5
7
die eigentliche Absicht seines Lebens mit Worten ausdrücklich zu erkennen zu geben nur aus dem, was sichtbar ward in der That, beurtheilt werden konnte. Und so, indem sein ganzes Innere fo wie ein Tlieil seiner äusseren Erscheinung in die Stille des Geheimnisses zurückgetreten war; müssen wir uns an diejenige Seite halten, welche er der Welt zugekehrt hat.
Naclibem er im Jahr 1761. seine Reisen vollendet und in die Vaterstadt zurückgekommen war, übernahm er mit seinem älteren Bruder Remigius Brönner, die väterliche Handlung, und betrieb sie mit einem Eifer der seinen Namen bis in die entferntesten Länder trug und ihm selbst als Frucht seiner manniclifaltigen Bemühungen, ein ausgebreitetes Vermögen erwarb. Unvereheligt, einfach in seinem Wesen, zurükgezogen von den Zerstreuungen der Welt, allein lebend für seine Zwecke, und feine bürgerliche Beschäftigung, ergab er sich nur dem Umgänge weniger geprüfter Freunde, und bereitete sich so eine unabhängige Existenz, die ihm späterhin, als er im Jahr 1792. zum Mitglied des Bürgerausschusses der 5 i*' gewählt ward, erlaubte, sich der Sorge für das Wohl der Stadt, gänzlich zu widmen, ohne unruhig über seine Privatverhältnisse zu werden.
Der Eifer und die Thätigkeit w r oinit er sich diesen Geschäften ergab, machte, dafs er bei dem Absterben einer Magistratsperson der damaligen Reichsstadt am 3 oten September 1795, zum Senator erwählt w r urde. Von diesem Augenblik an, ward sein Leben, mehreren Berührungen offen, eigentlich erst seinen Mitbürgern erkennbar. Er scheuete es nicht die Sorge für seine Vaterstadt mit andern gleich verehrungswürdigen Männern zu einer Zeit zu übernehmen, wo Ehrenämter bedenklich waren, wo nur Klugheit und w r eise Mäfsigung Verderben abwenden konnte; er unterzog sich tausend Beschwerden für das Glük und die Ruhe seiner Mitbürger, ob er gleich als unvereheligt, kinderlos und reich, vom Staate nichts zu erwarten hatte und nichts bedurfte.