimmermehr begehrt, und haben die Worte ihr im Gemüth gelegen: Sie haben den Namen des Herrn an ihre Stirne rc. welches sie sehr aufgeweckt und muthig gemacht zur Verant­wortung. Zur Probe aber hat sie den Finger ins Licht gehalten, und da ihr derselbe sehr wehe gethan, ist ihr die ewige Pein eingefallen, und hat alle ihre Vernunfft überwunden. Sie hat sich tapffer verantwortet, und ist nach überstan­denem Sturm (da man ihr sonderlich vorgehal- ten , in Bertholsdorff seye nur Haber - Brod Bnd kein Wasser rc.) ohne alle weitere Überlegung so schleunig gantz allein davon gegangen , und hier angelanget, daß sie zu sagen pflegte: sie- stenicht, obsiegegangen, oder geflogen wäre. Der HErr hat ihr gleich Versorgung, und in wenig Jahren einen gottseeligen, vernünfftigen und wohlhabenden Mann verschafft. Sonderlich hat sie an diesem Ort einmahl ein solch durchdrin- C 4 gendes