if2 Hebammen Buchs
als fü noch gar jung gewesen / vnd ist doch so wol erzogen vnnd vn- terrichtek worden/daß man sie wol für einen Spiegel vnd Exempel aller Tugenden halten kan/vnangesehen daß sie zuHoffe sich hie itl vnd von grossem Ansehen vnd herkommen war. Ale diese ehrliche Fraw schwanger gieng/erzehlten jhr die Weiber / so sie besuchten so viel trawriger Fall die sich begeben hatten/vndmachtcn jr so bang/ dz kein Wunder/wann sie für Forcht gestorben wäre / wann sie nie durch jreTugend vnd gmenVerstand/denfelbigen zubegegnen gewußt hatte- Ich will wol glauben / daß die so forchtsame vnd traw- rige Ding/wiewok zur Vnzeit fürgehalten/es nit arg oder böse mit jrgemeynek haben/dann sie hatte die Zeit jres Lebens niemand dar- zu Vrsach geben/noch beleydiget: Aber doch ist dem also r Diese Weiber reden nach jhrem Hirn/vnd wie sie Verstand haben/ reden in den Tag hinein/achten nit darauff was es auffsich habe / oder wo es hr'nauß gelangen möge/dieweil sie nit darumb besuchen / daß sie es getrewlich vnd gut mit jnen mepnten/sondern allein/auß einer Gewohnheik/vnd jhnm die Augen zufallen. Viel änderst ist es be- fchaffen/wann alte vnd verstandigeWeiber die jungen angehenden Kindsmuttern besuchen/danndie sprechen jnen cinHertz cin/bevor- ab so es jhr verwanden seynd/machen jhnen gute Hoffnung/vnd reden/als sie sotten/von mrhts änderst dann von guter glücklicherer- derkunfft vnd frölicher Entbindung^
Nun will ich dir auch erzehlen / welches nicht weniger zur Sachen dienet/daß es mißlich vnd nicht so leicht fey/zuerkennen ob eine Frawschwangerseyodcrnicht. Auffeine Zeit bat mich §in ferne alte betagreFraw/gutcsVerstands vnd An fthene/ich sölte aufder Stunde mü jhr gehen /eine junge Fiaw zubesuchen / welchem Kindsnöhten lag/ vnnd weder hrndersich noch für sich müder Geburt konrmen könte. Ich that es/ vnnd gieng mit dahin. Da fand ich ein jung Weib in Nöhten/ sitzende auffdem Rand oder eusser- sten Theil eines grossen Skuls/ welchen man an den vier Drehen
hielte