i
Lerchen und Alpenstrandläufer, Rotschenkel und Enten in mehreren Arten sowie Seeschwalben, deren Artzugehörigkeit wir aber nichtmehr feststellen können, damals den zahlenmäßig kleinen, aber artenreichen Brutvogel- bestand der Insel Langenwerder.
Bis I960 war die Zahl der Sturmmöwen auf etwa 40—50 Brutpaare angewachsen. Am 2. Mai 1901 stellte ein von Wüstnei beauftragter Sammler das erste Gelege der Silbermöwe fest, als ersten sicheren Brutnachweis für Mecklenburg. Sie ist dann aber als Brutvogel wieder verschwunden (eines der alten Tiere wurde abgeschossen), und erst seit 1920 waren zunächst zwei Paare regelmäßig Brutvögel auf Langcnwerder. 1930 gab es von dieser Art hier höchstens 4—6 Brutpaare, 1936 mindestens 10, 1937 wahrscheinlich etwa 16, 1938 höchstens 22 Brutpaare, die aber einen schweren Stand gegen- ^E^iber den Sturmmöwen haben.
Im März 1909 besuchte Prof. Dietrich- Hamburg, Vors, des „Jord- sand", erstmals den Langenwerder, am 23. September 1909 hielt Forstassessor Domeier einen Vortrag über „Die Brutkolonien auf dem Langenwerder", dessen Text leider nicht erhalten ist.
Im Frühjahr 1910 betreute erstmals ein Vogelwärter, eben unser Joachim Schwarz, die kleine Insel, und damit begann die eigentliche Entwicklung zum Schutzgebiet*).
Der unermüdlichen Treue unsres „Vater Schwarz" ist es zu danken, daß unsre Vogelinsel allen Widrigkeiten zum Trotz durch Krieg und Inflation hindurch erhalten wurde. Die sichtbarste Auswirkung der Schutzmaßnahmen ist die stetige Zunahme der hier brütenden Sturmmöwen.
Am 25. Mai 1910 wurden 275 Nester dieser Art gezählt, am 21. Mai 1915 460 Nester, Mitte Mai 1916 ca. 600 Nester. 1917 wurden auf meine dringende Vorstellung hin erstmals einige hundert Eier dieser Art ausgenommen und unentgeltlich dem Lazarett in Wismar zur Verfügung gestellt, ebenso im Jahre 1918.
D Auch L a ch m Stoen versuchten hier eine Kolonie zu begründen: von einem Paar im Jahre 1912 wuchs ihre Zahl, durch Zuzug, 1916 auf ca. 100, 1917 auf ca. 200 Brutpaare an. Dann wurde diese Art aus besonderen Gründen hier nicht mehr geduldet, zumal ihre Bestände im Binnenlande genügend groß sind.
1919 war das „schwarze Jahr" für Langenwerder: der Wärter von Eierräubern mit Gewalt vertrieben, alles zerstört, kein Jungvogel erbrütet. Alle Aufbauarbeit schien verloren. Hier konnte nur persönlicher Einsatz helfen. Es gelang: durch unmittelbaren Vortrag beim Ministerium erhielt ich von
*) lieber die weitere Entwicklung bis 1927 habe ich im Archiv Meckl. Naturforscher, 1926/27, S. 23 ff. eingehend berichtet, worauf hier verwiesen sei.
rr
<;
JL.