von einander zu-unterscheiden, als man im gemeinen Leben einen entlaubten Pap­pelbaum von einem Eichen-, Apfel- oder sonstigen Baume, durch die Art seiner Ver­zweigung oder Zerästelung, unterscheidet*).

Da es hier mein Zweck nicht ist, mich in die vergleichende Zergliederungskunde einzulassen, so begnüge ich mich mit dieser Hindeutung auf einen, besonderer Auf­merksamkeit, würdigen, aber bis jetzt unbearbeiteten, Gegenstand.

Vergleicht man die vordere Fläche der Blendung init der hinteren, das ist, die erste mit der zweyten Figur, so sieht man einen ziemlich auffallenden Unterschied in der Form der Gefäfsnetze, besonders im kleinen Ringe der Blendung.

Vergleicht man das Netz der Blutgefäfse in der Nervenhaut des Auges (Fig. 7.) mit dem Theile des Netzes der Aderhaut, welcher in der natürlichen Liage dicht an jenem liegt, so bemerkt man einen sehr auffallenden Unterschied, zwischen der Form dieser beyden Gefäfsnetze.

Das Netz der Nervenhaut ist gleichsam feinfadig, locker gewebt und bogen­förmig verbunden; das Netz der Aderhaut an dieser Stelle gleichsam grobfadig, dicht gewebt und gewirrartig verschlungen. Ueberhaupt sind die Gefäfse in dem Netze der Aderhaut durchaus dick und platt, im Netze der Nervenhaut zart, aber rundlich.

Vergleicht man das Gefäfsnetz der Aderhaut eines Kindes (Fig. I. 6. 7. 8.), mit dem eines Erwachsenen (Fig. 3 .); so bemerkt man, dafs im Erwachsenen, die Stämmchen der Gefäfse zwar dicker und stärker, und die Aestchen ausgebreiteter oder gewisser- mafsen entfaltet erscheinen, dafs aber ihre eigenthümliche Form nicht verändert worden.

Wie auffallend verschieden von diesen beyden Netzarten der Aderhaut und Ner­venhaut (Fig. 1. und 7.) ist das zarte sternförmige Netz der feinen Blutgefäfso der Kapsel der Linse in der fünften Figur? und der Pupillarmembran in der vierten Figur?

Sehr wichtig wäre es, die Netze der Blutgefäfse init der gröfsten Genauigkeit, wenigstens in den übrigen Sinnorganen und den vorzüglichsten Eingeweiden des menschlichen Körpers auf gleiche Art zu untersuchen und abzubilden, da mich die Erlahrung lehrte, dafs die entdeckbaren Verschiedenheiten äufserst beständig sind.

Ich wünsche also durch diese Proben andere Zergliederer zu ähnlichen Unter­suchungen aufzumuntern.

) Mein achtjähriger Sohn erkennt die charakteristischen Verschiedenheiten dieser Gefäfsnetze in allen

Präparaten, die ich ihm vorlege, sogar mit blofsem Auge so deutlich, dafs er dieselben auf der Stelle nachzeichnet.

Erste