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deinem lieben Vatter versöhnet hast, und dein Blut, um alle Sünder, so sich zu dir bekehren, (und also auch für mich) zur Erlösung vergossen. Ach! mein theurester HErr JEsu, jo erbarme dich meiner auch, ob ich gleich der grösten Sün­der einer bin : Dann du sagest ja selber: Wo die Sünde in uns mächtig worden, (zu herrschen und zu verdammen) da ist die Gnade (von der Sünden-Herrschafft und Verdammniß frey zu machen und dargegen neues Leben , Krafft und Seegen zu geben) viel mächtiger worden. Habe Danck für die gnädige Vergebung meiner so un­zählbaren Sünden, die du mir auch durch den bußfertigen und glauoigen Genuß deines höchst- seeligen und wahren Leibes und Blutes in dem Heil. Abendmahl bestättiget hast; wie du aber dieses Gnaden-Werck selbst in mir angefangen, so vollführe es auch biß in mein Ende, laß mich den Trost deiner Hülffe allzeit spühren, und so nehme mich nur bald, doch wie du wilt, in dei­ne liebreiche Arme , e und zeig mich deinem Vat­ter an , daß du für mich habest gnug gethan. Nun JEsu hohl mich bald, und laß durch dei­nes Leidens -Pein mich nicht verlohren seyn. Wehre dem Teuffel und allen seinen Anschlägen, und sage ihm, daß ich dein, und nicht seinfeye, und er also keine Gewalt und Anspruch an mich habe, sondern du allein.

Nun JEsu komm! ich warte dein,

Laß mich nur Dein Eigen seyn.

Auch gegen dir, O Heil. Geist! erkenne und bekenne ich meine begangene Ruchlosigkeit, in

welcher

Io. Feld Gmelms, Me^Lic. re. 45

mit du auch als ein Kind GOttesgleichsam ersät- tiget, von dieser Milch bald mit mir einst rühmen und prangen mögest.

So dancke ich euch dann, liebe Geschwistrige, nochmahlen vor eure Liebe und Treue, verspreche euch auch, mit meinem Seufftzen GOtt für euer zeitlich - und sonderlich ewiges Wohl anzu­flehen. Ich bitte euch aber nochmahlen, lasset euch doch mein Exempel zu einer rechtschaffenen Aufmunterung aus dem Schlaff der Sicherheit dienen. Achsehet um GOttes Willen doch zu, daß ihr alle rechtschaffene Früchten der Buffe thut, und keines von uns 1 s..aus jener ewigen Ruhe dahinten bleibe, sondern macht, daß un­sere geliebte Eltern einst frölich sagen können: Hier seynd diese 1 s. Kinder, Söhne und Töchtern, die du mir gegeben hast, und ist ihrer keines ver­lohren gegangen.

Hiemit sch liesse ich nun: Lebet wohl, geliebteste Eltern, lebt wohl liebe Geschwistrigte, der HErr vergelte euch alles ; der HErr setze euch meinen Buß-und Todes-Kampff zum Seegen, und zie- f)f euch immer mehr und mehr hierzu durch die Buß und Glauben zu Ihm, und darauf auch bald nach, undmit mir, in sein ewig Glori - und Freu­den-Reich, Amen!

Geseegne euch GOtt der HErre,

Ihr vielgeliebten mein,

Trauret nicht allzusehre Uber den Abschied mein,

Be-

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setzte schwehre Straffe vorhielte, so repUclrte er mit zerknirschtem Geist, daß, obschon seine Sün­den mächtig bey ihm gewesen, er dannoch auch in gläubiger Zuversicht hoffte, daß die Barmher- tzigkeit GOttes noch weit mächtiger bey ihm seyn werde. Als ihm auch am letzten Morgen vor seinem Tode, von einem andern Herrn Geistli­chen ernstlich vorgehalten wurde, daß er ja in kei­nem Stuck jeine Buffe mit einigem Heuchel- Schein bemäntlen sollte; so wäre dieses seine Antwort darauf: wie es doch möglich bey ihm seyn könnte, als einem Menschen T der vor der Pforten der Ewigkeit nunmehro stehe, noch mit seiner Buffe heucheln zu können? Doch daß er sich nicht selbst zu leicht traue, bathe er noch we­nige Stunden vor seinem Tode einen andern Herrn Geistlichen, daß er ihm die wahre und unbetrügliche Kennzeichen offenbahren möchte, womit er sowohl selbsten, als seine liebe Eltern , Geschwistrige, und alle Hinterlaffene festiglich versichert seyn könnten, daß er ein rechtschaffen­bußfertiges und wahres Kind GOttes seye, da ihm dann einige wahre und rechtschaffene Gründe zu Lösung dieser Frage von ermeldtem Herrn Geistlichen vorgehalten wurden, die er auch mit grosser Hertzens-Begier annahme. Nach sel­bigem wäre es etwas besonders, daß er zuzwey- mahlen eine unvergleichliche Muhe gehöret, und die umstehende gefragt: ob sie doch nichtauch dergleichen gehöret hatten? besonders aber von der erstem, die nichts als himmlische undgeisili- che Lieder in sich hielte, vor der letzter» aber hätte

er,

Jo. Frid. Gmelms/ Meäxic, re. 33

SeudiU, fleißig unterrichten lassen, wie er dann

1719. den ZO. Decembris auf die Universität Tübingen hat können verschicket werden, allwo er das 5 cudium Mcdicum excolivt , und sowohl durch eigenen Fleiß , als durch Anhörung der darzu dienlichen Collegiorum cum in Theoria, tum Praxi bij. ad Annumi72$. proleguiret, VON

welcher Zeit er sich in Stuttgardt bey seinem Herrn Vatter, um unter seiner Manudmäicm sich in Praxi förmlicher zu machen, biß A. 1725. aufgehalten, da er dann hernach sich wiederum auf Tübingen , um die Stelle eines Licendati anzunehmen, begeben, auch nachgehends von der Fürst!. Vifitadon zu einem praQico zu Stutt­gardt angenommen, beeydiget und conäcmiret worden.

Sein übriger Lebens - Wandel wird ersehen werden aus unsers seeligen Herrn Licendaren ei­gener Bekanntnüß, welche er abgeleget in derje­nigen bedencklichen Schrifft, die er unter grosser Schwachheit seines Leibes drey Tag vor seinem Ende seinem Herrn Bruder Magifterin die Fe­der «Wirt, welche wir um verhoffender Erbau­ung willen als ein Zeugnüß der herrlichen Gnade GOttes hier mittheilen wollen. Es lautet nem- lich dieselbe also: Nachdeme dem höchsten und gerechten GOtt gefallen, mich nunmehro in eine mehr als ein halbes Jahr daurende Krgnckheit zu versetzen, und nach und nach meine Krafften durch Schmertzen und Verzehrung in solche Schwachheit zu bringen , daß ich nunmehro als ein He&icus confummacus, ja als ein völliger C Can-