ergibt, alljährlich viele Zehntausende Reichsmark beträgt. Wir sehen also, daß der landwirtschaftliche Nutzen der Sturmmöwen­kolonie auf Langenwerder noch ungleich höher zu werten ist als der Ertrag an Eiern, selbst wenn es etwa 30 000 Stück im Jahre werden sollten.

Inzwischen habe ich auch durch genaueste Beobachtung der Lebensgcwohu- heiten der Tiere ein wirksames Mittel gefunden, die Kolonien der Sec- schwalben vor Beraubung durch« die Möwen zu schützen: es genügt, diese kleinen Kolonien etwa 50 cm hoch mit Maschendraht zu umgeben! Die Möwen rauben Eier und Gelege meistzu Fuß", da die Seeschwalbeu ihnen im Fluge überlegen sind. Außerdem haben beide Arten, wie fast alle Tiere, ein genaues Gefühl für denRaum, der ihr Eigentum ist". Aus beiden Gründen getraut sich kaum je eine Möwe in diese abgefriedeten, den See-. schwalbengehörenden" Bruträume hinein. Wagt sich aber wirklich einmal E eine Möwe trotz allem, beutehungrig, in die so geschaffene Einfriedung, dann stoßen die Sceschwalben so erbittert nach ihr, daß sie wie ein flug- unfähiges Tier, wie ein Kaninchen gegen den Draht anrennt und arge Mühe hat, das eigene Leben zu retten.

Das Jahr 1937 brachte schließlich den Abschluß unserer Aufbauarbeit an der Vogelinsel Langenwerder: durch Verordnung vom 28. Sept. 1937 (Reg.- Bl. f. Mecklenburg, Nr. 47) wurde die Insel zum Naturschutzgebiet erklärt.

So ist nach einer Vorarbeit von insgesamt 27 Jahren dort eine Stätte ge­schaffen, die sowohl dem Schutze der Heimat wie der wissenschaftlichen Forschung und auch, innerhalb ihres bescheidenen Arbeitsgebietes, der praktischen Arbeit zur Sicherung unserer Lebenshaltung dient. Wie dankbar hierfür diejenigen sind, denen es vergönnt ist, diesen Erfolg ihrer jahrzehntelangen Arbeit nun in Händen zu halten, braucht kaum gesagt zu werden.