Wenn. alle unendlichen Verzweigungen der reichen Menschennatur, alle möglichen Individualitäten in deren Geschichte auch würklich erscheinen; so kann man doch diese, keinem Auge ganz erkennbare Menge von Verschieden­heiten auf zwei einfache Momente zurück führen. Im Ersten ist es den Men­schen beschieden durch Wort und Rede, mit Selbstbewustseyn ihr inneres, eigentliches Wesen auszusprechen; im Andern durch That und Handlung der Welt was sie sind zu zeigen. Es wird damit nicht behauptet, dafs zwischen diesen beiden Arten der Existenz, eine scharfe und genau bestimm­bare Grenze bestehe, denn weil das wahre Menschliche in der Mitte liegt, nehmlich in der engsten und unzertrennbarsten Verbindung von Wort und That; so haben alle Menschen von diesem ihrem Erbtheil etwas erhalten, was den Kern ihres Wesens ausmacht.

Das Hinneigen zu einem dieser beiden Elemente der Menschennatur, deutet demnach wohl eine vorzugsweise Begünstigung an, schlieset aber deswegen das andere Element nicht gänzlich aus.

Indem w r ir so den Unterschied der wissenschaftlichen und praktischen Menschen im Allgemeinsten bezeichnet haben, finden w r ir, dafs die Lezteren, während ihnen die geistige Kundgebung ihres Wesens zwar nicht mangelt, aber doch gegen die praktische zurüksteht; sich vorzugsweise in dem Ge­biete der Erscheinung, der Kunst, des Lebens, des Staates ergehen, und