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allem die Vegetation der Randdüne schwer geschädigt hatte und dadurch den Gesamtbestand der Insel gefährdete.
Da seit 1933 auch keine Plünderungen großen Umfanges durch Menschen mehr vorkamen, und da die Zahl der brütenden Sturmmöwen inzwischen beträchtlich gestiegen war, wuchs auch die Möglichkeit der Eiernutzung in einer vorher nie gedachten Weise: 1927 war ich stolz gewesen, daß ich mehr als 1000 Eier für Wohlfahrtszwecke unentgeltlich nach Wismar, Schwerin und Rostock abgeben konnte; 1929 sogar 1600 Stück allein nach Wismar! Aber schon 1934 erhöhte sich die Zahl der Eier, die der menschlichen Ernährung zugeführt werden konnten, auf 3—4000, 1935 auf 12 000 und 1937 auf 27 000 Stück. Trotzdem ist keine Minderung der Brutpaare eingetreten oder zu erwarten.
' Ernährungsbiologisch ist dabei besonders wichtig und wertvoll, daß die Nahrungsmengen, die die Tiere zur Hervorbringung einer solchen Eizahl benötigen, ganz überwiegend aus der Vertilgung von Ackerschädlingen stammen: Mäuse und Engerlinge, Schmetterlingspuppen und Maikäfer bilden die Hauptnahrung der Sturmmöwen, die sich hauptsächlich an Land, vor allem hinter dem Pflug ernähren. So erbrach z. B. eine am 22. Mai 1925 auf Langenwerder eingefangene alte Möwe mehr als ein Dutzend dicker Engerlinge und zwei Schmetterlingspuppen. Mäuse werden unzerkleinert verschlungen und ausverdaut, der Rest als Gewölle wieder ausgespieen. Dasselbe geschieht gelegentlich sogar mit Maulwürfen. Engerlinge und Maikäfer werden in unvorstellbaren Mengen vertilgt: im Mai liegen Tausende von Gewöllen umher, die ganz aus den Chitinteilen der ausverdauten Maikäfer bestehen. Selbst bei Nahrungsmangel infolge anhaltender Trockenheit der Felder gewinnen die Sturmmöwen ihren Lebensunterhalt nur zum kleinsten Teile aus dem Meere, Crustaceen und Muscheln fressend: sie werden dann vielmehr zu Fruchtfressern und plündern die Kirschen der Insel Poel.
Grundsätzlich aber gilt, daß es fast ausschließlich Ackerschädlinge sind, die durch die Möwen in Eier umgcfetzt werden, die dann in großem Umfange der menschlichen Ernährung dienen. Um nicht mißverstanden zu werden: es ist selbstverständlich, daß es niemals mein Ziel war oder ist, aus Langenwerder etwa einen „Hühnerhof" zu machen, wie man scherzhaft sagen könnte. Es ist aber in unserer augenblicklichen Lage eine erhöhte Pflicht, auch bei den Maßnahmen in Naturschutzgebieten an erste Stelle die Lebensnotwendigkeiten unseres Volkes zu stellen: jeder Landmann im ganzen Kreise Wismar und darüber hinaus sieht täglich mit offenen Augen, was ihm unsere Langerwerder-Möwen hinter dem Pflug nutzen! Zahlenmäßig läßt sich der Nutzen, der der Landwirtschaft dieser Gebiete, vor allem dem Zuckerrüben- und Rapsbau hieraus erwächst, nur schwer abschätzen, es steht aber außer Zweifel, daß die Ertragssteigerung, die sich aus dieser Tätigkeit der Möwen
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