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plötzlich, das rauschende Pfeifen schwerer Bomben und ein rasandes Flakfeuer aller Kaliber setzt ein. Ich stülpe den-Stahlhelm auf, lasse in der Eile sogar meine Brieftasche liegen und stürze in den IS Keller, wo schon alle übrigen sind, bis auf Scholl und den 94 jährigen Vater Heinlein. Also wieder hinauf, da kommen Beide; wir helfen dem Greis die steilen otufen hinab und schliessen die Stahl-r tür. Nun hört man da unten nicht mehr viel, doch das Beben der
Das licht sein. Dumpfes es Dauerschutt still, aber
Wände, der ständig wechselnde Luftdruck besagen genug, verlöscht. Da - ein Schlag'- das Haus muss getroffen Poltern folgt. Sind es umstürzende .Schränke oder ist der über uns zusammenfällt ? Zwei der Frauen sitzen schreckensbleich da und halten sich an 'den Händen, eine dritte hat sich über eine Matratze geworfen und wimmert in die Kissen hinein.
Ich versuche, sie zu beruhigen. Mauerstaub und Brandgeruch dringen durch die Notausgänge. Nach einiger Zeit öffnen wir die 'füre, es ist draussen ruhiger geworden. Aber schon fallen die Bomben der zweiten Welle wieder ganz in der Nähe, eine schwere Detonation lässt den ganzen Bau erzittern. Als endlich - und doch war es kaum eine halbe Stunde ! - Ruhe eintritt., gehen wir nach oben. Man sieht zunächst an der Treppe zum ersten Stock nichts. Die Türe meines Zimmers ist halb herausgefallen, innen ist es taghell. Heine schönen Fenster liegen zersplittert und zerfetzt am Boden. Das benachbarte Physikalische Institut brennt lichterloh, Funkenflug umgibt mich. Schnell raffe ich das Bettzeug zusammen, da tönt auch schon Scholl's Ruf, dass es auch im Museum brenne, lampen brauchen wir nicht mehr. Auch die Universität steht in Fallen. Aber wir achten nicht darauf, jetzt
gilt
es nur
das Museum zu retten. Im lichthof ist ein kleinerer Brandherd,an der Vorderseite flammt die ganze Front des Festsaales auf. Aber auch die Bucht im Obergeschoss nach dem Geologischen Institut zu brennt, ebenso die alte Einsturzstelle im Nord/teil des Gebäudes. Mit Lehrer Triebei, der noch in seiner Abteilung beim Packen war, eile ich dorthin, während Scholl zum Festsaal rennt . Wasser, Wasser tönt es von überall. Die nahestehenden Tonnen sind bald leer, ein Teil der Handpumpen sind unbrauchbar oder zerbrechen nach kurzer Zeit ; dennoch gelingt es uns allmählich, den Brandherd einzudämmen und kleinzuhalten. Auch Scholl ist erfolgreich, das Feuer im Lichthof fällt in sich zusammen. Aber die Bucht ! Hier hat sich das Feuer nun über den ganzen Flügel ausgebreitet, durch den Aufzug findet es Zugang in die tieferen Stockwerke. Die Bucht ist nicht zu rätten und muss aufgegeben werden. Brennende Balken stürzen herab und bedrohen auch das Erdgeschoss, von allen Seiten dringt Funkenflug in die offenen Fensterhöhlen. Ich verbringe mein Material in den IS Keller. Die 'Wände von Burkard’s Wohnung sind eingestürzt, Schutt und umggfallene Schränke versperren den Zugang zu den hinteren Räumen. Inzwischen ist Dr. Neuling aus seiner nahe gelegenen unbeschädigt gebliebenen Wohnung angelangt, auch Deuse taucht auf, nachdem er etliche Brände bei sich und in seiner Nachbarschaft hat löschen helfen. Wir eilen auf den Hof.
Rote Glut erleuchtet ihn, durch den Rauch klettern wir über Trümmer und Balken. Die oben'brennende Universität ist infolge einer vor ihrer Front niedergegangenen Mine durch und durch geblasen. Vergeblich suchen wir die Motorspritze, die uns beim letzten Angriff so gute Dienste geleistet hat. Das Wasserbecken ist noch nicht wieder gefüllt und von der Nachtwache der Universität ist nichts zu sehen. Schliesslich treiben wir eine Handpumpe für 8 Mann auf und schleppen sie zum Teich über die Strasse. Jetzt zum ersten Male komme ich vor die Hauptfront des -Museums. ' Ein fantastisches Bild ! Der gesamte Himmel blutigrot erleuchtet, dazu ein eisiger Sturm, der Rauch und brennende Fetzen vor sich hertreibt. Alle Häuser der Senckenberg Anl. und darüber hinaus stehen in F/lammen, prasselnd stürzt jetzt dort,