Von demLDoffgange.
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Skuelgänge. Doch / wie gemeldet ist / soll man es nicht/denn in eusserster Noth gebrauchen/ wegen des Opii, welcher für cin Gisst gehalten wird.Auch ist zu mercken/daß dieseLatwerg zum wenigsten ein halb Jahr muß alt seyn/ denn wenn es noch frisch ist/ so ist des Opii Gisst durch die andern Kräuter/welche zu diesem Latwerg kommen/noch wenig oder nichts gedempffk worden. Derowegen eines theils Artzneyen/ wenn sie alt/ eines theils aber wenn sie frisch sind /besserzugcbrauchenseyn/wie auch der Lheriac/ ehe er 6. Jahr altwird/ seine tugend voll- kömlich nicht haben kan: Vnd wenn er bald im anfange/wenn er noch frisch / odervnkereinemhalbenJahr ist/eingenommen wird/so fället derMensch in eine fehrlicheKranckheit der schlass- suchk. Derhalben auch in wvlbestallten Apotekenbillichanord- nung geschicht/ daß man beydeS den Lheriac vnd Mitridak vntcrs. Jahren nichtverkaujftndarff/damit also das Opium desto besser müge corrigirer werden.
Vnd da man auß den vorgedachken zeichen abnehmen würde/ daß nicht die obersten/ sondern die vnkersten Därme verwundet weren/ so soll man neben den jetzt erwehnken Artzneyen auch Cly stier gebrauchen/vnd zwar anfenglich dieses/ welches
die zehen vnd scharffen schleime von den Därmen ablöset.
Nim außerlesene Wintergersten eine halbe Hand voll/ko- chesie meinem Quartier klaren Brunnen wasser/bißder dritte theil einseud/hernach seyhe es durch ein sauber Lüchlein rein ab/
vnd thue 2. rohe Epesdokker vnd 2. Loth Rose,ihonig/vnd roten Zucker darzu/ mische es zuhauffe/vnd laßesdemKrancken lawlich sehen. Vnd soll diß Ol/lli-csoofftdesMorgeiisvnd Abends gebraucht werden / biß daß man vermerckt / daß die Därmer von den bösen ftuchkigkeitengnugsamgereiniget sind. Da aber noch schmertzenverhanden weren/so soll man zugleich
mit der Gersten/die gipffel von der Tillen vnd Chamillenblu-
men / jedes eine halbe Hand voll/ kochen: Vnd auch Winde in
C ist
den
Clystier*