24 Allerley erbauliche Brieffe. zu wachen habe, daß ich nicht darinn ruhe oder satt werde, sondern vielmehr mich nach JESU sehne, biß ich gantz in ihn versuncken bin. Ich fühle wohl, daß ich mir selber nicht entlausten kan , sondern daß alles durch Kampff gelM muß. O daß ich nur immer recht gerüst wäre. Meine Thränen seynd bißher vor - - häuffig geflossen, vornehmlich über die gute Schwestern, die solches nicht haben und doch mehr würdig sind, als ich. Du gute Schwester! wann du kanst, so säume dich nicht, zu uns her zu eilen , ich glaube nicht, daß dichs reuen wird. Es ist mir den ersten Tag gewesen, als ob ich die Schwestern mein Lebtag gesehen und sie haben mich Unwürdige auch gleich ausgenommen. In Summa : es ist hier ein Wunder - Ort, da man nicht aufhören kan, die Wercke des HErm zu erheben. Die Wege des HErrn seynd eitel Güte und Wahrheit und wer darauf achtet, hat eitel Lust daran. O daß mein Hertz doch gantz in Loben und Lieben zerflöße! Wer ist so wie unser GOtt? Ach leider der Stunde, die ich anderst als mit Lieben zugebracht. O meine liebe Schwester! hilff mir beten, daß jetzt sonst nichts mehr geschehe als Lieben und Glaüben. Aber schreibe mir doch auch, wie es bey euch stehet mit eurer Gemeinschafft und sonst mit dem Wachsthum des Reiches Christi. Wie weit seydt ihr in der Einfalt gekommen? Wie siehts um die Liebe ? Wie um die Kirche ? Wie mit meinem Namen unter euch ? Ist er ausgerottet oder nicht? Es reuet mich nicht, wann er auch an die
Tafel
geistlichen eeuvschen Büchern. 9z
».Predigten und einevedicadon , so in der Ersten Edition befindlich waren, auffengelaffen worden seynd. In der Vorrede der zweyten Edition wirb berichtet, daß es an deme seye, daß dieses Leben auch in die Nieder-Teutsche Sprache übersetzet werde, es seye gleichbalden an den auffersten Enden Teutschlandes und über Meer bekannt worden und in Fürstliche und Königliche csbinete gekommen. Auch so gar in Catholische Städte, z.E. nach Wien und in mancherley Clöster.
Nach einer merckwürdigen Vorrede Herrn Georg Conrad Riegers, Pfarrers zu St. Leonhard in Stuttgart der die Feder geführet , folget noch eine andere überaus leßwürdige Vorrede des erfahrenen Theologi, Herrn v. und Piof. Weismanns allhier, von der bey Lesung derer Lebens -Beschreibungen derer für wiedergeboh- ren gehaltenen Personen zu beobachten nöthigm Klugheit, nebst der Versicherung, daß er nach der langen Erfahrung und Umgang mit der Seeligen zu allem, was er in dieser Lebens-Beschreibung gefunden, völlig sein Ja und Amen setzen könne.
Jn dem Werckselbsten findet man das äussere Leben dieser seel. Jungfer Sturmin (derenHerr Vatter Wurtembergischer Ober- und Juftiz- Rach gewesen,) 2. Derselben eigenhändig geschriebene Personalien, z. Ihr inneres Leben, oder ihre Geburt und Christliche Erziehung, ihre , geheiligte Kindheit und Jugend, ihre Zeit und
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ner seyn, so schicke dich zur Anfechtung Syr. 2. v. i. - - - ?> 76.
8. Allerley erbauliche Brieffe.
1. Schreiben eines jungen ledigen Frauen- Zimmers an ein ander Frauenzimmer.
s - - - - p» 7 8»
2. Ein anderes von der vorigen Hand an die
vorige Person. - - - p« 81.
3. Schreiben eines Candidati Minifterii an
den andern. - - p. 8;.
9. Nachrichten von erbaulichen geistlichen teutt schen Büchern.
1. Dunre Übung des wahren Christenthums.
- - - p. 88.
2. Die Würtembergische Tabea, oder das Leben Jungfer Beata Sturmin. - p. 92,
Allerley erbauliche Brieffe. 8*
folgen, wo es hingehet l O laß uns keine Schmach scheuen! Laß uns nichts eigen behalten! Laß uns im Licht wandeln, wie er im Licht ist, daß wir auch mit diesen Seelen Gemeinschafft haben unter einander. O laß uns völlig alles, auch unser eigen Leben, in den Tod geben! O wie ist es so wohl der Mühe werth. Ach daß ich heute noch gäntzlich sterben könnte. Ich beharre Deine
ärmste Schwester. I\S.
Was machen deine Kinder? Seynd sie treu? Der HErr JEsus werde immer grösser in ihnen. Meine Hertzens- Schwester! Schreibemir auch, wie weit es mit eurer Gemeinschafft gekommen und wie ihr in der kindlichen Einfalt unter einander zugenommen. GrüssedieSchwesternund alles, was hören mag, dem HErrn JEsu völlige Treue zu beweisen. Ach wecket einander auft Ich empfinde hier die Krafftdavon. Hier in - - seynd wieder bey - Seelen, die JEsum lieben. Ich gedencke deiner Banden offt; aber halte aus, JEsus wirdfrey machen.
2.
Ein anderes Schreiben von der vo->
rigen Hand an die vorige
Person.
Meine Hertzens, Schwester!
Je Liebe JEsu belebe deinen Geist. Veröffentlich wird die liebe Schwester meinen 3 Briefs