Schumann-Theater "brennen. Schläuche liegen über dem heg, einzelne Gestalten huschen durch den roten nunst. Endlich auf der Kaiserstr. hole ich Atem, denn hier ist es ruhiger, nur einzelne Häuser hrennen da. Leist waren es ja vorher schon nur noch Ruinen ! hie ich einem aus dem Dunst ausweichenden Auto ausweichen will, falle ich "beinahe in einen 'Trichter, in dessen Tiefe "Jasser schimnert, in die Höhe ge­logene Trambahnschienen und auf ihnen ein ausgebrannter Tagen ragen über mich in die Höhe. Dann versperren Steinhaufen den Leg, die Reste des Faust-Gebäudes, es folgt wieder ein Feuerschlauch bis zur Lainbrücke. Die ganze Altstadtist ein Feuermeer. Aber das Sachsen­häuser Ufer ist dunkel. Aufatmend.bleibe ich stehen und atme die reinere Luft über die Flusse ein. Auf der Schweizerstr. sieht es dann allerdings wieder übel aus. Ich verfange mich in Strassenbahn- drähten. Eüdlich aber stehe ich auf der Danneckerstr. Sie liegt

still und dunkel da, nur im Eckhaus uns schräg gegenüber, glimmt der Dachst-uhl noch. ------

Hanna und Irmgard sind wach, die Hausbewohner lösen sich als Brandwache ab. Neue" Schäden sind in der Löhnung nicht entstanden. Erschöpft sinke ich in einen Stuhl, aber ein Schluck heissen Kaffees belebt mich wieder. Frl. Steeg, ,. r olfs Bekannte aus dem Turnverein erscheint und fragt, ob wir noch da sind. Nach kürzer Zeit geht es dann in gleichem Harsch wieder zum I.useum zurück. Seit dem vergan­genen morgen, also zum 6. Laie, jedesmal 4 km ! Die Brände sind nunmehr grösstenteils in sich zusammengebrochen, gespenstisch ragen die rauchenden Ruinen in das dämmernde Lorgengrauen.

Im Museum hat die Lainzer ./ehr die Brände inzwischen ganz unschädlich gemacht, wenn sie auch immer wieder einmal auf- flackern. Lir können nun den Schaden übersehen. Er ist beträchtlich. Die schönen Lebensgruppen sind arg mitgenommen, z. -T. völlig

zerstört. Aber schon wird mit dem Aufräumen begonnen. Hier wie in der ganzen Stadt. Es ist wie in einem Ameisenhaufen, den ein mut­williger Bursche mit einem Stock zerstört hat. Kaum der tödtlichen Ge­fahr entronnen, gehen die Ueberlebenden daran, die Trümmer aufzu­räumen und sich, so gut es geht , neu einzurichten ! Ein Teil der Belegschaft erscheint nicht, andere bringen Schreckensnachrichten aus anderen Stadtteilen.

Am Vormittag neuer Alarm, wohl ein Aufklärer, der sich von der ,/irkung des Angriffes überzeugt. Ich schlafe im Stehen ein. Schliesslich wieder heim, zum 7. Lai den gleichen Marsch ! Die Lacht bleibt ruhig, gottseidank. Aber an nächsten morgen erfolgt schon ein erneuter Angriff . Das Haus Um die Ecke brennt. Also heraus, eine Eimerkette gebildet , vom Oppenheimter Platz bis zur Stegstr..

Es scheint, zu gelingen. Da jagt uns ein neuer Angriff in die .

Keller zurück. Als der Spuk vorbei ist, hat der Brand weiter um sich gegriffen, wird aber doch schliesslich gelöscht.

Ich will mich kurz fassen. Las folgt, kennen wir ja - von früher, wenn auch nicht im gleichen Ausmasse wie diesmal. Es gibt weder Gas, Licht, Lasser, noch Telefon. Diesmal fallen aber 'auch zunächst Post, Zeitung und Eisenbahn aus. Auf den Strassen stehen die geretteten Möbel, übermüdete, verschmutzte Menschen hocken daneben Andere, die alles verloren haben, wandern auf den Ausfallstrassen zu den Nachbarorten, wo der Zugverkehr einsetzt. Autos bringen die ersten Arbeitskolonnen heran, Soldaten, Kriegsgefangene, Arbeiter der .Betriebe, SA und JH. Man muss zugeben, dass das.Lensschenmögliche getan wird, um das Elend zu mildern. Hilfszüge mit ihren Feldküchen fahren auf, Kleidung und Essen wird ausgeteilt, der Abtransport in geregelte Bahnen gebracht. Diesmal ist es eine wahre Völkerwand rung denn wie uns der Stellvertr. Gauleiter neulich im Museum sagte, wurden in wenigen Tagen über 200900 Menschen abtransport. Kinder gab es scho vorher kaum noch. Dazu stimmen die Angaben gut, dass 85,i der Stadt-