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dann dort-eines davon zusammen. Von einer Feuerwehr ist nichts zu sehen. Es dauert lange , ehe wir die Schlauchleitung Ms in das Museum gelegt haben. Deuse und Scholl spritzen, desgl. der ausge­bombte Schwager Schölls, wir anderen pumpen, pumpen, pumpen wohl mehr als eine Stunde. Prof. Mertens taucht auf. Er hat mit Ko legen Kühl beim Abendessen gesessen, als der Tanz los ging; löschte bei sich ein in Brand geworfenes Zimmer und begleitete dann Kühl in dessen Wohnung, wo aber nichts mehr zu retten war. Ein Bett und der Inhalt seines bei uns im Keller liegenden Rucksackes ist alles, was Kuhlnnch besitzt.

Wir pumpen, keuchend geht der Atem, keiner weiss, wie viel Zeit vergangen ist. Eine Entwarnung hört man nicht ; wahrschein­lich sind alle Sirenen ausser Betrieb gesetzt. Aber es wird auf den Strassen lebehdig. Menschen huschen durch den Dunst, Autos müssen unseres über die Strasse gelegeten Schlauches wegen anhalten und umgeleitet werden. Einmal bleiben zwei Gestalten bei unserer Pumpe stehen. Als ich sie anschreie, sie sollten nicht Maulaffen feilhalten, sondern lieber mit anpacken, entpuppen sie sich als Rektor und Kurator, die beide ihr Haus verloren haben. So ist-s auch bei dem Botaniker Prof. Laibach; nun muss er feststellen, dass {) L auch sein Institut völlig demoliert ist. Da kommt Deuse angehumpelt; er hat sich einen grossen Nagel durch den Stiefel hindurchgetreten und fällt zunächst aus.

Warum geht das Pumpen auf einmal so leicht ? Ein Ventil ist schadhaft geworden und damit ist unsere Kunst zu Ende. Aber wir sind nicht erfolglos gewesen. Die Brände im Vordergebäude und im Nordflügel sind so gut wie erloschen und im Südflügel ist wenig­stens das Ubergreifen auf das Hauptgebäude vermieden worden. Die oben gelegene Bucht allerdings, einige Zimmer darunter (hinter dem Kurssaäl) und die zu ebener Erde gelegenen Zimmer mit den Schreib­maschinen u.s.w. sind völlig ausgebrannt. Hier konnten wir nur aus Prof. Richters Zimmer Bücher und Aufzeichnungen retten. Aber im ersten Stock sind wir sogar erfolgreich gegen das Feuer vorgedrungen. Was macht es da, wenn es noch über wie unter uns brennt und das Wasser in den Löschtonnen kochend heiss ist ! Die durch Dr. Reuling uner­müdlich vorangetriebenen Vorsichtsmassnahmen haben sich belohnt ge­macht, ohne sie wäre die Katastrophe ohne Zweifel noch viel schlimmer geworden ! So gelingt es auch, den Brand in meiner alten Dunkelkammer

und im Walsaal zu löschen. "Deutschlans grösster Wal" allerdings ist nicht mehr. Mit grosser Mühe hat man ihn abmontiert und in das Erdgeschoss gelegt, wo er nun ebenso wie die Reste meiner im Februar geretteten Samen-Sammlung und vieles andere zu Asche geworden ist.

Nur der Kopf, der erst noch zerlegt werden sollte, ruht unbeschädigt am alten Platze .

Es ist inzwischen fast 3 Uhr geworden, noch immer brennen die Häuser in weitem Umkreis. Ein von uns angehaltener Hotorfahrer entpuppt sich als Angehöriger der Mainzer Feuerwehr, die auf der luto Strasse auf einen.Einsatzbefehl wartet . Er wird sie holen. Bis dahin genügen wenige Kräfte zum Beobachten der Brandstellen. So trete ich den Heimweg an, zum viertel Male seit dem gestrigen Morgen pendle ich zwischen Museum und Sachsenhausen . Wie wird es dort aus- sehen ? Werde ich Familie und Heim noch vorfinden ? Den Marsch durch die brennende Stadt werde ich wohl nie vergessen. Ueberall lodern noch die Flammen. Physik.Institut, Viktoriaschule, Postdirek­tion, Mathaeus-Kirche, Goethe-Schule und Polizeipräsidium brennen ganz oder teilweise aus. Wo auf der Hohenzollernstr. die Häuser zu geschlossenen Reihen zusammentreten, bläst einem der heisse Orkan Rauch, Asche und Funken in das Gesicht, der Stahlhelm wird unangenehm heiss. Kaum kommt man'gegen den Sturm an, die Augen schmerzen trotz der Schutzbrille. Jetzt geht es über einen Schutt­haufen-, da fallen glühende Dachbalken herab. Auch Bahnhof und