darin die volle Kraft ihres Daseyns ausbilden. Die anderen leben in der Wissenschaft, der Beschaulichkeit, und was mit diesen zusammenhängt, als dem eigentlichen Ziele ihres Streb ens.
Es sey uns vergönnt in dieser Beziehung das Leben eines Freundes und Gönners unseres Museums des verewigten Senators Johann Carl Brönner, dessen Gedächtnifs wir heute feyern, zu betrachten und uns sein ihm eigentliümlich angehörendes Thun und Würken vor Augen zu stellen.
' Sohn des Frankfurter Buchhändlers und Buchdruckers Heinrich Ludw r ig Brönner, des Stifters der noch existirenden Buchhandlung und Buchdruckerey, ward er am 4ten Juny des I738 ten Jahres gebohren, und bei seinem Heranwachsen zum Buchhändler bestimmt. Eine Beschäftigung, die den Geist nicht leer lassend , dennoch vorzüglich auf Uebung und Gewandtheit in den mannichfaltigsten Lebens Verhältnissen begründet ist, und die dem Verstorbenen dessen Wesen auf eben dieses Ziel hinstrebte seiner ganzen Natur nach, vollkommen zusagte. Denn Johann Carl Brönner gehörte, wie sich später zeigen wird zu denjenigen Menschen deren inneres Wesen in der gänzlich durchdrungenen Verbindung mit der äusseren Erscheinung, nicht wohl erkannt zu werden vermag.
So übte er sich denn in jener Bestimmung mit solchem Eifer, dafs er schon im Jahr 1753. in Leipzig in der alten berühmten Buchhandlung der Gebrüder Gleditsch eintreten, und sich auf dem Markte der deutschen Literatur selbst die ungetrübteste und wahrste Ansicht seines zukünftigen Berufs einholen konnte. Als er diefs bewerkstelliget, begab er sich, in seinen Prinzipien fest, nach Lyon, von da 1 eisete er nach Italien, und später nach Paris, und mit diesen nützlichen Reisen verstrichen ihm mehrere Lebensjahre.
Er zeigte schon in Frankreich, wie lehr er zu denjenigen gehören werde, die durch ihre Werke zur Welt zu sprechen sich vorsetzen; indem er ohne